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Wirtschaft „Klappern gehört zum Handwerk“
Nachrichten Wirtschaft „Klappern gehört zum Handwerk“
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14:15 09.03.2018
Bewerbungsstart für den Zukunftspreis 2018 mit früheren Preisträgern (v.l.): Michael Gürtler (Heizung und Sanitär, Woltersdorf), Diane Maren Jende (Jende Posamenten Manufaktur, Forst/Lausitz) und Benjamin Körber (Körber & Körber, Birkenwerder) Quelle: IHK
Woltersdorf

Wie schnell sich die Zeiten ändern, davon kann Firmenchef Michael Gürtler ein Lied singen. Über viele Jahre sei es versäumt worden, für das Handwerk zu werben, sagt der Vorstandschef der Firma Heizung und Sanitär Woltersdorf im Landkreis Oder-Spree nachdenklich. Das habe sich grundlegend geändert: Der Betrieb, der 1961 am gleichen Ort gegründet wurde, blickt trotz schwieriger Zeiten heute auf eine Erfolgsgeschichte zurück. Vor zwei Jahren erhielt die eingetragene Genossenschaft mit den knapp 100 Mitarbeitern den Zukunftspreis des Landes Brandenburg. Dieser wird auch in diesem Jahr von den sechs Wirtschaftskammern des Landes wieder vergeben. Firmen können sich ab sofort bewerben.

Eine „ganz tolle Geschichte“ sei die Preisverleihung gewesen, erinnert sich Gürtler. Mit dem kleinen Werbefilm, der damals zum Preis dazu gehörte, würde die Firma heute noch werben. „Denn“, so Gürtler, „klappern gehört zum Handwerk.“ Der Preis sei im Rückblick nicht nur eine Bestätigung für das Unternehmen gewesen, sondern hätte vor allem die Mitarbeiter motiviert, sagt Gürtler. Jugendliche würden heute Unternehmen viel stärker vergleichen, ob sie modern sind und eine Zukunft haben. Da helfe ein solcher Preis sehr. Derzeit hat die Firma sechs Auszubildende. Kürzlich wurde eine neue Software angeschafft. „Unser Unternehmen ist komplett digitalisiert“, sagt Gürtler.

Ähnliche Erfahrungen hat Benjamin Körber gemacht, der mit seinem Vater die Firma Körber & Körber Präzisionstechnik in Birkenwerder (Oberhavel) leitet. Der Preis habe viel gebracht – vor allem öffentliche Aufmerksamkeit, sagt Körber. „Wir sind in ganz Brandenburg bekannt geworden.“ So seien durch den Preis Kunden auf die Firma aufmerksam geworden, „die wir gar nicht kannten“. Viel wichtiger aber sei das Interesse von Fachkräften an der Firma gewesen. So seien im zurückliegenden Jahr mehrere Zerspaner eingestellt worden, die von anderen Firmen kamen. „Wir haben durch den Zukunftspreis sehr gute Facharbeiter gewonnen, zu uns zu wechseln“, so der Junior-Chef. 37 Mitarbeiter hat die Firma inzwischen, die mit dem modernen Maschinenpark als digitaler Vorreiter in der Branche gilt. Inzwischen steht an der Firmenspitze nicht nur Vater und Sohn, sondern auch die Schwester von Benjamin Körber. Sie leitet seit kurzem den Personalbereich sowie das Qualitäts- und Umweltmanagement des Unternehmens.

Ein altes Handwerk lässt die Firma Jende Posamenten Manufaktur seit fast fünf Jahren aufleben. Sie stellt in Forst/Lausitz (Spree-Neiße) besondere Schmucktextilien wie Borten, Taue und Quasten her. Kunden sind Theater, aber auch Schlösser. Der Zukunftspreis Brandenburgs vor zwei Jahren kam dem kleinen Start-up wie gerufen, erinnert sich Chefin Diane Maren Jende. „Damals ging es uns wirtschaftlich noch nicht so gut. Der Preis pushte uns natürlich“, sagt Jende.

Wenn Benjamin Körber einen Wunsch an die Politik äußern könnte, dann hätte er nur einen, wie er betonte: „Lasst uns einfach in Ruhe. Denkt Euch keine neuen bürokratischen Regeln oder Vorschriften. Lasst uns einfach machen. Wir machen das schon ganz gut.“

Sechs Kammern vergeben den Preis

Der Zukunftspreis des Landes Brandenburg, der erneut ausgelobt wurde, gilt als einer der wichtigsten Wirtschaftsauszeichnungen im Land. Er wird von den drei Industrie- und Handelskammern sowie den drei Handwerkskammern des Landes vergeben – in diesem Jahr zum fünften Mal.

Besonders innovative Produkte und Verfahren sind gefragt, aber auch erfolgreiche Investitionen, Geschäftserweiterungen oder Unternehmensnachfolgen. Auch auf eine kontinuierliche Lehrlingsausbildung wird bei der Preisvergabe Wert gelegt.

Bewerbungen sind bis zum 4. Juni im Internet unter www.zukunftspreis-brandenburg.de möglich. Der Festakt mit Bekanntgabe der Preisträger findet am 9. November im Schloss Neuhardenberg statt. Die Preisträger erhalten unter anderem einen Imagefilm.

Von Igor Göldner

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