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Kleine Bierbrauer sehen sich im Aufwind

Braukunst in Brandenburg Kleine Bierbrauer sehen sich im Aufwind

In Brandenburg dürfte sich die Zahl kleiner Braustätten 2017 weiter erhöhen. Brauen sei im Trend, sagt die Branche, die sich pber steigenden Umsatz freut. Höhepunkte im kommenden Jahr ist ein gemeinsamer Auftritt auf der Grünen Woche und die Eröffnung eines historischen Brauereimuseums im Havelland.

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Originelle Ideen märkischer Bierbrauer: Olaf Wirths vom Cottbuser „Labieratorium“ in Finsterwalde zeigt eine Flasche Bier „Schwarze Pumpe“.

Quelle: FOTO: DPA

Potsdam. In Brandenburg gibt es momentan 23 kleine regionale Brauereien – diese Zahl wird sich wohl schon im kommenden Jahr erhöhen. „Die Tendenz ist steigend, ständig werden neue Brauereien gegründet“, sagt Jörg Kirchhoff, Chef des Vereins zur Förderung Brandenburger Klein- und Gasthausbrauereien. Drei bis vier Projekte seien im Bau, die 2017 in den Verein integriert würden.

Die Branche sieht sich weiter im Aufwind, wie bei einer Präsentation des märkischen Brauhandwerks in dieser Woche in der Landesvertretung in Berlin deutlich wurde. Der Trend geht in Richtung Regionalität, sagt Kirchhoff, selbst Chef der Braumanufaktur Forsthaus Templin in Potsdam. Brandenburg sei ein Land mit großer Biertradition. „Wir sind wieder auf dem Weg dahin.“ Die Branche will sich weiter vernetzen und plant gemeinsame Auftritte wie bei der Grünen Woche 2017. Ein Höhepunkt soll die Eröffnung eines historischen Brauereimuseums in Paaren/Glien (Havelland) am 23. April sein. Anlass ist der 501. Jahrestag des Reinheitsgebots. Dort soll vier mal im Jahr auf einer historischen Anlage Bier gebraut werden.

Das Konzept ist relativ einfach: Die Gasthausbrauereien sollen mit speziellen Produkten und Veranstaltungen zusätzlich Besucher anlocken und das Interesse für die Region wecken. Unterstützt werden sie von „Pro Agro“, dem Verband zur Förderung des ländlichen Raumes in der Region Brandenburg-Berlin. Geschäftsführer Kai Rücke-wohl hat die Hoffnung, dass Touristen, die das Besondere der regionalen Bier erfahren haben, in ihrer Heimat darüber berichten und dadurch neue Touristen nach Brandenburg gelockt werden.

Eine dieser kleinen Brauereien, die einen Aufschwung erlebten, befindet sich in Wittenberge (Prignitz) direkt am Elberadweg. In der Alten Ölmühle werden drei Sorten gebraut, das sogenannte HerzBräu. Alle drei Biere haben eine Stammwürze von rund 14 Prozent und einen Alkoholgehalt von fünf bis sechs Prozent. Chef Lutz Lange lässt seit dem Jahr 2000 Bier brauen, demnächst soll die Brauanlage erweitert werden. „Wir kommen mit dem Brauen nicht hinterher“, sagt Lange, der mit seinem Sohn eine Art Erlebnisgastronomie aufgebaut hat. Neben Hotel und Gasthaus gibt es auch einen Indoor-Tauchturm samt Tauchkursen. Als sich Gäste jüngst zu ihm verirrt hatten, die eigentlich nach Wittenberg in die Lutherstadt nach Sachsen-Anhalt wollten, aber nun in Wittenberge gelandet waren, hatte Lange eine Idee. Er schlug an einem Holztor nicht 99 Thesen, aber immerhin 59 an – allesamt Tourismus-Empfehlungen für die Prignitz.

Eine Art Bier-Botschafter des Vereins ist Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). Beim märkischen Brauerei-Treffen überzeugte er die versammelte Zunft mit einer launigen Rede. Bier gebe Lebenskraft und wenn man regelmäßig jogge, so wie er, müsse man auch einmal „nachtanken“ und im Bier seien alle Mineralien enthalten, die man brauche. „Bier stiftet heimatliche Identität“, betonte Schröter und fügte hinzu, eine Kreisverwaltung würde das leider nicht tun, was ein kleiner Seitenhieb auf die Gegner seiner Kreisreform sein sollte, die auch im Saal saßen. Er jedenfalls, resümierte er, sei sehr froh über die vielen Brauereien im Land und auch darüber, dass es jetzt „richtiges Bier“ gebe. Er erinnerte an einen Ausspruch von damals. Da hieß es: „In der DDR ist alles sch ..., außer das Bier ist Pisse.“ Und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Quer durchs Land von Brauerei zu Brauerei

Die Brandenburger Bierstraße führt 400 Kilometer durchs Land und verbindet 11 Brauereien miteinander. Bierfans können von Kleinbrauerei zu Kleinbrauerei unterwegs sein und sich an lokalen Bieren erfreuen – mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Auto und im Spreewald auch mit dem Boot.

Seit April gibt es die Bierstraße, die aus Anlass des 500. Jubiläums des deutschen Reinheitsgebot ins Leben gerufen wurde. Bier darf danach lediglich aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser bestehen, andere Zusätze sind untersagt. Auch das 501. Jubiläum 2017 soll wieder gefeiert werden.

Von Igor Göldner

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