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Klima-Schutz geht ohne USA vielleicht sogar besser

Pariser Klimaschutzabkommen Klima-Schutz geht ohne USA vielleicht sogar besser

Kohlendioxid-Ausstoß, Treibhauseffekt, Erderwärmung: Die Mitglieder des Pariser Klimaschutzabkommens werden diese Probleme künftig ohne die USA angehen – und vielleicht bewirkt das eine interessante Dynamik, wie der Potsdamer Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber sagt.

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Hans Joachim Schellnhuber.

Quelle: dpa

Potsdam.
US-Präsident Trump hat seine Drohung wahr gemacht: die USA steigen aus dem Pariser Klimavertrag aus. Ein Desaster vor allem für die USA, meint der Direktor der Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber.

„Durch ihre Absage verspielen die USA diplomatisches Kapital“, so Schellnhuber. „Dem Fortschritt der weltweiten Klimapolitik wird es nicht substanziell schaden, wenn Amerika tatsächlich das Paris-Abkommen verlässt; schaden wird es aber den USA. China und Europa werden globale Führer auf dem Weg zu einer sauberen und sicheren Energiezukunft, und sie werden ihre Position verstärken, wenn die USA zurückrutschen ins Nationale. Auch innovative US-Bundesstaaten wie Kalifornien, immerhin die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt, werden weiter Emissionsreduktionen vorantreiben. Die Leute von Trump hocken in den Schützengräben der Vergangenheit, statt die Zukunft aufzubauen. Sie erkennen nicht: Die Klimakriege sind vorbei - das Wettrennen um nachhaltigen Wohlstand läuft“, sagt der Klimaforscher.

Ist Rückzug der USA der 2015 von 195 Staaten unterzeichnete Pariser Klimavertrag beerdigt, Herr Schellnhuber?

Der gesamte Klimavertrag von Paris ist natürlich nicht beerdigt. Es gibt damit drei Staaten, die sich nicht beteiligen: Syrien, Nicaragua und nun die USA. Aber 192 Staaten stehen weiter dazu. Es ist eher eine Sache, die die USA schwächen wird.

Kann die Welt und damit der Klimaschutz den Ausstieg der Amerikaner verkraften?

Das ist jetzt die große Frage. Soweit ich die Stimmung kenne von der letzten Klimakonferenz in Marrakesch ist man jetzt trotzig entschlossen, den Weg weiter zu gehen. Ob die USA dabei bleiben, war mit der Wahl von Trump eher unwahrscheinlich. Jetzt ist es eingetreten. Die Reihen haben sich aber vorher schon deutlich geschlossen. Das Entscheidende wird sein, ob beispielsweise China - das Land mit höchster Produktion von Treibhausgasen - die Anstrengungen verstärkt, um gut zu machen, was die USA jetzt versäumen. Und das könnte eine interessante Dynamik auslösen, unterm Strich dem Klimaschutz sogar dienen.

Welche Folgen wird der Ausstieg für die USA selbst haben?

Sie unterlaufen einen Weltvertrag von beispielloser Bedeutung. Diplomatisches Kapital wird einfach verschleudert. Zudem werden die USA unglaubwürdig. Aufgrund des verloren gegangenen Vertrauens geht nun das amerikanische Jahrhundert endgültig zu Ende.

Wie sollen nun die restlichen Vertragsstaaten auf Trumps Entscheidung reagieren?

Die anderen Länder müssen klar machen, das sie so etwas nicht gut heißen. Wenn die USA diese Irrläuferpolitik fortsetzen, werden sie sich umorientieren müssen.

Von Gudrun Janicke

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