Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wirtschaft Klima-Schutz geht ohne USA vielleicht sogar besser
Nachrichten Wirtschaft Klima-Schutz geht ohne USA vielleicht sogar besser
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:35 02.06.2017
Hans Joachim Schellnhuber. Quelle: dpa
Anzeige
Potsdam


US-Präsident Trump hat seine Drohung wahr gemacht: die USA steigen aus dem Pariser Klimavertrag aus. Ein Desaster vor allem für die USA, meint der Direktor der Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber.

„Durch ihre Absage verspielen die USA diplomatisches Kapital“, so Schellnhuber. „Dem Fortschritt der weltweiten Klimapolitik wird es nicht substanziell schaden, wenn Amerika tatsächlich das Paris-Abkommen verlässt; schaden wird es aber den USA. China und Europa werden globale Führer auf dem Weg zu einer sauberen und sicheren Energiezukunft, und sie werden ihre Position verstärken, wenn die USA zurückrutschen ins Nationale. Auch innovative US-Bundesstaaten wie Kalifornien, immerhin die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt, werden weiter Emissionsreduktionen vorantreiben. Die Leute von Trump hocken in den Schützengräben der Vergangenheit, statt die Zukunft aufzubauen. Sie erkennen nicht: Die Klimakriege sind vorbei - das Wettrennen um nachhaltigen Wohlstand läuft“, sagt der Klimaforscher.

Ist Rückzug der USA der 2015 von 195 Staaten unterzeichnete Pariser Klimavertrag beerdigt, Herr Schellnhuber?

Der gesamte Klimavertrag von Paris ist natürlich nicht beerdigt. Es gibt damit drei Staaten, die sich nicht beteiligen: Syrien, Nicaragua und nun die USA. Aber 192 Staaten stehen weiter dazu. Es ist eher eine Sache, die die USA schwächen wird.

Kann die Welt und damit der Klimaschutz den Ausstieg der Amerikaner verkraften?

Das ist jetzt die große Frage. Soweit ich die Stimmung kenne von der letzten Klimakonferenz in Marrakesch ist man jetzt trotzig entschlossen, den Weg weiter zu gehen. Ob die USA dabei bleiben, war mit der Wahl von Trump eher unwahrscheinlich. Jetzt ist es eingetreten. Die Reihen haben sich aber vorher schon deutlich geschlossen. Das Entscheidende wird sein, ob beispielsweise China - das Land mit höchster Produktion von Treibhausgasen - die Anstrengungen verstärkt, um gut zu machen, was die USA jetzt versäumen. Und das könnte eine interessante Dynamik auslösen, unterm Strich dem Klimaschutz sogar dienen.

Welche Folgen wird der Ausstieg für die USA selbst haben?

Sie unterlaufen einen Weltvertrag von beispielloser Bedeutung. Diplomatisches Kapital wird einfach verschleudert. Zudem werden die USA unglaubwürdig. Aufgrund des verloren gegangenen Vertrauens geht nun das amerikanische Jahrhundert endgültig zu Ende.

Wie sollen nun die restlichen Vertragsstaaten auf Trumps Entscheidung reagieren?

Die anderen Länder müssen klar machen, das sie so etwas nicht gut heißen. Wenn die USA diese Irrläuferpolitik fortsetzen, werden sie sich umorientieren müssen.

Von Gudrun Janicke

Trumps historische Entscheidung, das Pariser Klimaschutzabkommen zu kündigen, hat nicht nur in der Politik ein verheerendes Echo hervorgerufen. Auch wirtschaftliche Berater kündigten dem US-Präsidenten – so auch Tesla-Chef Elon Musk.

02.06.2017
Wirtschaft Größer Gaskonzern der Welt entsteht - Linde-Aufsichtsrat stimmt Fusion mit Praxair zu

Jetzt ist es offiziell: Der Aufsichtsrat von Linde hat einer Fusion mit dem US-Gaskonzern Praxair zugestimmt. Aus dieser soll der weltweit größte Branchenriese entstehen – trotz Widerständen im Vorfeld.

01.06.2017

Nächstes Kapitel im Abgasskandal: Die VW-Tochter Audi hat nach Worten von Bundesverkehrsminister Dobrindt unzulässige Abgas-Software verwendet. 24.000 Fahrzeuge müssten zurückgerufen werden.

01.06.2017
Anzeige