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„Klinkenputzen“ sorgt für 3500 Arbeitsplätze

Wirtschaftsförderung Brandenburg „Klinkenputzen“ sorgt für 3500 Arbeitsplätze

Wirtschaftsförderer freuen sich über viertbestes Ergebnis seit Gründung vor 15 Jahren. Schwerpunkte im vorigen Jahr waren Industrie und Logistik. Die bisherige Zukunftsagentur (ZAB) heißt ab April Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) – sonst ändert sich nicht viel.

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Chef der Zukunftsagentur Steffen Kammradt und Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (r.)

Quelle: ZB

Potsdam. Die vor 15 Jahren gegründete Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) hat im vorigen Jahr ihr viertbestes Ergebnis eingefahren. Mit Hilfe der Wirtschaftsförderer entstanden landesweit mehr als 3500 neue Arbeitsplätze. Ausgelöst wurden Investitionen im Umfang von 273 Millionen Euro, wie am Montag mitgeteilt wurde. Das sind 500 Arbeitsplätze mehr als 2015 und ein Plus bei Investitionen in Höhe von rund 14 Millionen Euro.

Es war zugleich das letzte Jahr unter dem Logo „Zukunftsagentur“. Mit dem Umzug der Mitarbeiter vom Rande Potsdams in die Innenstadt direkt gegenüber dem Hauptbahnhof wechselt auch der Name. Künftig nennt sich die ZAB dann Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB). Von Abschied wollte Geschäftsführer Steffen Kammradt allerdings nicht sprechen. Wichtig ist ihm vor allem der Zusatz im Namen: „Standort.Unternehmen.Menschen“. Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) hofft vor allem, dass die neue Marke „selbsterklärend“ sei und die Wirtschaftsförderer „noch schlagkräftiger und kundennäher“ arbeiten können, wie er betonte. Der Name Zukunftsagentur führte vor allem außerhalb Brandenburgs immer wieder zu Irritationen, weil nicht sofort klar war, dass es sich um Wirtschaftsförderung handelte.

Der Umzug in das neue Gebäude der Landesinvestitionsbank (ILB), der eigentlich schon zum Jahresende geplant war, wird nun Anfang April stattfinden. Offiziell erfolgt der Namenswechsel zum 10. April. Sonst ändert sich auf den ersten Blick nicht viel. In der Ansprache an potenzielle Investoren gibt es künftig sechs sogenannte Servicepakte: von Investitionen, Innovationen über Fachkräfte, Energie und Gründungen bis zu Auslandsaktivitäten. Diese breite Palette sei bundesweit einmalig, betonte Kammradt.

Im vorigen Jahr waren vor allem Unternehmen aus den Bereichen Industrie und Logistik die Wachstumsmotoren, die bei der Ansiedlung unterstützt oder neu ins Land geholt wurden. Fast 2000 der 3500 neuen Arbeitsplätze sind in diesen Bereichen entstanden. Von den 99 Ansiedlungsprojekte geht die Hälfte auf das Konto von Industrie und Logistik. Ein Beispiel ist die Firma Hermes, die im havelländischen Ketzin ein Logistikzentrum errichtete. Dort sind 250 Mitarbeiter beschäftigt. Das Investitionsvolumen betrug 48,1 Millionen Euro. Insgesamt konnten im vorigen Jahr 37 neue Unternehmen gewonnen werden, sagte Kammradt.

Zunehmend würden Unternehmen aus Polen das Nachbarland als Produktionsstandort entdecken. „Polen kommt langsam in Schwung“, sagte Minister Gerber. Die Zeit sei auch reif. Von den ins Land geholten 12 internationalen Projekten seien drei aus Polen. Dazu zählt die Logistik-Firma ATT Polymers in Guben (Spree-Neiße), die zu Polens größtem Chemiekonzern Grupa Azoty gehören. Insgesamt wurden 7,5 Millionen Euro am Standort der Grenzstadt investiert. Produziert wird dort das Kunststoffgranulat Polyamid 6, das vor allem in der Automobilindustrie verwandt wird. Entstanden sind dort fünf Arbeitsplätze. Der polnische Maschinenbauer Rolbatch richtete in Eberswalde (Barnim) eine Halle für die Produktion ein. 600 000 Euro werden hier investiert und zehn Arbeitsplätze entstehen.

Bei der Erschließung internationaler Märkte hat die Zukunftsagentur insgesamt 610 brandenburgische Unternehmen unterstützt, sagte Co-Geschäftsführer Sebastian Saule. Erstmals sei es im vorigen Jahr nach Peru und Chile gegangen. Eine Unternehmerreise mit 11 Firmenvertretern ging in den Iran.

Von den 450 internationalen Firmen, die in Brandenburg angesiedelt sind, stammen die meisten aus den USA (53). Es folgen Kanada, Schweiz, Polen, Holland, Frankreich und Großbritannien. In diesem Jahr sind einige Reisen schon geplant. Unter anderem wollen die märkischen Wirtschaftsförderer in den USA, Polen, Kolumbien und Chile für Ansiedlungen in Brandenburg werben.

In den vergangenen 15 Jahren wurden nach der aktuellen Bilanz der Zukunftsagentur 201 internationale Projekte betreut. Insgesamt entstanden mit einem Volumen von zehn Milliarden Euro in diesem Zeitraum knapp 52 000 Arbeitsplätze. Was die Wirtschaftsförderer besonders auszeichne, ist nach den Worten von Geschäftsführer Kammradt das „Klinkenputzen“ bei märkischen Unternehmen. So sei man im vergangenen Jahr bei rund 360 Firmen gewesen, um sich nach Problemen zu erkundigen, wie der Suche nach geeigneten Standorten oder der Gewinnung von Fachkräften. Nur vier Prozent, so Kammradt, hätten gesagt, sie hätten gar keine Probleme.

Beispiele für neue Ansiedlungen

In Schönefeld (Dahme-Spreewald) hat Bringmeister Logistik ein neues Dienstleistungszentrum für 6,4 Millionen Euro errichtet. 150 neue Arbeitsplätze sollen in Flughafennähe entstehen.

In Großbeeren (Teltow-Fläming) entsteht ein Dienstleistungszentrum für Kontraktlogistik. 15 Millionen Euro investiert die Firma Goodman Germany. 130 Arbeitsplätze sind dort geplant.

I
n Potsdam siedelt sich die Schweizer Forma Oviva AG an, die digitale Ernährungsberatung anbietet. 15 Arbeitsplätze sollen entstehen. Damit verbunden ist eine Investition in Höhe von 4,5 Millionen Euro.

In Biesenthal (Barnim) werden von der Firma HNF

E-Bikes entwickelt, produziert und vertrieben. Neu ist ein Lasten-E-Bike mit verstellbarer Neigetechnik. Es wird an dessen Markteinführung gearbeitet.

Von Igor Göldner

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