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Wirtschaft Knicke und Brüche: Wie gefährlich sind Windräder?
Nachrichten Wirtschaft Knicke und Brüche: Wie gefährlich sind Windräder?
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15:59 04.01.2017
Ein Rotorblatt einer Windkraftanlage bei Zichow ist abgeknickt. Trümmerteile sind im Umkreis von 50 Metern verstreut. Quelle: MOZ/Oliver Voigt
Passow

Nach der Windrad-Havarie in der Uckermark soll ein Gutachter klären, wie es zu dem Schaden gekommen ist. „Wir haben noch keine Hinweise darauf, wie das geschehen konnte“, sagte Stefan Eckhoff, Sprecher des Windkraftunternehmens Energiekontor aus Bremen, das den Windpark in Passow betreibt. „Das Rotorblatt hängt noch, bis Ende der Woche soll es geborgen und der Schaden begutachtet werden“, erklärte er. Wegen der starken Windböen könne die Bergung erst Ende der Woche geschehen.

Am Dienstagmorgen war das etwa 35 Meter lange Rotorblatt des 100 Meter hohen Mastes einfach umgeknickt. Anwohner hatten einen lauten Knall gehört. Einige Teile der Anlage stürzten auf das darunterliegende Feld, die angrenzende Bundesstraße B 166 musste gesperrt werden. Verletzt wurde niemand.

Stefan Eckhoff, Sprecher des Windkraftunternehmens Energiekontor aus Bremen Quelle: Tristan Vankann

Fällt der Rotor von selbst?

Das Rad steht derzeit still und ist fixiert. Bei der Bergung wollen Techniker den Rotor zunächst so drehen, dass der umgeknickte Flügel nach unten zeigt und von selbst abstürzt. „Ansonsten müssen wir ihn absägen“, so Eckhoff. Es ist nach Unternehmensangaben der erste Fall in dieser Art. Die Anlage stammt von 2003, der Windmast ist vom Hersteller General Electric und hat eine Leistung von 1,5 Megawatt. Die letzte Wartung war laut Eckhoff im vergangenen Oktober. Energiekontor betreibt in Passow insgesamt fünf solcher Anlagen.

Fälle häufen sich – Verband beruhigt

In letzter Zeit sind mehrere Windräder umgeknickt oder gebrochen. Ebenfalls am Dienstag brach ein rund 100 Meter hohes Windrad bei Hamburg an einer Nahtstelle entzwei. Im Dezember waren in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern Windräder havariert. Im Mai kam es in Brandenburg an der Havel zu einem Zwischenfall – dort brach ein Teilstück eines Windrads. Im Dezember 2014 brach im Kreis Elbe-Elster ein Windrad ab und kippte auf einen Acker.

Im Dezember 2014 kippte ein Windrad in Koßdorf (Elbe-Elster) auf einen Acker. Quelle: dpa-Zentralbild

Gleichwohl sieht der Bundesverband Windenergie keine ernsthafte Gefahr für Menschen. „Es stimmt, dass es mit vier schweren Vorfällen in den vergangenen vier Wochen eine Häufung gab“, sagte Verbandssprecher Wolfram Axthelm. „Aber normalerweise gibt es maximal zwei solcher Unfälle im Jahr.“ Gemessen an derzeit 26.500 Windrädern bundesweit seien derartige Zwischenfälle „extrem selten“. „Und bislang ist noch nie ein Mensch dabei zu Schaden gekommen“, betonte Axthelm.

Von Torsten Gellner

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