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Wirtschaft Künftig keine Flugmanöver mehr bei der ILA?
Nachrichten Wirtschaft Künftig keine Flugmanöver mehr bei der ILA?
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00:36 18.03.2018
Publikumsmagnet: 150 000 Besucher kamen vor zwei Jahren zu der Luftfahrtmesse in Selchow. Quelle: FOTOS: dpa
Schönefeld

Sie ist Besuchermagnet, bedeutende Industriemesse und hin und wieder ein politischer Zankapfel: die Internationale Luftausstellung (ILA), die turnusgemäß wieder vom 25. bis 29. April stattfindet. Doch wie es mit der Messe weitergeht, steht derzeit in den Sternen. Die Schau hat trotz ihres Erfolgs Kritiker – und zwar nicht nur jene, die sich über den Düsenlärm der Flugshows ärgern.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup ging nun auf Abstand zur ILA, die alle zwei Jahre im Schönefelder Ortsteil Selchow (Dahme-Spreewald) am Rande des Flughafens stattfindet. „Nach Inbetriebnahme des BER ist zumindest ein ILA-Flugprogramm wie bisher nicht mehr vorstellbar“, sagte Lütke Daldrup dem „Neuen Deutschland“. Das heißt: Im Frühjahr 2020 könnte die Schau zum letzten Mal als große Publikumsmesse mit Manövern von F-16 Kampfjets und dröhnenden Transporthubschraubern sein. Im Oktober 2020 soll der BER eröffnen.

Gerber: Einzige Industriemesse im Osten

Seit Monaten wird hinter den Kulissen hart um die Schau gerungen. Es sind keine einfachen Gespräche, schon allein, weil so viele Akteure mitreden: die Länder Brandenburg und Berlin, die Berliner Messegesellschaft, die das ExpoCenter Airport in Selchow betreibt, dazu die Flughafengesellschaft, der Verband der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie sowie der Bund mit dem Verteidigungs- und dem Verkehrsministerium.

Brandenburg will unbedingt an der Messe festhalten. Das liegt schon daran, dass das Bundesland sonst kaum Events dieser Größenordnung zu bieten hat. Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) machte sich am Donnerstag für den Erhalt der ILA stark. „Wir wissen alle, dass sich mit der Inbetriebnahme des BER der Raum für Flugvorführungen verengen wird. Aber wir stehen absolut zur ILA. Das ist die einzige Industriemesse in Ostdeutschland“, sagte der Minister.

Mit den Triebwerksbauern Rolls-Royce in Dahlewitz und MTU in Ludwigsfelde (beide Teltow-Fläming) sowie dem Turbinentester Anecom Aerotest in Wildau (Dahme-Spreewald) sei Brandenburg einer der drei führenden Luftfahrtstandorte. „Da passt die ILA absolut dazu“, so Gerber.

Rolls-Royce will sich auf Messe vergrößern

Das bestätigt man bei Rolls-Royce. „Wir nutzen die Messe in direkter Nachbarschaft zu unserem Standort Dahlewitz intensiv, um uns, unsere Produkte und künftige Technologien zu präsentieren“, sagte Unternehmenssprecher Stefan Wriege. In diesem Jahr will der Turbinenbauer mit noch größerer Fläche präsent sein, auch, um künftige Mitarbeiter anzuwerben.

Vertraglich ist die Messe bis 2020 gesichert. Dieser Vertrag werde derzeit überarbeitet, so Gerber. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie sich die tollkühnen Flugmanöver mit dem laufenden Betrieb des neuen Großflughafens vereinbaren lassen. Es geht vor allem ums Geld. Denn die Schau ist defizitär und verschlingt Millionen. Laut Christian Göke, Chef der Berliner Messe, kostet eine solche Luftfahrtschau ein „Irrsinnsgeld“. Deswegen werde derzeit vor allem über die Verteilung der Lasten verhandelt. Alle am Tisch seien sich aber einig, dass man die Messe weiterbetreiben wolle.

Aufsichtsratschef gibt der ILA keine Zukunft

Dabei hatte sich vor wenigen Monaten auch der Aufsichtsrat der Messe äußerst kritisch zur Zukunft der ILA geäußert. Gremiumschef Wolf-Dieter Wolf jedenfalls scheint der Messe keine große Zukunft zu geben. „Es gibt die großen Luftfahrtmessen in Frankreich und Großbritannien, niemand braucht diese Schauen mehr in Deutschland“, hatte er gesagt.

150 000 Menschen strömten 2016 zur ILA nach Selchow. Welchen Stellenwert die Luftfahrtausstellung genießt, zeigt sich auch an der Politprominenz, die sich dort gerne einfindet. In den vergangenen Jahren wurde die ILA wiederholt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet. Das könnte auch in diesem Jahr wieder so geschehen. Denn Partnerland ist diesmal Frankreich. Im Gespräch ist, dass Merkel gemeinsam mit Staatspräsident Emmanuel Macron den Startschuss gibt.

Von Torsten Gellner

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