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Kuka-Vorstand sieht gute Chancen mit chinesischem Investor

Maschinenbau Kuka-Vorstand sieht gute Chancen mit chinesischem Investor

Ein deutsches Traditionsunternehmen aus dem Hightech-Bereich wird von einem chinesischen Investor aufgekauft. Dieses Szenario sorgt seit Wochen für Unruhe. Doch der Vorstand des betroffenen Roboterbauers Kuka sieht eher die Chancen.

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Kuka-Robotor im Ford-Werk in Köln. Der Roboterbauer Kuka sieht nach der möglichen Übernahme durch chinesische Investoren bessere Wachstumsperspektiven für die nächsten Jahre.

Quelle: Oliver Berg

München. Nach einer möglichen Übernahme durch den chinesischen Investor Midea sieht der Vorstand des Roboterbauers Kuka bessere Wachstumsperspektiven für die nächsten Jahre. Kuka-Chef Till Reuter betonte in München insbesondere die Möglichkeiten, noch mehr Produkte in Fernost absetzen zu können.

"Der Wachstumsmarkt für die nächsten Jahre wird China sein", sagte er. Dort könne Kuka von Midea profitieren.

Vorstand und Aufsichtsrat des Roboter- und Logistikspezialisieren hatten am Dienstag eine Empfehlung an die Aktionäre abgegeben, ihre Papiere an den chinesischen Hausgerätehersteller zu verkaufen. Midea hält bislang bereits mehr als 13 Prozent an dem Augsburger Unternehmen und bietet den anderen Aktionären 115 Euro pro Anteilsschein, die Frist zur Annahme läuft bis Mitte Juli. Am Mittwoch notierten die Kuka-Papiere an der Börse bei 107 Euro.

In diesem Jahr will Kuka mehr als 3 Milliarden Euro umsetzen, bis zum Jahr 2020 soll der Umsatz auf 4 bis 4,5 Milliarden Euro gesteigert werden. Reuter und sein Vorstandskollege Peter Mohnen gehen davon aus, dass diese Ziele nach einer Übernahme durch Midea eher schneller zu erreichen sein werden. Es könnten möglicherweise zehn Prozent höhere Erträge erzielt werden, sagte Finanzchef Mohnen.

Auch für die 12 300 Mitarbeiter von Kuka ändere sich nichts, betonten die Vorstände. Alle behielten ihre Jobs und auch alle Standorte blieben erhalten. Dies gelte besonders für die Zentrale in Augsburg mit ihren rund 3500 Beschäftigten. Der Vorstand glaubt, dass am Stammsitz des fast 120 Jahre alten Unternehmens in Zukunft eher noch mehr Mitarbeiter angestellt sein könnten. Die IG Metall hatte sich wegen der Stellengarantie zustimmend zu der Vereinbarung geäußert.

Midea will laut Vorstandschef Reuter Kuka so erhalten, wie das Unternehmen derzeit ist. Dies werde mit der bis Ende 2023 gültigen Investorenvereinbarung sichergestellt. "Uns ist wichtig, dass Kuka unabhängig bleibt", sagte Reuter. Die siebeneinhalbjährige Laufzeit gehe "weit über das übliche Maß von drei bis fünf Jahren hinaus".

Midea habe keinen Zugriff auf die Daten von Kuka und garantiere, dass die Augsburger weiterhin in Forschung und Entwicklung investieren könnten. Die unternehmerischen Entscheidungen würden weiter in Deutschland getroffen. "Wir sind das Team, das Kuka in die Zukunft führt", betonte Reuter.

Die Übernahmepläne aus China sorgen seit Wochen für Diskussionen, auch auf politischer Ebene. Immer wieder wurde kritisiert, dass kein Investor aus Europa ein Gegenangebot zu Midea vorgelegt hat.

Mit Spannung wird nun insbesondere erwartet, ob der Familienkonzern Voith aus Heidenheim in Baden-Württemberg seine Papiere verkauft. Voith ist mit einem Anteil von 25,1 Prozent bislang größter Kuka-Eigner, ließ aber auch am Mittwoch weiterhin offen, ob das Übernahmeangebot angenommen wird. Es gabe bei Voith keinen Gesellschafterbeschluss für einen Verkauf, sagte ein Sprecher. Voith werde sich "zu gegebenen Zeit" dazu äußern.

dpa

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