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Wirtschaft Langwieriger Verkaufsprozess für HSH Nordbank erwartet
Nachrichten Wirtschaft Langwieriger Verkaufsprozess für HSH Nordbank erwartet
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15:38 25.10.2015
Die Einigung zwischen der EU-Kommission und den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein über die Zukunft der HSH Nordbank hat öffentlich ein geteiltes Echo gefunden. Ein renommierter Bankenexperte meint: Der Verkauf wird sich über viele Monate hinziehen. Quelle: Daniel Bockwoldt/Archiv
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Hamburg/Kiel

In der gegenwärtigen Konstruktion der Bank seien die Risiken für einen Käufer nicht ohne weiteres nachvollziehbar. "Der Verzicht auf eine Trennung in eine Bad Bank und in eine Good Bank mit separaten Bilanzen erweist sich heute als Fehler", sagte Dieckmann. So seien gute und schlechte Risiken vermischt und weder die interessierte Öffentlichkeit noch ein möglicher Erwerber könnten sich einen Überblick über die notleidenden Kredite verschaffen.

Die EU-Kommission und die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein hatten sich zum Beginn der vergangenen Woche auf Eckpunkte für die Zukunft der HSH Nordbank verständigt. Danach wird die Bank von faulen Krediten in Höhe von acht Milliarden Euro sowie von einem Teil der Garantiegebühren entlastet und innerhalb von zwei Jahren verkauft. Der Verkaufsprozess soll jedoch unverzüglich beginnen.

"Grundsätzlich ist die Vorgabe einer Privatisierung zu begrüßen", sagte Dieckmann. "Vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen scheint ein geregelter Ausstieg der öffentlichen Eigentümer Hamburg und Schleswig-Holstein aus dem Bankgeschäft sinnvoll zu sein."

Verpasst wurde nach Einschätzung des Bankexperten, den Sektor der Landesbanken in Deutschland neu zu ordnen. "Da sind wir immer noch overbanked", sagte er. Ähnlich hatte sich am Freitag der Experte Wolfgang Gerke geäußert: "Man braucht lediglich eine Landesbank - und wenn es denn zwei sind, kann man auch damit noch leben", sagte er dem Rundfunksender NDR1 Welle Nord. Während Gerke damit rechnet, dass andere Landesbanken sich um den Kauf der HSH Nordbank bemühen werden, erwartet Dieckmann den Käufer eher aus den Reihen deutscher oder ausländischer Privatbanken oder Finanzgruppen.

In einem Punkt allerdings sind sich die beiden Professoren einig: "Es ist immer ein Käufer da. Aber es ist eine Frage des Preises, ob es attraktiv ist, eine Bank in den heutigen Zeiten zu kaufen."

dpa

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