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Lausitz bereitet sich aufs Kohle-Aus vor

Was kommt nach der Braunkohle? Lausitz bereitet sich aufs Kohle-Aus vor

Was kommt nach der Braunkohle? Die neu gegründete „Innovationsregion Lausitz“ soll den Strukturwandel in der Region begleiten. Geschäftsführer Hans Rüdiger Lange wurde am Montag von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) empfangen. Lange setzt auf Kooperationen von Wirtschaft und Wissenschaft.

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Hans Rüdiger Lange, Geschäftsführer der IRL. Foto: dpa

Potsdam/Cottbus. Seit Jahrzehnten lebt die Lausitz von der Kohle. Das dürfte auch noch ein paar Jahre so weiter gehen, doch das Ende der klimaschädlichen Verstromung ist in Sicht. In spätestens 30 Jahren ist Schluss. Steht jetzt die Region wirtschaftlich vor unsicheren Zeiten?

Um den nötigen Strukturwandel zu begleiten, hat sich in Cottbus ein Bündnis aus Vertretern der Wirtschaft und der Wissenschaft gegründet: die Innovationsregion Lausitz GmbH (IRL). Der neue Geschäftsführer heißt Hans Rüdiger Lange (48) und ist seit April im Amt. Am Montag wurde er von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zu einem Gespräch in der Staatskanzlei empfangen.

Lange, in Osterode am Harz geboren, ist promovierter Physiker. Zuletzt war er Leiter Energiewirtschaft beim Vattenfall-Konzern in Cottbus. Der schwedische Staatskonzern hat inzwischen seine Braunkohlesparte verkauft und wird sich aus der Region zurückziehen. Bei Vattenfall beschäftigte sich Lange unter anderem mit energiewirtschaftlichen Themen – von der Kraftwärme-Kopplung, Pump- und Batteriespeichern bis zu Industrie- und Großkraftwerken. Seinen neuen Job versteht Lange so: Er wolle die Region auf ihrem Weg in einen nachhaltigen Strukturwandel begleiten, Netzwerke knüpfen und Türen öffnen. Er betonte am Montag in Potsdam, dass er vor allem Wirtschaft und Wissenschaft näher zusammenbringen wolle.

Lange kommt aus der Forschung, war unter anderem für die Energieunternehmen EnBW und Électricité de France (EDF) tätig. Seit 2007 ist er in der Lausitz tätig. Promoviert hat er als Marie-Curie-Fellow an der französischen Ecole Polytechnique. Erfahrungen hat Lange auch auf dem osteuropäischen Energiemarkt gesammelt, wie in Polen und der Slowakei. Für den Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Cottbus, Wolfgang Krüger, ist Lange die ideale Besetzung. „Er kennt alle Facetten der Energiewende und ist in der Lausitz verankert.“ Krüger ist auch Vorsitzender der Gesellschafterversammlung. Angesiedelt ist die Innovationsregion bei der IHK Cottbus.

Die Innovationsregion

Fünf regionale Akteure haben im Januar die „Innovationsregion Lausitz GmbH“ (IRL) gegründet: die Industrie- und Handelskammer Cottbus, die Handwerkskammer Cottbus, die Wirtschaftsinitiative Lausitz, die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU ) und die Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg (UVB). Die Arbeit der Gesellschaft ist zunächst auf drei Jahre angelegt.

Ein Beirat aus 12 Personen unterstützt die IRL. Dabei handelt es sich um Akteure aus der brandenburgischen und sächsischen Lausitz. Ziel der IRL ist es, den Strukturwandel in der Lausitz durch den bereits begonnenen Ausstieg aus der Braunkohle zu organisieren. Geplant ist eine enge Kooperation mit Sachsen.

Ministerpräsident Woidke – selbst Lausitzer – setzt große Hoffnungen in das neue Bündnis („ein großer Schritt nach vorn“), aber auch in Lange. Jetzt sei es vor allem wichtig, dass die Region „mit einer Stimme“ spreche und sich auf gemeinsame Ziele einige, sagte Woidke. „Das Kirchturmdenken soll sich auflösen.“ Es müssten gute Rahmenbedingungen für Innovationen und Investitionen geschaffen werden. Lange sei bestens mit der Energiewirtschaft und der Energiewende vertraut, hob Woidke hervor. Ziel müsse es sein, den Menschen und den Unternehmen langfristig „auch nach der Braunkohle“ Perspektiven zu bieten.

Die Landesregierung selbst ist nicht Hauptakteur des Bündnisses und hatte im Januar, als die Innovationsregion gegründet wurde, bewusst auf eine Federführung verzichtet. Das war in der Region nicht unkritisch gesehen worden. In der Regierung sieht man offenbar die Gefahr, dass man sich in der Lausitz bei einem zu großem Engagement zurücklehnen könnte. Motto: Die Regierung macht das schon.

Woidke und Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) sehen sich eher als Unterstützer der Innovationsregion. Gerber hofft: „Aus vielen Spielern wird eine Mannschaft.“ Der Wirtschaft in der Lausitz müssten neue Impulse bekommen. Woidke sagte, eine gemeinsame Wirtschaftsförderung sei wichtige Voraussetzung für ein Erstarken der Region. „Insbesondere sollen gemeinsam mit der BTU Cottbus-Senftenberg Ausgründungen von Start-up-Unternehmen unterstützt werden.“

Wichtig ist Regierungschef Woidke vor allem der Maßnahmenkatalog, der mit Sachsen erarbeitet werden soll und, wie Woidke betonte, „aus einem Guss“ sein müsse. Eine gemeinsames Konzept für den Strukturwandel – die Lausitz liegt in Brandenburg und Sachsen – gibt es bisher nicht.

Von Igor Göldner

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