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Linde-Manager Blades wird Chef bei Bilfinger

Dienstleistungen Linde-Manager Blades wird Chef bei Bilfinger

Bäumchen wechsel' dich: Bilfinger bekommt - wieder einmal - einen neuen Chef. Blades von Linde folgt dem Ruf nach Mannheim. Der Konzern steckt in der Krise und muss Vertrauen am Markt zurückgewinnen.

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Für Bilfinger ist Thomas Blades der vierte Chef seit 2014:

Quelle: Tobias Hase

Mannheim. Linde-Manager Thomas Blades soll den krisengeschüttelten Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger wieder in ruhiges Fahrwasser führen. Der 59-Jährige wird die Stelle als Vorstandschef spätestens im dritten Quartal 2016 antreten, wie der Mannheimer Konzern mitteilte.

Blades war bereits nach dem überraschenden Abgang von Per Utnegaard (56) im Gespräch gewesen. Bei dem Münchner Gasehersteller Linde ist der in Hamburg geborene Brite bisher für das Amerika-Geschäft zuständig. Utnegaard ist seit Ende April nicht mehr im Amt. Das Unternehmen steckt derzeit in einer schweren Krise.

"Thomas Blades ist ein profilierter Industrieexperte, der breite Erfahrung in wichtigen Kundenbranchen von Bilfinger mitbringt", sagte Aufsichtsratschef Eckhard Cordes. "Er hat in seiner Karriere mehrfach bewiesen, dass er komplexe Führungsaufgaben bestens meistern und Firmen erfolgreich neu ausrichten kann."

Für Bilfinger ist Blades der vierte Chef seit 2014: Nach mehreren Gewinnwarnungen nahm zunächst Hessens ehemaliger Ministerpräsident Roland Koch seinen Hut. Auf ihn folgte Interimschef Herbert Bodner. Der Norweger Utnegaard blieb noch nicht einmal ein Jahr. Blades' zentrale Aufgabe wird es deshalb zunächst einmal sein, Ruhe hineinzubringen in den Mannheimer Konzern und Vertrauen am Markt zurückzugewinnen. Nach Stellenstreichungen hat Bilfinger noch rund 56 000 Mitarbeiter.

Die Zurückhaltung der Energiekonzerne nach der Energiewende in Deutschland, gekappte Investitionen in der Öl- und Gasindustrie im Zuge des Ölpreisverfalls sowie hausgemachte Probleme hatten den Konzern in die Bredouille gebracht. Im vergangenen Jahr musste Bilfinger auch wegen hoher Abschreibungen einen Rekordverlust von fast einer halben Milliarde Euro verzeichnen und strich die Dividende. Der Aktienkurs hat sich seit Anfang 2014 mehr als halbiert. Die Nachfolger-Nachricht sorgte am Dienstag nicht für eine Stabilisierung: Der Aktienkurs sank zunächst um mehr als zwei Prozent.

Zuletzt stand neben dem Kraftwerksgeschäft auch noch der Verkauf des wichtigen Bau- und Gebäudedienstleistungsgeschäfts zur Disposition - und damit ein Herzstück Bilfingers. Dieser Schritt hätte weitreichende Folgen für die künftige Aufstellung und Strategie des Konzerns. Im Unternehmen führte dies für Unruhe und weckte die Sorge vor einer Zerschlagung des Konzerns, der auf eine gut 125-jährige Geschichte zurückblickt.

dpa

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