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Nachrichten Wirtschaft Lufthansa stoppt Engagement für Kraniche
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14:03 20.09.2017
Seit 26 Jahren setzt sich die Lufthansa für ihr Wappentier ein. Zum Jahresende ist damit Schluss. Quelle: dpa
Frankfurt

Die Lufthansa will den Kranichschutz in Deutschland künftig nicht mehr unterstützen. Nach 26 Jahren beendet die Fluggesellschaft das Engagement für ihr Wappentier zum Jahresende. Eine Sprecherin des Konzerns begründete die Entscheidung mit einer strategischen Neuausrichtung des gesellschaftlichen Engagements auf soziale und humanitäre Themenfelder. Die Lufthansa engagiert sich gezielt in rund 30 weltweiten Projekten, „die vor allem benachteiligten Kindern und Jugendlichen Zugang zu Schulen und Ausbildungseinrichtungen ermöglichen“, heißt es auf der Homepage des Unternehmens.

Für die Kranichschutz Deutschland gGmbH – die in Groß Mohrdorf das Kranichinformationszentrum betreibt – bedeutet der Rückzug der Lufthansa nach eigenen Angaben einen Verlust von einem Drittel des Budgets. Die Situation sei „kritisch“, sagte der Geschäftsführer Günter Nowald. Drastischer formuliert es ein Aufsteller im Kranichinformationszentrum. „Die Entscheidung ist für unsere Organisation existenzbedrohend“, heißt es dort. Um die Haushaltslücke zu schließen, würden zeitnah 3000 neue Fördermitglieder benötigt, die mit mindestens 50 Euro pro Jahr die Arbeit unterstützen. Das entspricht einer Summe von jährlich 150 000 Euro.

„Wir bedauern den Rückzug, sind aber dankbar für die jahrelange Unterstützung“, sagte Nowald. Lufthansa sei maßgeblich an der Stärkung des Kranichschutzes in Deutschland beteiligt gewesen. Die Kranichschutz Deutschland gGmbH als Tochtergesellschaft des Naturschutzbundes (Nabu) betreibt nicht nur das Kranich-Informationszentrum sondern erforscht zusammen mit Wissenschaftlern aus anderen Ländern das Brut- und Rastverhalten der bis zu 1,20 Meter großen Zugvögel.

Der Norden Vorpommerns um das Kranichinformationszentrum gilt als einer der bedeutendsten Kranichrastplätze in Zentraleuropa. Etwa 120 000 Kraniche legen allherbstlich auf dem Darß, der Insel Rügen und dem nördlichen Festland Vorpommerns einen Zwischenstopp während ihres Flugs von Nordeuropa zu den Überwinterungsgebieten in Spanien und Frankreich ein. Zeitgleich rasten im Herbst bis zu 70 000 „Vögel des Glücks“ in der Region. Derzeit befinden sich mehr als 10 000 Tiere zur Rast in Vorpommern. Der Höhepunkt wird Anfang Oktober erwartet.

Die Lufthansa beschreibt ihre Neuausrichtung im Sponsoring so: „Ziel der Fokussierung des Engagement-Portfolios ist die Erhöhung des Wirkungsgrades, dies insbesondere mit Blick auf die globalen UN-Entwicklungsziele.“ Im Zentrum steht dabei die Help Alliance, eine Hilfsorganisation der Lufthansa Group.

Von dpa/ang/RND