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Wirtschaft Edel-Hotel am Schwielowsee ist pleite
Nachrichten Wirtschaft Edel-Hotel am Schwielowsee ist pleite
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08:55 30.07.2015
Das Luxus-Resort am Schwielowsee. Quelle: dpa-Zentralbild
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Petzow

Das Resort Schwielowsee in Petzow ist zahlungsunfähig. Die Betreibergesellschaft „Theodor Fontane Besitz- und Betriebsgesellschaft“ hat beim Landgericht Potsdam Insolvenz beantragt. Laut Amtsgericht wurde der Antrag am Mittwoch um 13 Uhr eingereicht. Der Ferien- und Hotelkomplex hat in dem Verfahren einen Antrag auf Eigenverwaltung gestellt. Das heißt: Das Management bleibt im Amt und kann – mit Auflagen – weiter Entscheidungen treffen, die zum weiter laufenden Geschäftsbetrieb gehören. Zum vorläufigen Sachwalter wurde der bekannte Potsdamer Insolvenzanwalt Christian Graf Brockdorff bestellt. Er ist unter anderem der Insolvenzverwalter der Berliner Modemesse „Bread & Butter“. Am Mittwoch stellte das Hotel nicht nur einen Antrag auf Insolvenz, sondern veröffentlichte auf seiner Website auch sechs neue Stellenangebote. Ein Zeichen dafür, dass der normale Hotelbetrieb weitergehen wird bzw. soll.

Rechtsstreit um Fördergeld in Höhe von 9,2 Millionen Euro

Die Investitionsbank des Landes (ILB) liegt derzeit im Rechtsstreit mit der Gesellschaft um die Rückzahlung der vor rund zehn Jahren gewährten 9,2 Millionen Euro Fördermittel – plus Zinsen. Dagegen hat das Resort-Management Rechtsmittel eingelegt. Auf Anfrage teilte die Bank mit, wegen des Insolvenzantrags ruhe nun der Streit mit der ILB, so deren Sprecher Matthias Haensch. Er sagte weiter: „Die ILB verfolgt ungeachtet der nunmehr erfolgten Insolvenzanmeldung weiterhin das Ziel, den Wirtschaftsbetrieb des Resorts und den Fortbestand der dortigen Arbeitsplätze nicht zu gefährden.“ Die Förderbank sei grundsätzlich bereit, „in einem vorläufigen Gläubigerausschuss mitzuarbeiten.“

Auslastung bei nur 50 Prozent

Die letzten veröffentlichten Geschäftszahlen – es sind die von 2013 – lassen die finanziellen Nöte der Freizeitanlage erahnen. Laut Bundesanzeiger fielen die Zahlen schlechter als im Vorjahr aus. Die Auslastung der Betten lag bei etwa 50 Prozent. In der 2013er-Bilanz geht die Gesellschaft davon aus, dass sie auch künftig nicht die Zinsen für ihre Darlehen verdienen kann.

Der Hotelkomplex war in die Schlagzeilen geraten, als Resort-Chef Axel Hilpert im Jahr 2011 auf offener Straße verhaftet wurde – ihm warf die Staatsanwaltschaft Subventionsbetrug vor. Die erlangten Fördermittel habe der Hotelier auf Basis falscher Angaben erhalten. Hilpert kam nach einigen Monaten in Untersuchungshaft frei und wurde 2012 vom Landgericht Potsdam zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und acht Monaten verurteilt. Dagegen legte er allerdings Revision ein – bis heute liegt der Fall beim Bundesgerichtshof. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Ein Verkauf des Luxus-Resort ist möglich

Potsdam-Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig (SPD) sagte, er hoffe, „dass der für gute wirtschaftliche Lösungen bekannte Insolvenzverwalter das Verfahren zügig und im Interesse der Arbeitnehmer und dieses Hauses in wunderschöner Lage zu einem guten Ende führt.“ Nur so sei ein wirtschaftlicher Neuanfang möglich.

Immer wieder war in der Vergangenheit spekuliert worden, dass ein Verkauf der weißen Feriensiedlung am Wasser bevor stehe. Das Insolvenzverfahren könnte die Sache nun vereinfachen, denn sowohl ILB als auch die Hausbank des Resorts, die Deutsche Kreditbank (DKB), könnten nun in einem geordneten Prozedere einem Schuldenschnitt zustimmen. Die DKB hatte bereits 2009 der Resort-Gesellschaft mehr als 18 Millionen Euro an Hypotheken-Schulden gestundet. Auch das Finanzamt Potsdam und die Stadt Werder haben damals auf ausstehende Steuern vorerst verzichtet – es ging um rund 900.000 Euro.

Von Ulrich Wangemann

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