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MBS rechnet mit mehrjähriger Niedrigzinsphase

Mittelbrandenburgische Sparkasse MBS rechnet mit mehrjähriger Niedrigzinsphase

Mittelbrandenburgische Sparkasse verzeichnet trotz schwierigen Umfelds einen Zuwachs im Einlagengeschäft: Die Kunden legten knapp 500 Millionen Euro auf die hohe Kante. Stärker will sich die MBS künftig dem Thema Digitalisierung widmen. Dazu plant sie Beratung per Video. Bisher haben 3000 Flüchtlinge ein Konto bei der Sparkasse eröffnet.

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Andreas Schulz, Vorsitzender des MBS-Vorstands.

Quelle: Foto: Bungert

Potsdam. Die Brandenburger lassen sich von den historisch niedrigen Zinsen offenbar nicht so leicht verunsichern. Die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) verkündete trotz dieses schwierigen Umfelds einen Zuwachs im Einlagengeschäft von 489 Millionen Euro. Damit liegen derzeit rund 9,5 Milliarden Euro auf den Kundenkonten – ein Plus von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Vorsitzende des Vorstands der MBS, Andreas Schulz (51) sprach am Donnerstag von einem „guten Geschäftsergebnis“ und empfahl in diesem Zusammenhang den Kunden, auch Wertpapieranlagen stärker in Betracht zu ziehen. Eine Ende des niedrigen Zinsniveaus scheint nicht in Sicht. Schulz sagte, die Sparkasse stelle sich auf eine „mehrjährige Niedrigzinsphase“ ein. „Alles andere wäre Schönrechnerei.“

Die Mittelbrandenburgische Sparkasse ist die größte Sparkasse in Brandenburg. Sie hat knapp 1700 Mitarbeiter und 700 000 Kunden. Ihr Geschäftsgebiet umfasst rund 40 Prozent der Landesfläche. Die Bilanzsumme der MBS ist gegenüber dem Jahr 2014 weiter angestiegen auf nunmehr 11,5 Milliarden Euro. Schulz sagte, dies sei eine Konsequenz aus dem erfolgreiche Kundengeschäft.

Die Brandenburger setzen auch auf weiterhin auf Immobilienkredite. Es seien im vergangenen Jahr 565 Millionen Euro ausgezahlt worden – zehn Prozent mehr als im Jahr davor. „Wir haben damit 2800 Familien zu einem neuen oder verschönerten Eigenheim verholfen“, so Schulz. Im Berliner „Speckgürtel“ würden allerdings die Käufe überwiegen – bei deutlich angezogenen Preisen, wie er anmerkte. Einen Rekordwert hätten die Kreditzusagen mit knapp 1,1 Milliarden Euro erreicht, das seien 7,6 Prozent mehr als 2014.

Die brandenburgischen Unternehmen sind nach Ansicht des MBS-Chefs in „guter Verfassung“. Das spiegele auch die aktuelle gute Konjunkturlage wider. Die Kredite an Unternehmen und Selbstständige sei um knapp sieben Prozent gestiegen. Es sank allerdings der Anteil an kurz- und mittelfristigen Krediten, dafür stiegen wie in den Vorjahren die langfristigen Finanzierungen.

Stärker will sich die MBS künftig dem Thema Digitalisierung widmen. Geplant ist, die Beratung per Video von Kunden auszubauen. Derzeit läuft in Brandenburg/Havel ein Pilotprojekt. Künftig sollen auch in kleinen Geschäftsstellen Kunden mit Experten über ihre Anlagemöglichkeiten beraten werden. Schulz betonte, dass dabei die Sicherheitsstandards wichtig seien. Über das gängige „Skypen“ jedenfalls soll die Videoberatung nicht laufen.

Die Mittelbrandenburgische Sparkasse verfügt derzeit über 150 Geschäftsstellen. Diese sollen nach den Worten des Vorstandschefs trotz des Kostendrucks erhalten bleiben. Schließungen seien nicht geplant. Beratung vor Ort in hoher Qualität nannte Schulz als Stärke der MBS.

Die MBS hat inzwischen rund 3000 Asylsuchende als Kunden, die ein Konto eröffnet haben. Dafür nötig sind allerdings Legitimationsprüfungen. Banken sind derzeit zurückhaltend und haben wegen der Rechtsrisiken große Vorbehalte. Bei der MBS geht man davon aus, dass die Kontoeröffnungen von Flüchtlingen noch zunehmen wird.

Von Igor Göldner

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