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Max Bahr ist insolvent: Investorensuche für Praktiker

Handel Max Bahr ist insolvent: Investorensuche für Praktiker

Zwei Wochen nach der Baumarktkette Praktiker ist auch deren Tochtergesellschaft Max Bahr überschuldet und zahlungsunfähig. Das Unternehmen stellte am Freitag in Hamburg Insolvenzanträge für mehrere Firmen, teilte das Insolvenzgericht mit.

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Die Baumarkt-Kette Max Bahr mit 132 Standorten ist nach der Insolvenz des Mutterkonzerns Praktiker ebenfalls zahlungsunfähig.

Quelle: Federico Gambarini

Hamburg. Als vorläufige Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den Hamburger Anwalt Jens-Sören Schröder für die 78 Bestandsmärkte von Max Bahr, die schon immer diesen Namen trugen und 2007 von Praktiker gekauft wurden.

Für weitere 54 Märkte, die in den vergangenen Monaten von Praktiker auf Max Bahr umgeflaggt wurden, ist Christopher Seagon der vorläufige Insolvenzverwalter. Er übt diese Funktion auch bereits bei Praktiker aus. Damit sind insgesamt drei vorläufige Insolvenzverwalter in dem Fall tätig, die jedoch eng zusammenarbeiten.

Nach dem Rückzug eines Warenkreditversicherers sei die Versorgung der Max-Bahr-Märkte nicht mehr gesichert und es gebe keine positive Prognose für die Fortführung des Unternehmens, teilte Praktiker am Donnerstagabend in Hamburg mit. Die 132 Märkte bleiben jedoch geöffnet und sollen ihren Geschäftsbetrieb stabilisieren. Die Suche nach Investoren gehe weiter, sagte ein Sprecher einer der beiden vorläufigen Insolvenzverwalter der Praktiker-Gruppe.

Max Bahr ist höherwertig positioniert als Praktiker und sollte in Deutschland zur Hauptvertriebslinie der Gruppe ausgebaut werden. In den 132 Märkten arbeiten rund 6800 von insgesamt 12 000 Konzernmitarbeitern in Deutschland. Das Unternehmen nannte dazu am Freitag aktualisierte Zahlen. Hinzu kommen 7000 Beschäftigte im Ausland, die von den Insolvenzen nicht betroffen sind.

Die Gewerkschaft Verdi hatte zuvor am Freitag vor einer drohenden Zerschlagung des gesamten Konzerns gewarnt. "Auch Warenkreditversicherer, Banken, Lieferanten und Vermieter müssen Verantwortung für die Arbeitsplätze und Existenzen der rund 15 000 Beschäftigten bei Max Bahr und Praktiker übernehmen", forderte Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Freitag in Hamburg. Es sei skandalös, dass ein einzelner Warenkreditversicherer aus kurzfristigem Profitinteresse die Fortführung des Unternehmens gefährde.

Das Versicherungsunternehmen Coface erklärte, es könne zu konkreten Fällen nicht Stellung nehmen. "Generell prüfen wir kontinuierlich die Bonität und Zahlungsfähigkeit von Unternehmen, ehe wir unseren Kunden Versicherungsschutz für ihre Lieferungen einräumen", sagte Unternehmenssprecher Erich Hieronimus. Für die Belieferung eines liquiden Unternehmens sei oft keine Versicherung notwendig. Die Lieferanten könnten auch ein insolventes Unternehmen weiter beliefern, zum Beispiel gegen Vorkasse oder bar bei Lieferung. Coface mit Hauptsitz in Paris ist einer der drei großen Warenkreditversicherer in Deutschland.

"Durch die Max-Bahr-Insolvenz ändert sich an der bisherigen Strategie nichts", sagte ein Sprecher von Christopher Seagon, einem der beiden vorläufigen Insolvenzverwalter von Praktiker. Die Märkte seien geöffnet, die Gespräche mit den Gläubigern liefen gut. Die vorläufigen Insolvenzverwalter wollen Investoren für das Unternehmen finden und haben bereits Interesse dafür registriert. Das sind aber noch keine konkreten Angebote. In einem längeren Prozess soll zunächst eine Investmentbank mit dem Verkauf beauftragt werden, die den Interessenten dann die Bücher öffnet. Erst danach werden konkrete Angebote eingehen, entweder für den gesamten Konzern oder für einzelne Standorte. Bis dahin dürften noch einige Wochen vergehen.

"Die Gefahr einer Zerschlagung ist eher größer geworden", sagte der Frankfurter Anwalt Ingo Scholz. Er vertritt die Inhaber einer Unternehmensanleihe über 250 Millionen Euro und damit die größte Gläubigergruppe. Der Gläubigerausschuss hatte sich am Vortag getroffen und über die Lage bei Praktiker beraten. Zu den Zeichnern der Anleihe aus dem Februar 2011 gehören auch viele Kleinanleger, die vermutlich einen Großteil ihres Geldes verlieren werden.

dpa

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