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14:56 03.07.2015
Weintrauben auf dem Köppelberg des Landesweingutes Kloster Pforta in Sachsen-Anhalt. Quelle: Jan Woitas
Berlin

In Deutschland werden pro Jahr im Schnitt neun Millionen Hektoliter geerntet. Die Ausweitung um 0,3 Prozent wären bis zu 3 Millionen Liter Wein zusätzlich. Der Bundesrat muss noch zustimmen.

Der Deutsche Weinbauverband wertete die Entscheidung positiv: "Wir begrüßen diesen Beschluss, da er unserer Empfehlung entspricht, vorsichtig in das neue System zu starten", sagte Generalsekretär Rudolf Nickenig in Bonn der Deutschen Presse-Agentur. "Denn es gibt noch 3000 Hektar alte Pflanzrechte." Sie könnten über die nächsten Jahre zusätzlich in den Markt gebracht werden. Eine jährliche Steigerung von bis zu drei Millionen Liter scheint nach Ansicht des Weinbauverbands in den ersten Jahren verkraftbar zu sein. "Aber man wird die Marktentwicklung beobachten müssen."

Auch die Weinbauministerin des größten Weinbaulands Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken (Grüne), zeigte sich zufrieden: Damit Weinpreise und Qualität stabil blieben, sollte die Ausweitung möglichst gering sein. Der Chef des Fachausschusses Obst und Gemüse im Deutschen Bauernverband, Hans-Dieter Stallknecht, sprach von einem moderaten Einstieg.

Das Parlament setzt mit der Entscheidung vom Donnerstagabend eine EU-Regelung um. Die Maximalvorgabe war ein Prozent mehr Fläche, die Staaten können aber darunter bleiben, etwa wenn Überangebot oder Qualitätsminderung drohen. Brüssel will mit der Regelung auf den Verlust von Marktanteilen und die weltweit steigende Nachfrage reagieren.

Die Bundesregierung hatte eine Ausweitung um 0,5 Prozent beschlossen. Die Weinbauverbände waren für 0,3 Prozent mehr, Rheinland-Pfalz wollte nur 0,1 Prozent mehr. Sachsen fordert dagegen ein Plus um ein Prozent, damit die dortigen Winzerbetriebe wachsen können. Die Reform war lange umstritten, weil Kritiker fallende Preise befürchten. Im Bundestag wurde deshalb gestritten. Die Unionsfraktion wertete den Kompromiss nun positiv. Damit werde auch eine ausgewogene Verteilung der Neuanpflanzungen in Deutschland sichergestellt.

dpa

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