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Wirtschaft Belegschaft sauer: Magerer Bonus trotz Rekord-Produktion
Nachrichten Wirtschaft Belegschaft sauer: Magerer Bonus trotz Rekord-Produktion
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00:21 15.02.2019
Der neue Sprinter läuft in Ludwigsfelde seit März 2018 vom Band. Quelle: Julian Stähle
Potsdam

 Im Mercedes-Benz-Werk in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) ist die Stimmung in der Belegschaft auf dem Nullpunkt. „Das gesamte Werk fühlt sich gerade richtig verarscht“, sagte ein Mitarbeiter, der anonym bleiben wollte, der MAZ. Der Unmut entzündet sich an der Ergebnisbeteiligung für das vergangene Jahr: Für jede Vollzeitkraft soll es einen Bonus in Höhe von 180 Euro geben. „In dieser Summe ist das echt eine Verhöhnung“, erklärte ein anderer Mitarbeiter.

Damit vergrößert sich der Abstand der Extrazahlungen zwischen den Beschäftigten der Daimler AG, die für 2018 bis zu 5000 Euro Bonus bekommen und der aus dem Konzern ausgegliederten Tochtergesellschaft Mercedes-Benz GmbH Ludwigsfelde. Für das Jahr 2017 lag die Ergebnisbeteiligung für Daimler bei 5700 Euro pro Mitarbeiter, und damit etwa doppelt so hoch wie im Werk in Brandenburg, wo 2300 Euro als Bonus gezahlt wurden.

Dank für Rekordjahr

Ein Vertreter der IG Metall sagte auf Anfrage: „Die magere Ergebnisbeteiligung wird von den Kollegen als Affront empfunden.“ Dies gelte umso mehr, weil die 180 Euro von den Geschäftsführern Sebastian Streuff und Tim Kruckenberg im Rahmen einer ausführlichen Danksagung an die Belegschaft etwa 2000 Mitarbeiter mitgeteilt worden seien.

In dem Schreiben, das der MAZ vorliegt, heißt es: „Damit (gemeint ist der Bonus, Anmerkung der Red.) wollen wir Ihnen selbst in einem schwierigen Geschäftsjahr für Ihre hervorragenden Leistungen danken und unsere Anerkennung entgegenbringen. Die Belegschaft hat 2018 alle Herausforderungen gemeistert und das Jahr mit einer Rekordstückzahl abgeschlossen.“ Insgesamt rollten in Ludwigsfelde 2018 nach Angaben des Unternehmens knapp 54.000 Sprinter vom Band (weltweit: 206.000 Exemplare).

Seit März 2018 läuft in Ludwigsfelde die neue Generation des Sprinter vom Band, das Flaggschiff der Transporter-Sparte („Mercedes-Benz Vans“). Bereits die erste Sprinter-Generation war von 2006 an in dem Brandenburger Werk gefertigt worden.

Van-Sparte läuft nicht gut

Der neue Sprinter wird außer in Ludwigsfelde auch in Düsseldorf und in Charleston (South Carolina, USA) hergestellt. Die Kollegen in Ludwigsfelde seien nicht für das schlechte Betriebsergebnis in der gesamten Van-Sparte verantwortlich, erklärte der IG-Metall-Gebietsleiter Tobias Kunzmann. Sie seien aber offenbar die Einzigen, die dafür finanziell büßen müssten.

Vertreter des Betriebsrats waren nicht zu einer Stellungnahme bereit. Die Kommunikationsabteilung von Daimler in Stuttgart erklärte, die Berechnungsformel sei „mit dem Betriebsrat verhandelt“ und berücksichtige „unter anderem die Geschäftsentwicklung von Mercedes-Benz Vans des abgelaufenen Jahres“. Die entsprechende Vereinbarung mit dem Betriebsrat gilt seit dem Jahr 2015. Daimler betont: „Die Ergebnisbeteiligung ist eine freiwillige Zusatzleistung des Unternehmens.“

Von Thorsten Keller

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