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Mercedes will Produktion bis 2025 „voll digitalisieren“

Mercedes Benz Mercedes will Produktion bis 2025 „voll digitalisieren“

Die Digitalisierung beschert der Automobilbranche große Umwälzungen – aber auch große Chancen. Mercedes-Benz Vans geht jetzt einen großen Schritt weiter Richtung Vernetzung und intelligente Produktion. Das Werk in Ludwigsfelde setzt auf fahrerlose Transportsysteme bei der Montage und einen kleinen Computerchip.

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Die neuen „Tags“: Comuterchips, die Informationen speichern.

Quelle: Daimler

Ludwigsfelde. Die Vielfalt unterschiedlicher Seitenspiegel und Sitzen beim „Sprinter“ von Mercedes ist groß. Um da nicht durcheinander zu kommen, werden im Werk in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) die nötigen Strichcodes per Hand gescannt. Dieser Job soll künftig wegfallen und von einem briefmarkengroßen Chip übernommen werden – dem RFID-Chip. Die Abkürzung steht für Radio Frequency Identification, also Funkfrequenz-Identifizierung. Der Vorteil: Spiegel und Sitze können kontaktlos per Funk lokalisiert werden. „Wir wissen dann jederzeit, wo sich ein Bauteil befindet“, sagt Geschäftsführer Sebastian Streuff. In den kommenden Jahren sollen bis zu 40 Teile per RFID mit dem Produktionssystem digital vernetzt werden.

Die neue Technologie, bei der Mercedes eng mit dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) kooperiert, ist derzeit in einer Pilotphase. Sie ist zugleich Kernstück der neuen Digitalisierungsoffensive bei Mercedes Benz, die am Freitag in Ludwigsfelde präsentiert wurde. Das Ganze firmiert unter dem Stichwort „Intelligente Produktion“, was woanders „Industrie 4.0“ heißt und ein wenig gefälliger klingen soll.

Das Ziel des Transporter-Herstellers aus Stuttgart formuliert der Chef Produktion von Mercedes Benz Vans, Frank Klein, so: „Bis zum Jahr 2025 wollen wir unsere Produktion weltweit voll digitalisiert haben.“ Die Vision sei die vollständig vernetzte „Fabrik der Zukunft“, sagt Klein. Für die intelligente und vernetzte Verarbeitung der Daten hat das Unternehmen mit Partnern eigens eine IT-Architektur entwickelt, die sich modular erweitern lassen soll, um künftig weltweit allen Werken des Konzerns den Austausch von Daten zu ermöglichen. Das Unternehmen lässt sich diese Ansprüche etwas kosten: Bis 2025 stehen dafür über 200 Millionen Euro zur Verfügung. Derzeit würden sich 100 IT-Experten des Unternehmens weltweit in 20 Projekten um das Thema Digitalisierung in den Werken kümmern. Den Vorteil sieht Klein vor allem darin, dass hoch qualifizierte Mitarbeiter von Routineaufgaben entlasten würden und Zeit für anspruchsvollere Tätigkeiten hätten.

Produktionschef Klein geht nicht davon aus, dass diese Entwicklung zwangsläufig mit einer Reduzierung der Belegschaft einher gehen muss, wie er betonte. Wichtig sei eine hochwertige Ausbildung und regelmäßige Schulungen, darin würde viel investiert, betonte er. Im Werk in Ludwigsfelde sind derzeit 2000 Mitarbeiter beschäftigt. Geschäftsführer Streuff sagte: „Wir gehen von einer stabilen Beschäftigtenzahl in den nächsten Jahren aus.“

RFID-Chips sind in Ludwigsfelde ganz so neu nicht. Bereits seit 2012 kommen sie bei fahrerlosen Transportsystemen in der Montage zum Einsatz, die über Transponder im Boden gesteuert werden, die wiederum Fahr-Befehle enthalten. Diese Fahrzeuge kommunizieren per Bluetooth miteinander, um sich gemeinsam zu koordinieren. Noch gibt es einige der herkömmlichen Gabelstapler, die durch die Halle fahren, deren Tage aber gezählt sind, wie der Leiter des Projekts in Ludwigsfelde, Michael Trunschke, sagte, der seit drei Jahren im Unternehmen ist. Der 33-Jährige war schon als Werkstudent und Praktikant bei Mercedes, wie er sagte.

Indes laufen die Vorbereitungen auf die neue Sprinter-Produktion in Ludwigsfelde auf Hochtouren. „Der Nachfolger des Sprinter wird noch komplexer sein“, sagt Trunschke. Die Markteinführung ist im ersten Halbjahr 2018 geplant. Die vernetzte Fertigungstechnologie soll dann in Serie gehen, hieß es. Mit dem Start der Produktion werden rund zehn weitere fahrerlose Transportsysteme eingesetzt und zusätzliche Routen erschlossen. Bis Ende des Jahres sollen sich erste Fahrzeuge auch mit optischen Sensoren frei und damit flexibel in den Hallen orientieren können.

Auch andere Standorte von Mercedes-Benz Vans sollen damit ausgerüstet werden. Kürzlich wurde in Atlanta in den USA auf einer Messe eine Designskizze der neuen Transporter-Generation präsentiert. Mit horizontalen und klar gezeichneten Scheinwerfern soll dem neuen Modell ein Hauch mehr Sportlichkeit verliehen werden, hieß es.

Von Igor Göldner

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