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Wirtschaft Milch von märkischen Bauern vorerst gerettet
Nachrichten Wirtschaft Milch von märkischen Bauern vorerst gerettet
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00:36 18.03.2018
Milch wird teilweise zu Spottpreisen verramscht. Quelle: dpa
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Potsdam

Von der Insolvenz des Milchhändlers Berliner Milcheinfuhr-Gesellschaft (BMG) sind nach Einschätzung des Landesbauernverbands 50 bis 80 Landwirte allein in Brandenburg betroffen. Für die Landwirte ist überraschend der wichtigste Abnehmer für ihre Milch weggebrochen. Viele Bauern standen deswegen vor der Frage, ob sie ihre Milch womöglich wegschütten müssen. Dieses Horrorszenario ist vorerst abgewendet, teilte der Landesbauernverband am Donnerstag auf MAZ-Anfrage mit.

„Die Bauern bleiben nicht auf der Milch sitzen, es konnten kurzfristig andere Abnehmer gefunden werden“, sagte Verbandssprecher Tino Erstling. Allerdings stehen die Bauern nun vor der Frage, wie sie mit neuen Abnehmern langfristige und stabile Lieferverträge abschließen können.

„Das ist eine große Sauerei“

Der Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf einen schwierigen Markt, in dem so mancher Landwirt Schiffbruch erlitten hat. Rund 950 Millionen Kilogramm Rohmilch hat das Unternehmen BMG pro Jahr abgenommen – etwa drei Prozent der deutschen Milchmenge. Der Bauernverband kritisiert, dass der Händler die Landwirte bis zuletzt im Dunkeln gelassen habe. „Sie wurden vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagte Verbandspräsident Henrik Wendorff. „Das ist eine große Sauerei.“

Der Bauernbund, der kleinere Familienbetriebe vertritt, wertet die Insolvenz der BMG als Ausdruck von Marktversagen. „Sicher stecken auch betriebswirtschaftliche Fehler dahinter, aber letztlich ist die BMG gescheitert am unseligen Zusammenwirken von staatlicher Marktintervention und monopolartigen Strukturen in der Molkereiwirtschaft“, sagte Vorstand Hans-Jürgen Paulsen, der selbst Milchbauer in der Uckermark ist. So habe der Staat Milchpulver zu Dumpingpreisen auf den Markt geworfen.

Preise wurden gedrückt

Der Milchindustrie-Verband bestätigt diesen Vorwurf, sieht darin aber nicht die Ursache für die BMG-Pleite. Die EU habe im vergangenen Jahr Milchpulver zu günstig auf den Markt gebracht – nämlich unter dem Einstandspreis. Das habe den Milchpreis zusätzlich gedrückt, teilte Verbandschef Eckhard Heuser der MAZ mit. Die Pleite der BMG habe jedoch in erster Linie betriebswirtschaftliche Gründe.

Von Torsten Gellner

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