Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -3 ° Regen

Navigation:
Milchbauern erwarten katastrophales Jahr: Viele geben auf

Agrar Milchbauern erwarten katastrophales Jahr: Viele geben auf

Die stark sinkenden Milchpreise bringen viele Bauern in Not. Der Bauernverband befürchtet, dass Tausende Betriebe aufgeben müssen. Am Dienstag wollen Milchbauern aus ganz Deutschland sich bei einer Protestaktion in München Gehör verschaffen.

Voriger Artikel
"Caravan-Salon" erwartet über 170 000 Besucher
Nächster Artikel
Volkswirte: Dynamik auf dem Arbeitsmarkt schwächt sich ab

Milchkühe stehen in einem Stall in Hohenwestedt (Schleswig-Holstein).

Quelle: Markus Scholz/Illustration

München. Während sich viele Verbraucher in Deutschland über niedrige Milchpreise freuen, bangen Bauern um ihre Existenz:  Tausende Milchbauern müssen ihren Betrieb nach Einschätzung des bayerischen Bauernverbandes in diesem Jahr aufgeben.

Der stark gesunkene Milchpreis beschleunige den langjährigen Trend nochmals deutlich, sagte der Milchpräsident des bayerischen Bauernverbandes, Günther Felßner, der Deutschen Presse-Agentur in München. "Auf den Milchbauernhöfen brennt es im Moment lichterloh." Als wichtiges Erzeugerland für Milch sei Bayern mit seinen rund 33 000 Milchbetrieben davon besonders betroffen.

Seit dem vergangenen Jahr ist der Auszahlungspreis, den die Landwirte von den Molkereien erhalten, um rund zehn Cent gesunken und liege derzeit teilweise bei weniger als 30 Cent pro Kilo Rohmilch. Viele Betriebe könnten damit nicht einmal ihre Futterkosten decken, sagte Felßner. "Sie zahlen jeden Tag drauf, wenn sie ihre Kühe melken. Das wird ein katastrophales Jahr für die Betriebe."

Felßner selbst hält auf seinem Hof im fränkischen Lauf an der Pegnitz 120 Milchkühe und rechnet 2015 wegen des Preisverfalls mit rund 80 000 Euro weniger Einnahmen als im Vorjahr, das allerdings dank eines hohen Milchpreises sehr gut ausfiel. "Man lebt von der Substanz", sagte er. Auf Dauer sei das derzeitige Preisniveau aber nicht durchzuhalten.

Die Politik müsse den rund 80 000 Milchviehhaltern in Deutschland stärker unter die Arme greifen, um die drastischen Marktschwankungen abzufedern. Unter anderem fordert der Bauernverband seit langem Änderungen bei der Besteuerung der Betriebe, um aus Überschüssen in guten Jahren besser Rücklagen für schlechte Zeiten bilden zu können. Ein einheitlicher Mindestpreis von 40 Cent für das Kilo Rohmilch greift aus Sicht von Felßner hingegen zu kurz, da kleine Betriebe eine ganz andere Kostenstruktur hätten als Großbetriebe. "Damit würden Agrarstrukturen entstehen, die niemand haben will."

An diesem Dienstag (1. September) wollen zahlreiche Bauern aus ganz Deutschland sich zu einer Kundgebung in München versammeln, um sich Gehör zu verschaffen. Zu der Staffelfahrt aus mehreren Städten hatte der Bundesverband deutscher Milchviehhalter aufgerufen.

In den vergangenen Jahren hat eine Milchkrise nach der anderen die deutschen Landwirte getroffen. Derzeit wird mehr Milch produziert als benötigt - das drückt den Preis. Gründe für das Überangebot sind etwa das Einfuhrverbot für europäische Agrarprodukte in Russland und weniger Nachfrage aus China. Die Bauern werfen dem Lebensmittelhandel vor, dieses Überangebot auszunutzen, um die Preise knallhart zu drücken. Die Produktion der Milchmenge ist den Bauern seit dem Wegfall der Milchquote selbst überlassen: Seit April schreibt die EU ihnen nicht mehr vor, wie viel sie produzieren dürfen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 10.687,00 +0,02%
TecDAX 1.701,00 +0,01%
EUR/USD 1,0775 +0,14%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

FMC 74,28 +1,60%
INFINEON 15,98 +1,22%
E.ON 6,19 +0,88%
LUFTHANSA 12,17 -0,77%
LINDE 155,29 -0,64%
FRESENIUS... 67,63 -0,61%

Wertpapiersuche

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 154,79%
Polar Capital Fund AF 102,15%
Stabilitas GOLD+RE AF 93,39%
Morgan Stanley Inv AF 91,64%
First State Invest AF 89,33%

mehr

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?