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Milliardenverluste für Werften in Asien

Schiffbau Milliardenverluste für Werften in Asien

Korea, Japan und China haben den weltweiten Schiffbau nahezu unter sich aufgeteilt. Für alle anderen Schiffbaunationen bleiben nur Nischen. Nun schlägt der Markt zurück.

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Werft in Südkorea: Schiffbaumärkte sind weltweit in eine bedrohliche Krise geraten.

Quelle: Yonhap/Illustration

Hamburg. Die Schiffbaumärkte sind weltweit in eine bedrohliche Krise geraten. Überkapazitäten, schwache Nachfrage und der niedrige Ölpreis verursachen bei den Großwerften in Asien Milliardenverluste, wie der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) in Hamburg berichtet.

"Zwei der größten maritimen Marktsegmente, die Frachtschifffahrt und die Offshore Öl- und Gasindustrie, leiden unter schwachen Preisen und damit unter geringen Investitionen in neue Anlagen", sagte Hauptgeschäftsführer Reinhard Lüken der Deutschen Presse-Agentur. "In großen Schiffbaunationen wie China und Südkorea herrscht Katastrophenstimmung."

Nach einer Analyse des europäischen Schiffbauverbandes SEA Europe (Ships & Marine Equipment Association) haben die drei großen koreanischen Schiffbaukonzerne Hyundai, Daewoo und Samsung in den ersten neun Monaten dieses Jahres mehr als sechs Milliarden Dollar verloren. Die Auftragseingänge für die koreanischen Riesenwerften blieben deutlich unter den Erwartungen. Stattdessen wurden Aufträge storniert, speziell rund 70 Offshore-Anlagen.

Die chinesische Schiffbauindustrie traf es noch härter: Sie verzeichnete in den ersten fünf Monaten des Jahres einen Auftragsrückgang für Neubauten von mehr als drei Vierteln, gemessen am gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Werften ist in China mittlerweile rückläufig; es sind aber immer noch mehr als 1400 Betriebe. Auch die chinesischen Werften arbeiten mit Verlust, werden aber - wie die koreanischen - staatlich gestützt.

Die asiatischen Werften dominieren auch in der Krise weiterhin die Schiffbaumärkte. Im ersten Halbjahr 2015 wurden weltweit 865 Schiffe bestellt, halb so viel wie in den beiden Vorjahren. Gemessen an den gewichteten Bruttotonnen, die auch die Wertschöpfung einbeziehen, kehrte Korea mit einem Marktanteil von 32 Prozent an die Spitze der Schiffbauländer zurück. Der Marktanteil Chinas sank deutlich von über 30 auf 24 Prozent und reicht nur noch für den dritten Platz hinter Japan mit 27 Prozent. Insgesamt kommen die drei Länder damit aber weiterhin auf 93 Prozent Anteil am weltweiten Schiffbau.

Deutschlands Schiffbau ist dagegen mit einem Weltmarktanteil von zwei Prozent ein Zwerg, auch wenn das immerhin Platz sechs auf der Rangliste bedeutet. Und im Gegensatz zu den Asiaten geht es den deutschen Werften gut. "Gegen den globalen Trend erzielten Schiffbau und Meerestechnik in Deutschland 2014 deutliche Zuwächse bei Umsatz und Auftragseingang, und auch die Beschäftigtenzahlen legten zu", betonte der VSM. "Dies lag maßgeblich an wenigen gesunden Nischenmärkten, so wie Kreuzfahrtschiffen und Jachten, aber auch U-Booten und anderen Spezialschiffen für hoheitliche Aufgaben."

So sind allein auf den niedersächsischen Werften in Papenburg, Leer, Emden, Wilhelmshaven, Cuxhaven, Berne und Lemwerder rund 6100 hochqualifizierte Arbeitnehmer beschäftigt. Daneben arbeiten mehr als 12 000 weitere Beschäftigte bei Zulieferbetrieben.

Zuletzt lobte die OECD die deutsche Schiffbaupolitik wegen ihrer bescheidenen Fördermaßnahmen im internationalen Vergleich. Die aktuellen Zahlen scheinen den Erfolg dieser Politik zu bestätigen. "Dabei wird aber der enorme Aderlass der vergangenen Jahrzehnte ausgeblendet - logisch, dass sich die internationalen Wettbewerber darüber freuen", heißt es dazu beim Verband. Deutschland müsse klar machen, dass es seine erfolgreiche maritime Industrie entschlossen unterstütze. Dass die Bundesregierung mit einer Maritimen Agenda 2025 gegensteuern will, sei eine gute Nachricht für die Branche.

dpa

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