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Mindestlohn kostet Tausende Minijobs

Starker Rückgang der Minijobs in Brandenburg seit Januar Mindestlohn kostet Tausende Minijobs

Seit der Einführung des Mindestlohns zum 1. Januar ist die Zahl der Minijobs in Brandenburg deutlich gesunken. Wissenschaftler hatten einen Rückgang der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse vor allem in Ostdeutschland vorausgesagt.

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Ist der Mindestlohn schuld am Rückgang der Minijobs?

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Seit der Einführung des Mindestlohns zum 1. Januar ist die Zahl der Minijobs in Brandenburg deutlich gesunken. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres fielen 6372 der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse weg. Das entspricht einem Rückgang von 5,4 Prozent. Im Vergleich zum März 2014 sank die Zahl um mehr als 8000. Es ist mit einem Minus von 6,9 Prozent der stärkste Rückgang. Noch mehr Minijobs verschwanden nur in Sachsen (minus 8,6 Prozent) und Sachsen-Anhalt (minus 7,6 Prozent).

Bundesweit verringerte sich die Zahl um 237 000. Zuletzt gab es demnach in Deutschland rund 6,6 Millionen geringfügige Beschäftigungsverhältnisse. Das geht aus dem Quartalsbericht der Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See hervor.

Vor allem der Handel (minus fünf Prozent) und das verarbeitete Gewerbe (minus 4,4 Prozent) sind von dem Jobrückgang betroffen. Die Zahl der Minijobber in Privathaushalten ist dagegen im Vergleich zum Jahreswechsel mit 284 000 konstant geblieben, im Jahresvergleich erhöhte sie sich sogar um 6,1 Prozent.

Wirtschaftsforscher hatten vor einem Rückgang der Minijobs durch die Einführung des Mindestlohns vor allem in Ostdeutschland gewarnt. Im Gegenzug dürften jedoch auch sozialversicherungspflichtige Jobs entstehen. Ob die jüngste Entwicklung mit der Einführung der Lohnuntergrenze zusammenhängt, wollte die Minijobzentrale in Bochum am Dienstag nicht kommentieren.

Für Clemens Fuest, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, der in der Mindestlohn-Kommission der Bundesregierung sitzt, ist der Zusammenhang hingegen wahrscheinlich: „Man muss davon ausgehen, dass viele Rentner und Studenten, die ihr Einkommen mit einem Minijob aufgebessert haben, die ersten Opfer des Mindestlohnes sind“, sagte er.

Aus dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hieß es, bisher habe der Mindestlohn nicht zu einem massiven Rückgang von Beschäftigung geführt. Eine Entwarnung wäre aber voreilig, „denn bei den Minijobs zeigen sich bereits erste Verwerfungen“.

Von Torsten Gellner

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