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Nach Brexit-Entscheid: Easyjet kappt Gewinnprognose

Luftverkehr Nach Brexit-Entscheid: Easyjet kappt Gewinnprognose

Billigfluggesellschaften wie Ryanair und Easyjet verdanken einen Gutteil ihres Booms dem freien Luftverkehr in der EU. Der Brexit könnte nun vor allem der britischen Easyjet in die Quere kommen. Schon wegen der Turbulenzen nach dem Referendum rechnet Chefin Carolyn McCall mit weniger Gewinn.

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Die Easyjet-Aktie reagierte mit einem weiteren Kursrutsch auf die Brexit-Nachrichten.

Quelle: Bernd Settnik

Luton. Der Entscheid der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union durchkreuzt auch die Gewinnpläne des Billigfliegers Easyjet. Der Umsatz je Passagiersitz dürfte in Folge der Unsicherheit in diesem Sommer deutlicher zurückgehen als bisher gedacht, teilte die britische Ryanair-Rivalin mit.

Zudem dürften gestiegene Treibstoffpreise und ungünstige Wechselkurse das Ergebnis im Ende September endenden Geschäftsjahr mit etwa 25 Millionen britischen Pfund (31 Mio Euro) zusätzlich belasten. Easyjet-Chefin Carolyn McCall versucht nun, an anderen Stellen im Unternehmen zu sparen.

Die Easyjet-Aktie reagierte mit einem weiteren Kursrutsch auf die Nachrichten. Sie verlor an der Londoner Börse von Freitagmorgen bis Montagmittag rund 30 Prozent an Wert. Vor dem Wochenende hatte bereits die British-Airways-Mutter IAG ihre Gewinnerwartungen für 2016 zusammengestrichen.

Der Luftfahrtverband IATA schätzt, dass der erwartete wirtschaftliche Abschwung nach einem Brexit und der Wertverfall des britischen Pfunds die Zahl der Fluggäste aus dem Vereinigten Königreich bis zum Jahr 2020 um 3 bis 5 Prozent nach unten drückt. Besonders heftig könnte ein EU-Austritt der Briten die seit Jahren boomenden Billigflieger Ryanair und Easyjet treffen - je nachdem, ob Großbritannien in Zukunft weiterhin dem Luftverkehrs-Binnenmarkt der EU angehört.

Während klassische Fluglinien in der Regel aus ihren Heimatländern in andere Staaten und zurück fliegen, sind Maschinen der britischen Easyjet bisher auch auf Strecken wie Berlin-Budapest unterwegs. Die irische Ryanair hat einen beträchtlichen Teil ihrer Flotte in Großbritannien stationiert. Das geht so aber nur im Binnenmarkt.

Schon am Freitag bat die Easyjet-Führung die EU-Kommission, "den Verbleib des Vereinigten Königreichs im Luftverkehrs-Binnenmarkt der EU zu priorisieren". Die Gesellschaft feilt bereits an Möglichkeiten, wie sie weiterhin in all ihren Märkten fliegen könnte.

Easyjet hatte schon von April bis Juni unerwartete Belastungen zu schultern. Wegen des Fluglotsenstreiks in Frankreich, schlechten Wetters und Problemen am Flughafen London-Gatwick seien mehr als 1000 Flüge ausgefallen, hieß es. Der Umsatz je Passagiersitz sei in dem Quartal daher im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,6 Prozent gesunken - das Management hatte nur 7 Prozent Rückgang erwartet.

Im gesamten zweiten Geschäftshalbjahr bis Ende September dürfte der Umsatz je Sitz daher um mindestens einen mittleren einstelligen Prozentsatz schrumpfen, schätzt die Easyjet-Spitze. Eine genauere Prognose soll es bei Vorlage der Quartalszahlen am 21. Juli geben.

dpa

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