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So geht es im Luxus-Hotel nach der Pleite weiter

Resort Schwielowsee in finanziellen Nöten So geht es im Luxus-Hotel nach der Pleite weiter

Am 29. Juli hat das Edel-Hotel Resort Schwielowsee Insolvenz angemeldet. In drei Monaten soll ein Insolvenzplan vorliegen. Der Hotelbetrieb soll erstmal normal weitergehen. Bei der Pleite des Luxus-Hotels handelt es sich um einen Fall, wie es ihn nur selten gibt.

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Das Luxushotel hat am Mittwoch Insolvenz angemeldet.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam.
Nach dem Insolvenzantrag läuft in der Luxus-Feriensiedlung Resort Schwielowsee zunächst der normale Betrieb weiter. „Die Fortzahlung der Gehälter der Mitarbeiter für die kommenden drei Monate ist abgesichert“, sagte der Sprecher der Geschäftsführung, Ralf Beke-Bramkamp, am Donnerstag der MAZ. Bis dahin soll ein Insolvenzplan erstellt werden. „Wir sehen eine Grundlage, den Geschäftsbetrieb über einen Insolvenzplan langfristig weiterzuführen.“

Insolvenzrechtlicher Sonderfall

Zu den Motiven des Insolvenzantrags machte Beke-Bramkamp keine genauen Angaben und verwies auf die allgemeine, am Vortag verbreitete Mitteilung, wonach fällige Verbindlichkeiten nicht mehr bedient werden könnten. Die Anlage in Werder/Havel (Potsdam-Mittelmark) hat mehr als 100 Beschäftigte.

Das Vorgehen der Betreiberfirma „Theodor Fontane Besitz- und Betriebsgesellschaft“ ist ein insolvenzrechtlicher Sonderfall: Da es sich um einen Insolvenzantrag auf Eigenverwaltung handelt, bleibt die Geschäftsführung zunächst im Amt. Thomas Badstübner, der als Vertrauter Axel Hilperts gilt, wurde allerdings Burkhard Jung als Sanierungsgeschäftsführer an die Seite gestellt.

Anwalt schaut der Geschäftsführung auf die Finger

Zum vorläufigen Sachwalter wurde der bekannte Potsdamer Insolvenzanwalt Christian Graf Brockdorff bestellt. Er soll der weiterhin eigenständig handelnden Geschäftsführung auf die Finger schauen.

Ob das Insolvenzverfahren tatsächlich eröffnet wird, ist unklar. Das Amtsgericht Potsdam prüft, ob die Voraussetzungen für ein Verfahren in Eigenverwaltung gegeben sind, wie Sprecher Wolfgang Peters am Donnerstag sagte. Zu den Prüfkriterien wollte er keine Angaben machen.

Spekulationen, wonach die Geschäftsführung einen Schuldenschnitt erzwingen wolle, um sich für einen möglichen Käufer attraktiv zu machen, kommentierte Schwielowsee-Resort-Sprecher Beke-Bramkamp nicht. Ziel sei es, einen Investor zu finden.

Hilpert zu einer Haftstrafe von über 5 Jahren verurteilt

Hintergrund ist ein Rechtsstreit mit der Investitionsbank des Landes (ILB), die von der Betreibergesellschaft 9,2 Millionen Euro an Fördermitteln plus Zinsen zurückfordert. Das Geld ist vor etwa zehn Jahren geflossen.

Der Hotelkomplex um seinen langjährigen Chef Axel Hilpert war immer wieder in die Schlagzeilen geraten. 2011 wurde Hilpert verhaftet, weil ihm die Staatsanwaltschaft Subventionsbetrug vorwarf. 2012 verurteilte ihn das Landgericht Potsdam zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und acht Monaten, die aus gesundheitlichen Gründen ausgesetzt wurde.

Zudem legte Hilpert Revision ein. Inzwischen hat der Bundesgerichtshof (BGH) Teile des Urteils kassiert. Schadenshöhe und Gesamtstrafe müssen noch einmal überprüft werden. Der Fall wurde an das Landgericht Frankfurt (Oder) abgegeben. Vor Oktober sei nicht mit einem Beginn des Prozesses zu rechnen, teilte eine Gerichtssprecherin am in Frankfurt (Oder) mit.

Luxushotel hat eine bewegende Geschichte

Der heute 67-jährige Hilpert war zu DDR-Zeiten Antiquitäten-Chefeinkäufer im Bereich für Kommerzielle Koordinierung (KoKo) unter der Leitung des im Juni verstorbenen Alexander Schalck-Golodkowski und stand außerdem als Oberst im Dienst der Stasi-Spionageabwehr.

Das Resort Schwielowsee wurde 2005 eröffnet. Im Vorfeld des G8-Gipfels in Heiligendamm 2007 beherbergte die weitläufige Anlage die Arbeitsgruppe der G8-Finanzminister. Ein Jahr später war das Luxusresort Schauplatz des Putsches gegen SPD-Parteichef Kurt Beck, der von den eigenen Genossen aus dem Amt gedrängt wurde.

Von Bastian Pauly

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