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Nach langer Krankheit: Wolfgang Fürniß ist tot

Ex-Wirtschaftsminister in Brandenburg Nach langer Krankheit: Wolfgang Fürniß ist tot

Der frühere brandenburgische Wirtschaftsminister, der im Jahr 2002 spektakulär über einen Millionen-Privatkredit eines Scheichs aus den Arabischen Emiraten stolperte, starb nach schwerer Krankheit mit 72 Jahren in Hamburg. Fürniß war 1999 für die CDU Minister im rot-schwarzen Stolpe-Kabinett geworden.

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Wolfgang Fürniß war von 1999-2002 Minister.

Quelle: dpa

Potsdam. Nach Brandenburg kam Wolfgang Fürniß nach der Landtagswahl 1999. Der damalige CDU-Vorsitzende Jörg Schönbohm holte den langjährigen Oberbürgermeister im baden-württembergischen Wiesloch ins neu gebildete rot-schwarze Kabinett von SPD-Regierungschef Manfred Stolpe. Doch eine glückliche Figur gab Fürniß dort nie so recht ab, obgleich er damals überzeugend Geschichten erzählen und den Eindruck eines Netzwerkers mit internationalen Kontakten erwecken konnte.

Gleich zu Beginn seiner Amtszeit musste sich der einstige SAP- Bevollmächtigte für Aus- und Weiterbildung mit dem Vorwurf auseinandersetzen, unrechtmäßig einen Professorentitel geführt zu haben. Einen in Michigan verliehenen US-Titel hatte er nicht in Deutschland genehmigen lassen. Sein politisches Aus kam jäh und lief ab wie in einem schlechten Spionagefilm. Fürniß stolperte 2002 über einen Privatkredit von einer Million Dollar, die ihm ein Scheich aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zur Verfügung stellte und auf sein Konto überwies. Darauf war ein Sachbearbeiter der Mittelbrandenburgische Sparkasse gestoßen, der, wie in solchen Fällen üblich, eine Verdachtsanzeige wegen Geldwäsche bei der Polizei abgab. In dieser Zeit kämpfte Fürniß wie besessen für eine Chipfabrik in Frankfurt (Oder) und war oft auf Dubai-Reisen. Aus der Chipfabrik wurde nie etwas. Fürniß wies zugleich die Vorwürfe zurück, er habe sich mit Schmiergeld bestechen lassen, zurück und gab an, mit dem Privatkredit nur persönliche Schulden beglichen haben zu wollen. Das Verfahren wurde zwar später eingestellt, politisch war Fürniß aber nicht zu halten.

Geldnöte hatte Fürniß in seinem Leben offenbar sehr oft. Nach seiner Amtszeit als Politiker ging es mit ihm immer weiter finanziell bergab. Er bekam zuletzt nur noch eine Rente von 1500 Euro, seine angehäuften Schulden konnte er nicht abbezahlen. Er hätte wohl Privatinsolvenz anmelden müssen, tat dies nicht und geriet auf die schiefe Bahn. 2014 kam er wegen Betrugsverdachts in Hamburg in Untersuchungshaft. Er soll Bekannte und Anleger mit falschen Rendite-Versprechungen um knapp 500 000 Euro geprellt haben. Es wurde Anklage erhoben. In der Verhandlung gestand er, Freunde und Bekannte betrogen zu haben. Er wurde im April 2015 zu drei Jahren Haft verurteilt, war aber damals schon sehr krank.

Wolfgang Fürniß starb am vorigen Freitag nach schwerer Krankheit in einem Krankenhaus in Hamburg. Er wurde 72 Jahre.

Von Igor Göldner

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