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Nachrichten Wirtschaft Neue Chance für Langzeitarbeitslose?
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15:42 19.08.2015
49 000 Langzeitarbeitslose gibt es in Brandenburg. Quelle: FOTO: DPA
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Potsdam

Die solide Wirtschaftslage und die Suche nach Fachkräften geht an Tausenden Brandenburgern vorbei: Fast jeder zweite Arbeitslose im Land sucht länger als ein Jahr nach einem neuen Job. Von den 110 500 arbeitslos Gemeldeten im Juli waren fast 49  000 länger als ein Jahr ohne eigenes Auskommen. Um diese Langzeitarbeitslosen wollen sich Arbeitsministerium und Arbeitsagentur nun besonders intensiv kümmern: Am Mittwoch unterzeichneten Ministerin Diana Golze (Linke ) und die Leiterin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Jutta Cordt, das erste gemeinsame Arbeitsmarktprogramm.

Erstes gemeinsames Programm – 25 Jahre nach der Wende

25 Jahre nach der Wende legen die beiden maßgeblichen Akteure erstmals ein gemeinsames Programm auf – kommt das nicht reichlich spät? „Es ist ja nicht so, dass wir nicht zusammengearbeitet hätten“, sagt Jutta Cordt, die ähnlich wie Golze seit etwa einem Jahr im Amt ist. „Wir haben unsere Programme verglichen und überlegt, was sind momentan die wichtigsten Themen, wo gibt es noch Lücken?“, erklärt sie.

Auch Diana Golze will dem Eindruck entgegentreten, Land und Agentur hätten aneinander vorbei gewerkelt. „Es gibt Bereiche, in denen wir noch nicht genug getan haben“, sagt sie. Beispiel Jugendarbeitslosigkeit. Junge Brandenburger haben zwar besonders vom Aufschwung profitiert. Zu viele schaffen aber keinen Abschluss, schmeißen die Ausbildung oder werden wegen mangelnder Ausbildungsreife rausgeschmissen.

Schwierige Azubis erhalten einen Betreuer

Künftig soll es eine „assistierte Ausbildung“ geben, bei denen sozial benachteiligte Jugendliche betreut werden sollen. Dabei geht es zum Teil um so einfache Dinge wie Pünktlichkeit.

Um den steigenden Fachkräftebedarf zu decken, sollen Teilzeitkräfte, die gerne länger arbeiten wollen, aber auch Flüchtlinge gewonnen werden. Zentrales Anliegen ist aber der Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit, die in Brandenburg überdurchschnittlich hoch ist. Gut qualifizierte Menschen seien das oft, sagt Jutta Cordt, die aber jenseits der 50 nur schwer zu vermitteln seien. Sie sollen über den öffentlich geförderten Beschäftigungssektor im regulären Arbeitsmarkt Fuß fassen.

Über Sozialbetriebe in richtige Jobs

Erfolgreich erprobt wurde das laut Golze in einem Modellprojekt, das landesweit Schule machen soll. Mehr als 60 Langzeitarbeitslose hatten bei dem Sozialunternehmen Horizont in Lauchhammer (Elbe-Elster) eine Anstellung gefunden, unterstützt mit Geld aus dem Europäischen Sozialfonds. Sie zimmerten Verkaufsstände, reparierten Dachstühle oder pflegten Grünanlagen. „Ein Drittel hat den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt geschafft“, sagte Golze.

Kosten: unbekannt

Doch das Modellprojekt hat auch gezeigt, wie schwer es mitunter ist, Langzeitarbeitslosen wieder reguläre Jobs zu verschaffen: Bei etwa einem Drittel waren alle Vermittlungsbemühungen vergeblich.

Wie teuer das auf zwei Jahre ausgelegte Arbeitsmarktprogramm unter dem Titel „aktiv- gemeinsam – wirksam“ ist, steht laut Arbeitsagentur und Ministerium noch nicht fest.

Von Torsten Gellner

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