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Wirtschaft Noch 7000 Lehrstellen in Brandenburg frei
Nachrichten Wirtschaft Noch 7000 Lehrstellen in Brandenburg frei
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18:32 29.07.2018
Mehr Firmen in Brandenburg bilden aus. Aber sie finden immer weniger Bewerber. Quelle: dpa
Potsdam

Die Suche nach den Fachkräften von morgen wird für Betriebe in Brandenburg immer schwerer. Es zeichnet sich ab, dass zum neuen Ausbildungsjahr im Herbst viele Lehrstellen nicht besetzt werden können. Ende Juni waren 7039 Ausbildungsplätze noch unbesetzt. Das ist der höchste Stand der vergangenen zehn Jahre. Dem stehen 6073 junge Menschen gegenüber, die noch eine Lehrstelle suchen. Dabei melden die Firmen mehr Ausbildungsplätze. Im Juni 2016 gab es in Brandenburg 12 450 Lehrstellen, nun sind es 13 004 Stellen. Die Zahl der Bewerber blieb dagegen in etwa gleich groß, so dass die Ausbildungslücke größer wird.

„Die Ausbildungsbereitschaft der Brandenburger Unternehmen ist hoch. Das sind aus Sicht der Bewerber grundsätzlich gute Voraussetzungen“, sagte Bernd Becking, Leiter der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Arbeitsagentur. Das große Bild sei auf den ersten Blick günstig, so Becking. Doch bei genauerer Betrachtung ist die Lage im Land höchst unterschiedlich. „Im Nordosten haben wir viel zu wenige Angebote für die Jugendlichen, im Süden Brandenburgs sehr viele Ausbildungsplätze, aber nicht mehr genügend Jugendliche“, erklärte Becking.

Hilft ein Mobilitätsticket?

Deswegen müsse die Mobilität der Bewerber gefördert werden. Hier sieht Becking in erster Linie die Arbeitgeber in der Pflicht. Aber auch die Arbeitsagenturen könnten Mobilitätshilfen gewähren. Die Industrie- und Handelskammer Potsdam macht sich in diesem Zusammenhang für ein staatlich unterstütztes Azubi-Ticket stark, damit Jugendliche sich auch auf weiter entfernt liegende Stellen bewerben. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund plädiert für ein solches Ticket.

Becking empfiehlt den Schulabgängern, sich an die Berater in den Jugendberufsagenturen zu wenden. „Unsere Berater können gut einschätzen, welche Unterstützung wir im individuellen Fall leisten können“, sagte er.

Becking mahnt: Nicht aus Lehre zurückziehen!

Wenn Unternehmen in Brandenburg immer häufiger Probleme haben, ihre Ausbildungsstellen zu besetzten, könnten sie sich vom Ausbildungsmarkt zurückziehen. Das wäre aus Sicht der Arbeitsagentur fatal. „Ich verstehe die Enttäuschung in Betrieben, die in den letzten Jahren trotz Meldung keine Bewerbungen hatten. Ich bitte aber, sich nicht zurückzuziehen, sondern mit den Agenturen nach Alternativen zu suchen“, sagte Becking.

Wie viel Geld ein Auszubildender bekommt, unterscheidet sich laut einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung nach Branche und Bundesland deutlich. Die Differenz innerhalb einer Branche kann bis zu 296 Euro betragen. Während ein Kfz-Azubi in Baden-Württemberg im dritten Lehrjahr 956 Euro erhält, bekommen Auszubildende in Brandenburg 660 Euro, hieß es.

Von Torsten Gellner

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