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Ölpreise rutschen nach Einigung im Atomstreit mit Iran ab

Energie Ölpreise rutschen nach Einigung im Atomstreit mit Iran ab

Die Einigung mit dem Iran im Streit um Teherans Atomprogramm hat die Ölpreise deutlich fallen lassen. Mit dem schrittweisen Abbau von Wirtschaftssanktionen kann das Land mehr Rohöl ins Ausland liefern.

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Erleichterung am Ölmarkt: Nach Angaben von westlichen Diplomaten ist der Atomstreit mit dem Iran beigelegt.

Quelle: Larry W. Smith

New York/Wien. Da bereits riesige Mengen des schwarzen Goldes auf dem Weltmarkt sind, kommen die Preise weiter unter Druck - selbst wenn Experten davon ausgehen, dass der Iran aus technischen Gründen erst langsam seine Förderung erhöhen kann. Mittelfristig könnten auch die Sprit- und Heizölpreise weiter fallen.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete zeitweilig 56,75 Dollar. Das waren 1,10 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,04 Dollar auf 51,16 Dollar.

Nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini ist der Atomstreit beigelegt. Die sieben beteiligten Staaten erzielten nach mehr als zweiwöchigen Verhandlungen in Wien eine Einigung. Der Iran verpflichtet sich dabei, sein Atomprogramm drastisch zurückzufahren.

Die Vereinbarung sieht auch vor, dass die Sanktionen des Westens gegen Teheran aufgehoben werden. Damit ist der Weg für höhere Ölexporte des wichtigen Förderlandes Iran frei. In den vergangenen Handelstagen hatte bereits die Aussicht auf eine Einigung die Ölpreise gesenkt. Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) ist der Ölmarkt bereits jetzt "massiv überversorgt", und es sei mit weiteren Preisrückgängen zu rechnen.

Rohstoffexperten der Commerzbank gehen aber nicht davon aus, dass der Iran seine Ölförderung rasch erhöhen wird. Erst müssten die Produktions- und Transporteinrichtungen nach mehr als drei Jahren der Stilllegung wieder instandgesetzt werden. Allerdings verfüge das Land über große Lagerbestände, die zunächst exportiert werden könnten.

Verbraucher profitieren bereits seit längerem von den niedrigen Preisen auch für Ölprodukte. So drückten sinkende Energiepreise die Inflationsrate in Deutschland im Juni erstmals seit Januar wieder. Die Verbraucherpreise lagen nur um 0,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Die Commerzbank geht von einem Anstieg des iranischen Ölangebots um maximal 500 000 Barrel pro Tag bis Mitte 2016 aus und um weitere 500 000 Barrel bis Ende 2016. Laut Schätzungen förderte die Opec im Juni erneut deutlich mehr als die anvisierten 30 Millionen Barrel täglich, wobei der Anteil Saudi-Arabiens bei etwa 10,5 Millionen Barrel lag.

Experte Frederik Kunze von der NordLB sieht aber noch einen weiteren Grund für eine vergleichsweise langsame Rückkehr des iranischen Öls auf den Weltmarkt. Sollte die Führung in Teheran den Ölhahn zu rasch aufdrehen, könnte dies zu Spannungen innerhalb der Opec führen.

Zwar sei das Ölkartell mitverantwortlich für den Verfall der Rohölpreise, der Mitte 2014 eingesetzt hatte, so der NordLB-Experte. Ein neuerliches Einbrechen der Notierungen würde für den Iran aber die Gefahr einer Konfrontation mit anderen Opec-Ländern bergen.

dpa

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