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Wirtschaft Plastik kommt nicht in die Tüte
Nachrichten Wirtschaft Plastik kommt nicht in die Tüte
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11:46 16.08.2014
In einer Petition wird eine Umweltabgabe für Plastiktüten gefordert. Quelle: dpa
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Berlin

Stefanie Albrecht, Studentin für Naturressourcenmanagement aus Rostock, ist völlig begeistert von der breiten Resonanz. Am Wochenanfang stellte die 28-Jährige ihre Petition „Umweltabgabe auf Plastiktüten“ ins Internet – und bis Samstagmittag war sie von 78.800 Unterstützern unterzeichnet worden. Die Grenze von 100.000 dürfte bald erreicht sein. Spätestens wenn so viele Unterschriften erreicht seien, könne Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) die Petition nicht mehr ignorieren, meinte Albrecht am Freitag betont kampfeslustig. Und der Chef der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, frohlockte: „Dass wir in so kurzer Zeit so viele Stimmen für unsere Forderung gewinnen konnten, zeigt, dass wir den Nerv der Zeit getroffen haben.“

Im Kern geht es Stefanie Albrecht und den Umweltschützern darum, mit einer Umweltabgabe von 22 Cent je Plastiktragetasche der Ressourcenverschwendung für derart überflüssige Produkte ein Ende zu setzen. Rund sechs Milliarden Tragetaschen werden nach Schätzungen in Deutschland pro Jahr verbraucht. Zum Vergleich: Damit könnte man die Erde rund 40-mal umwickeln, errechneten unlängst Umweltschützer. Das beste Beispiel für eine wirksame Vermeidung dieser aus Erdöl hergestellten Verpackungstüten lieferte Irland. Auf der grünen Insel wurde eine Umweltabgabe von besagten 22 Cent auf die Tüten eingeführt – und sofort sank der Verbrauch von rund 90 pro Kopf und Jahr auf gerade mal noch sechs.

Es geht wohlgemerkt um die recht stabilen Tragetaschen, für die man an der Kasse im Supermarkt ein paar Cent löhnen muss oder die es beim Textilienkauf „kostenlos“ dazu gibt. Die hauchdünnen Tüten, die man etwa beim Obstkauf nutzt, sollen nicht erfasst werden. Stefanie Albrecht, die auf Reisen in Südostasien gesehen hat, dass sich der Plastiktüten-Wahn auch in Entwicklungsländern ungehemmt ausdehnt, ärgert vor allem, dass diese Verpackungen in der Natur, in Flüssen und den Weltmeeren eine immer größere Belastung bilden. „Plastikabfälle sind eine Bedrohung für unzählige Meerestiere“, meinte Kim Cornelius Detloss vom Naturschutzbund Deutschland, der den Müll in der Ostsee untersucht hatte. Die Natur braucht rund 500 Jahre bis diese Verpackungen zersetzt sind.

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Das Bundesumweltministerium reagierte am Freitag sehr verhalten auf die Petition. Eine Umweltabgabe sei „unverhältnismäßig“, sagte eine Sprecherin von Ministerin Hendricks. Tüten machten gerade mal ein Prozent der in Deutschland verwendeten Kunststoffe aus. Sollte die Ministerin wirklich „abblocken“, wäre das für Stefanie Albrecht „erst Recht ein Antrieb“ weiter zu machen, Leute gegen die Benutzung von Plastiktüten zu sensibilisieren. Selbst hat die Studentin immer einen Jute-Beutel und einen Rucksack dabei. Verpackungen aus Plastik kommen bei ihr „nicht in die Tüte“.

Von Reinhard Zweigler

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