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Pillen-Riese investiert Millionen Euro in Oranienburg

Merkel bei Takeda Pillen-Riese investiert Millionen Euro in Oranienburg

Der japanische Pharmakonzern Takeda baut seine Produktion in Deutschland weiter aus – eine neue Produktionshalle für 100 Millionen Euro wurde nun von Kanzlerin Merkel offiziell in Betrieb genommen. Zur Eröffnung liefen allerdings nicht Tabletten und Kapseln vom Band, sondern Bonbons.

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Angela Merkel lässt sich in der neuen Werkshalle von einem Arbeiter die Tabletten-Produktion erklären – am Beispiel eines Bonbon-Placebos.

Quelle: DPA

Oranienburg. Das ganze Unternehmen hatte sich für diesen besonderen Tag herausgeputzt. In der neuen, in weiß gehaltenen riesigen Produktionshalle des Pharmakonzerns Takeda glänzten die Maschinen und Anlagen. Zehn, in weiß gekleidete Auszubildende nahmen vor einer hellen Wand Aufstellung. Drumherum herrschte Ausnahmezustand – schließlich kam die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) extra nach Oranienburg, um die 100 Millionen Euro schwere Investition aus Japan zu würdigen.

Auf ihrem kurzen Rundgang ließ sich Merkel im Erdgeschoss die voll automatische Verpackungsstrecke der Tabletten und Kapseln erklären. Teamleiter Mario Skambraks (47) zeigte ihr, wie die Blister, also die Sichtverpackung, gestanzt und bedruckt wird und wie die Beipackzettel in die Faltschachtel kommen. „Sie war sehr interessiert“, sagte Skambraks, der schon 16 Jahre dabei ist und sich noch gut an Gerhard Schröter erinnern kann, der als Kanzler ebenfalls der Firma einen Besuch abgestattet hatte.

Da hieß das Unternehmen noch Nycomed, bevor es 2011 von den Japaner übernommen wurde. Die bauten das Werk immer weiter aus. Heute gehört Oranienburg zu den 23 Produktionsstandorten der Firma weltweit, die in über 70 Ländern präsent ist. Jedes Jahr werden dort 6,2 Milliarden Tabletten und Kapseln in gut 130 Millionen Packungen produziert. Es sollen einmal neun Milliarden werden, hieß es optimistisch aus der Firma. Die Palette von 118 Produkten ist breit. Dabei handelt es sich um Arzneimittel gegen Magen-Darm-Erkrankungen wie Pantozol sowie Stoffwechselerkrankungen und Herz-Kreislaufprobleme. Die Mittel gehen fast vollständig in den Export, in über 100 Länder.

Takeda gilt im Land als Vorzeigeunternehmen. Landes- und Kommunalpolitiker ließen es sich nicht nehmen, unter den 500 Gästen bei der Eröffnung der neuen Halle dabei zu sein. In den 100 Millionen Euro, die das Unternehmen investiert, stecken auch Fördergelder des Landes, insgesamt 23 Millionen Euro. „Das ist gut angelegtes Geld“, betonte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), der mit der Kanzlerin und Takedo-CEO Christophe Weber zu Beginn das Band zur Eröffnung des neuen Produktionsmoduls durchschnitten hatte. Das Engagement von Takeda werde nachhaltige Effekte für die Region haben, sagte Woidke, der auch darauf hinwies, dass andere Unternehmen wie Bombardier in Hennigsdorf Probleme hätten. Deshalb mache diese Investition Mut, so der Regierungschef. In Oranienburg sollen 180 Arbeitsplätze innerhalb der nächsten fünf Jahren entstehen. Das Werk hat jetzt 766 Beschäftigten, davon knapp 60 Azubis.

Die Kanzlerin sagte, ein Grund für die Investition in Brandenburg sei auch die gute Fachkräftebasis. Es fehlten aber zunehmend Fachkräfte in IT-Bereichen. Sie könne jungen Menschen diesen Bereich nur empfehlen. „Das hat Zukunft“, sagte Merkel. Sie schlug in ihrer Rede einen größeren Bogen und hob die Kooperation mit Japan hervor. „Deutschland will und muss attraktiv für ausländische Investoren sein.“ Sie nutzte ihren Auftritt, um die Bedeutung des offenen, freien und fairen Wettbewerbs zu betonen. „Wir glauben nicht an Abschottung.“ Protektionismus können maximal ganz kurzfristige Vorteile bringen, aber nicht auf Dauer. „Dieses Wissen teilen wir mit Japan.“ Es gebe ein gemeinsames Interesse an offenen Märkten.

Bei ihren Besuch in der Werkshalle allerdings liefen keine echten Tabletten durch die Anlage – aus Sicherheitsgründen, wie es hieß. Die Produktion wurde simuliert. Es waren Packungen mit jeweils 10 Bonbons „zum Lutschen“, inklusive Beipackzettel. Auf dem wiederum haben die PR-Leute der Firma die Geschichte des 130 Jahre alten Standorts gedruckt.

Pharma-Konzern in über 70 Ländern

Der japanische Pharmakonzern Takeda beschäftigt in über 70 Ländern 31 000 Mitarbeiter. In Deutschland gibt es vier Standorte mit rund 2000 Beschäftigten, in Oranienburg sind es 766. Takeda hatte 2011 den Hersteller Nycomed und damit den Standort Oranienburg sowie in Singen (Baden-Württemberg) übernommen.

Der Standort Oranienburg hat eine 130 Jahre lange Tradition. Die Produktionstätte war 1885 von Dr. Heinrich Byk errichtet worden. Zu DDR-Zeiten war hier das VEB Chemisch-Pharmazeutische Werk angesiedelt.

Von Igor Göldner

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