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Wirtschaft Post: Briefe werden auch montags zugestellt
Nachrichten Wirtschaft Post: Briefe werden auch montags zugestellt
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00:35 15.08.2015
Spart sich die Post die Briefzustellung an Montagen? Über diese Frage ist ein Streit entbrannt. Quelle: dpa
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Potsdam

Wenn der Postmann montags gar nicht klingelt: Verbraucherschützer und Gewerkschafter werfen der Deutschen Post DHL Group vor, sich in den Sommermonaten um die Montagszustellung von Briefen zu drücken. Das wäre ein Verstoß gegen die gesetzlichen Vorgaben.

Noch bis Anfang September verzichte die Post auf Briefzustellungen in Haushalte und Firmen an Montagen, teilte der Deutsche Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT) mit. Unterstützung erhält die Verbraucherorganisation von der Gewerkschaft Verdi. „Das hat die Post in den Sommermonaten schon öfter versucht“, sagte Benita Unger, Postdienste-Expertin für Berlin und Brandenburg.

Wie häufig Post zugestellt werden muss, ist in der Post-Universaldienstleistungsverordnung geregelt. Darin heißt es: „Die Zustellung hat mindestens einmal werktäglich zu erfolgen.“ Ob sich Postdienstleister daran halten, ist Aufgabe der Bundesnetzagentur. Der DVPT rief die Behörde zum Einschreiten auf.

Die Deutsche Post DHL Group wies die Vorwürfe zurück. „Wir erfüllen die gesetzliche Verordnung“, sagte Tina Birke, Regionalsprecherin für Brandenburg. „Briefe, Pakete und Zeitschriften stellen wir bundesweit ausnahmslos weiterhin montags zu.“ Allerdings sei zu Wochenbeginn das Briefaufkommen deutlich geringer. Die Erklärung dafür ist, dass am Wochenende kaum Geschäftspost aufgegeben werde, die 85 Prozent des Briefaufkommens ausmacht, wie Birke sagte.

Verdi will dem Verdacht trotzdem weiter nachgehen. „Wir prüfen, in welchem Umfang das in Berlin und Brandenburg gemacht wird“, sagte Postdienste-Expertin Unger. „Wir befürchten, dass die Post langfristig die Montagszustellung einstellen möchte.“

In einigen EU-Ländern müssen Universaldienstleister lediglich an fünf Tagen pro Woche zustellen. Laut Deutsche Post DHL Group geht der Briefverkehr pro Jahr um etwa drei Prozent zurück, während das Paketaufkommen infolge des blühenden Online-Handels unvermindert wächst.

Von Bastian Pauly

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