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Potsdams Traum vom Silicon Valley

Digitalisierung Potsdams Traum vom Silicon Valley

Brandenburgs Landeshauptstadt will zu den bundesweit zwölf „Digital Hubs“ gehören, den digitalen Zentren Deutschlands. Die Stadt bewirbt sich beim Wettbewerb des Bundeswirtschaftsministeriums und hofft auf den Zuschlag. Gegründet wurde extra ein Netzwerk aus Unternehmen, Start-ups und Wissenschaft, das fleißig die Werbetrommel rührt.

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Im Reich künstlicher Welten: Virtuelle Realität (VR) vom Potsdamer Start-up Wonderlamp Industries.

Quelle: WI

Potsdam. An der eigenen Überzeugung mangelt es den Potsdamer Digital-Netzwerkern nicht. Für ihr großes Ziel, zu einem der 12 begehrten digitalen Zentren in Deutschland zu gehören, werden Vergleiche mit großen Standorten nicht gescheut. Potsdam liege ähnlich wie das Silicon Valley nahe San Francisco vor den Toren einer großen Stadt, nämlich Berlin. Und das sorge für eine „innovative Zusammenarbeit auf engem Raum“, heißt es in der Bewerbung. Potsdam lebe von seinem Charakter als Stadtlandschaft und Campus, schließlich gebe es viele Forschungs- und Bildungseinrichtungen an der Havel.

In der Tat ist das Silicon Valley Vorbild der regionalen Digital-Hub-Initiative, die das Bundeswirtschaftsministerium gestartet hat. Dort würden Menschen aus aller Welt aufeinandertreffen und fortlaufend neue Ideen und Produkte entwickeln. Außerdem würden Forschungs- und Bildungseinrichtungen Neugründungen in dieser Region unterstützen, heißt es bei den Wettbewerbsinitiatoren. Ziel es ist auch, diese Hubs mit ihren Start-ups und die etablierten Unternehmen stärker zusammenzubringen.

Der Mittelstand ist das Sorgenkind

Dahinter steckt die in zahlreichen Studien zuletzt immer wieder festgestellte Tendenz, Deutschland würde zunehmend den digitalen Anschluss verpassen und von der weltweiten Digitalisierung abgehängt. Größtes Sorgenkind ist der Mittelstand, der im Vergleich zu anderen Ländern besonders wenig Geld in Innovationen und Forschungsprojekte steckt, wie erst kürzlich eine Expertenkommission der Bundesregierung feststellte.

Die Bundesregierung will nun mit ihrer Digital-Hub-Initiative möglichst viele deutsche Silicon Valleys schaffen. „Potsdam kann eines davon werden“, glaubt Stephan Schindler, Vorstandschef des vor einem Jahr gegründeten IT-Netzwerk-Vereins Virtual Reality (VR) Berlin-Brandenburg. „Mit einer umfassenden Strategie können wir die besten Köpfe und die innovativsten Start-ups zu uns holen“, sagte Schindler, der zu den Initiatoren der Bewerbung gehört. Immer wieder ging in der Diskussion der Blick nach Berlin, wo eine regelrechtes „Start-up-Ökosystem“ entstanden sei, das auch den Potsdamern zu Gute kommen solle.

Standbeine mit großem Potenzial

Gegründet wurde kürzlich in Potsdam extra ein Netzwerk aus 30 Unternehmen, Einrichtungen und Verbänden mit dem Namen „MediaTech Hub Potsdam“. Wichtigstes Ziel ist es, im Juni den Zuschlag für die „Digital Hub“-Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums zu bekommen. Das MediaTech Hub Potsdam wird vom Netzwerk media:net berlinbrandenburg koordiniert. Die Vorstandsvorsitzende Andrea Peters hofft auf einen Zuschlag Potsdams. „Das würde für unsere Entwicklung einen neuen Schub geben“, sagte sie am Montag. Potsdam könnte mit einer einzigartigen Verbindung von Medientechnologie und digitaler Wirtschaft punkten. Diese beiden Standbeine hätten großes Potenzial. Peters hob besonders hervor, wie breit der Standort aufgestellt sei. Da gebe es die großen Unternehmen wie UFA, Studio Babelsberg und der RBB, aber auch kleine bis mittelgroßen Unternehmen in den Startup- und Gründerzentren, dazu Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen wie die Filmuniversität Babelsberg und das Hasso-Plattner-Institut (HPI). Das betrat am Montag digitales Neuland in Deutschland. Ab sofort ist das Institut die sechste Fakultät der Universität Potsdam. Zum ersten mal wird eine Fakultät an einer öffentlichen Hochschule mit privatem Geld finanziert. Der Name der Einrichtung lautet: Digital Engineering Fakultät.

Unterstützung von der Uni

Die Universität Potsdam unterstützt ausdrücklich die Bewerbung der Landeshauptstadt als Digital Hub und spielt darin gemeinsam mit der Fachhochschule und der Filmuniversität eine wichtige Rolle. Potsdam habe die größte Wissenschaftsdichte bundesweit, heißt es. Und ein kürzlich gegründetes Netzwerk, das Potsdam Research Network, vereine 21 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Diese würden sich alle intensiv mit der medialen Digitalisierung befassen.

Für den Fall, dass Potsdam den Zuschlag im Juni bekommt und sich dann Digital Hub nennen darf, liegen die Effekte in erster Linie in der Vermarktung und Wahrnehmung des Standorts. Extra Fördergelder sind mit der Bewerbung jedenfalls nicht verbunden.

Maximal 12 regionale Digital Hubs in Deutschland

Gestartet wurde die Digital-Hub-Initiative (Hub: engl. für Netzwerk-Knoten) vom Bundeswirtschaftsministerium. Zehn bis zwölf Städte sollen beim Digital-Gipfel am 12. und 13. Juni in Ludwigshafen als digitale Standorte in Deutschland ausgezeichnet werden. Dort sollen Wirtschaft, Start-ups und Wissenschaft künftig besonders eng zusammenarbeiten.

Ziele sind eine noch intensivere nationale und internationale Vernetzung und die Ansiedlung internationaler Start-ups. „Es soll deutlich werden, dass sie gerade hier die besten Voraussetzungen für industrie- und ingenieurorientiertes Denken und Arbeiten vorfinden“, heißt es beim Bundeswirtschaftsministerium.

Fest stehen bereits fünf Hubs: Berlin, Frankfurt/Main, Hamburg, Dortmund und München.

Von Igor Göldner

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