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Protest der Geldboten beendet

Tarifkonflikt zwischen Verdi und Prosegur Protest der Geldboten beendet

Nach monatelangen Verhandlungen und fünf Wochen Streik der Geldboten ist es im Tarifstreit zwischen dem Geldtransporteur Prosegur und der Gewerkschaft Verdi am Montag zu einer Einigung gekommen. Ergebnis ist ein „Produktivitätspakt“, der einen überarbeiteten Haustarifvertrag mit mehr als einem Euro mehr Lohn pro Stunde für die Beschäftigten einschließt.

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Geldboten arbeiten gefährlich.

Quelle: dpa

Potsdam. Banken und Einzelhändler können aufatmen. Der Geldtransporteur Prosegur und die Gewerkschaft Verdi haben sich im aktuellen Konflikt geeinigt. Das teilten beide Parteien am Montag mit und zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden. Die 150 Verdi-Mitglieder der Niederlassung in Potsdam hatten ihren fünfwöchigen Streik bereits Anfang Juni ausgesetzt. Daher seien die Folgen des Ausstands mittlerweile beseitigt, sagte Prosegur-Sprecherin Tina Mentner am Montag.

Verdi forderte nicht nur mehr Lohn für die Geldboten, sondern auch gerechte Absicherung wegen des hohen Berufsrisikos. Der vor 14 Jahren für Potsdam beschlossene Tarifvertrag war laut Gewerkschaft überholt. Mit einem Stundenlohn von 10,92 Euro arbeiteten die Beschäftigten im bundesweiten Vergleich für drei bis fünf Euro weniger. „Für uns ist die Einigung ein gutes Ergebnis“, sagte Verdi-Verhandlungsführer André Pollmann. Den Lohn um mindestens einen Euro pro Stunde zu erhöhen, sei gelungen. Prosegur wollte sich zuvor nur auf 65 Cent einlassen. An Sonntagen gibt es für die Mitarbeiter zudem künftig 50 Prozent Aufschlag, an Feiertagen 100 Prozent. Im Gegenzug sollen die Geldboten wieder produktiver werden und mehr Arbeit in der gleichen Zeit schaffen, sagte Pollmann.

Produktivitätspakt soll Mitarbeiter motivieren

Dieses Prinzip sei im Herzstück der Einigung – dem „Produktivitätspakt“, verankert. Die Mitarbeiter sollen durch ihren ganz persönlichen Einsatz dank mehr Gehalt am Erfolg des Unternehmens teilhaben. „Wir halten dies für den besten Schritt, den Standort zu sichern und die Arbeit aus unserer Perspektive auch sinnvoll zu gestalten“, erklärte Pollmann. Diese produktivitätsorientierte Prämie könne sich Prosegur auch für die gesamte Branche vorstellen. Der Geldtransporteur wollte sich zu weiteren Einzelheiten des neuen Vertrages nicht äußern, hält das Ergebnis aber für eine „innovative Lösung.“

Laut Pollmann sei das auch der Grund für die wochenlangen Verhandlungen. „Für die neuen Ideen gab es noch keine Vorlagen. Wir mussten sie neu konzipieren und formulieren“, sagte er. Noch nicht geeinigt habe man sich über Urlaubsgeld, Jubiläumsgeld oder Gesundheitszulagen. „Das könnte aber noch im Laufe diesen Jahres passieren“, so der Verhandlungsführer weiter. Dass die Beschäftigten für ihr Berufsrisiko entsprechend entschädigt werden, war der Gewerkschaft besonders wichtig. „Geldtransporteure müssen täglich mit Überfällen rechnen“, sagt auch Unternehmenssprecherin Tina Mentner.

Streik sorgte für leere Bankautomaten

Etwa 150 der insgesamt 350 Mitarbeiter der Potsdamer Prosegur-Niederlassung hatten zuletzt gestreikt. Trotz Notfallplan und personeller Unterstützung aus anderen Filialen standen Kunden immer wieder vor leeren Bankautomaten. Insgesamt 18 Geldinstitute waren betroffen. Auch im Einzelhandel gab es teils große Probleme. Weil das Geld nicht pünktlich abgeholt wurde, stießen Ladenbesitzer mit zu vollen Kassen an ihr Versicherungslimit. Diese Streikfolgen seien bereits beseitigt, wie Tina Mentner bestätigte.

Von Luise Fröhlich

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