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Rekord an Krankmeldungen muss zu denken geben

Arbeit in Deutschland Rekord an Krankmeldungen muss zu denken geben

Die Zahl der Krankmeldungen ist bundesweit auf Rekordniveau. Haben jetzt weniger Menschen Angst davor ihren Job zu verlieren? Oder aber ist es ein Indiz dafür, dass die Arbeitnehmer vermehrt dauerhaft über das eigene Limit gehen? Den Preis jedenfalls zahlen alle. Ein Kommentar.

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Quelle: dpa-Zentralbild

Berlin. Die Zahl der Krankmeldungen von Arbeitnehmern steigt auf Rekordniveau? Man könnte es sich einfach machen und die schlechte Nachricht zur guten Nachricht umdeuten: Also haben immer weniger Menschen Angst um ihren Job.

Seit Jahren beobachten Krankenkassen den Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Lage und Krankenstand. Und tatsächlich gilt da eine Faustregel: Geht es der Wirtschaft gut, steigt die Zahl der Fehltage, schwächelt die Konjunktur, gehen die Menschen im Zweifelsfall auch krank zur Arbeit.

Genauer hinsehen um die Statistik richtig zu deuten

Um die neue Statistik richtig zu deuten, muss man jedoch genauer hinsehen. Vor allem die Häufigkeiten der einzelnen Krankheiten sind aufschlussreich. Psychische Leiden sind weiter auf dem Vormarsch. Um 13 Prozent stiegen die Ausfälle wegen dieser Diagnose. Zum Vergleich: Die Zahl der Fehltage wegen Erkrankungen der Atemwege sank um neun Prozent.

Während Arbeitnehmer bei einer Erkältung die Wahl haben, die Krankheit auszukurieren oder sich mit laufender Nase ins Büro zu schleppen, besteht diese Option bei psychischen Leiden oft nicht. Burnout, Angstattacken oder Depressionen sind ernste Krankheiten, die langwierige Behandlungen nach sich ziehen. Da psychische Krankheiten meist Folge von übermäßiger Belastung sind, liegt ein Verdacht nahe: dass nicht die gewachsene Jobsicherheit zu mehr Krankheitstagen führt, sondern der gewachsene Stress am Arbeitsplatz.

Anti-Stress-Verordnung bis heute nichts geworden

Gewerkschafter fordern seit Langem mehr Schutz vor Stress. Die Flut an E-Mails, die Arbeitsverdichtung, die ständige Erreichbarkeit auch nach Feierabend, das alles wollen sie gesetzlich einschränken. Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat schon vor zwei Jahren eine Anti-Stress-Verordnung angekündigt – aus der aber bis heute nichts geworden ist. Der Teufel steckt im Detail. Komplexe Arbeitsabläufe lassen sich kaum in gerichtsfeste Regeln pressen. Die Wirtschaft warnt vor zusätzlicher Bürokratie. Auch die Kanzlerin ist bislang wenig begeistert.

Mehr Balance zwischen Arbeit und Leben schaffen

Das Thema, so hört man, könnte im nächsten Wahlkampf eine Rolle spielen. Zu parteipolitischem Streit aber ist es denkbar ungeeignet. Vielmehr ist ein Umdenken der Gesellschaft fällig. Es geht um die Balance zwischen Arbeit und Leben. Wer tagsüber Leistung bringt, muss nach Feierabend die Möglichkeit zur Regeneration haben – und sie auch nutzen. Arbeitgeber müssten ein Interesse daran haben, die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter zu erhalten. Aber auch die Beschäftigten selbst sind in der Pflicht. Sie sollten ihrem Chef offen sagen, wenn die Belastung zu groß wird.

Wenn Menschen dauerhaft über das eigene Limit gehen, produzieren sie am Ende mehr Kosten als Nutzen. Den Preis dafür zahlen alle: die Arbeitgeber, die Sozialkassen – vor allem aber die Betroffenen selbst.

Von Andreas Niesmann

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