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Wirtschaft Rosige Aussichten für Dämmstoff-Hersteller
Nachrichten Wirtschaft Rosige Aussichten für Dämmstoff-Hersteller
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09:03 15.03.2017
Rosa Kleider für Gebäude aller Art: Zwei bis 40 Zentimeter stark sind die Dämmplatten aus Wittenberge. Quelle: Foto: dpa
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Wittenberge

Der österreichische Dämmstoffhersteller Austrotherm baut sein Werk in Wittenberge (Prignitz) bereits zwei Jahre nach der Eröffnung weiter aus. „Nach Marktbeobachtungen sind wir sicher, die zusätzlichen Absatzmengen unterzubringen“, sagte Geschäftsführer Lars Peter. Kapazitätssteigerungen an dem Standort in Nordbrandenburg seien wirtschaftlich rentabel.

Nachfrage wächst moderat

Hauptabnehmer für die rosafarbenen Dämmstoffplatten des österreichischen Familienunternehmens ist der deutsche Markt. Aber auch Kunden in Polen, Dänemark und in den Benelux-Ländern werden beliefert. „Die Nachfrage hält an, wir gehen von einem moderaten Wachstum aus“, sagte Peter. Etwa 250 000 bis 300 000 Kubikmeter Dämmstoffplatten verlassen pro Jahr nach früheren Angaben das Unternehmen.

Zehn weitere Arbeitsplätze

Die neue Ausbaustufe mit einer Investition von sieben Millionen Euro war bereits bei der Ansiedlung geplant – jedoch nicht der genaue Zeitpunkt. Zehn weitere Arbeitsplätze entstehen nun. Die Zahl der Mitarbeiter steigt nach Firmenangaben auf 61. In Wittenberge läuft die Produktion sieben Tage in der Woche.

Die neue Anlage – erste Komponenten sind bereits eingetroffen – soll im dritten Quartal die Produktion aufnehmen. Die Produktionsmenge des Standortes kann nach Firmenangaben um 60 bis 70 Prozent gesteigert werden.

„Vor allem dünne Dämmstoffplatten können damit wirtschaftlicher in der erforderlichen Qualität hergestellt werden“, sagte Peter. Das Unternehmen liefert Platten von 2 bis 40 Zentimeter Stärke. Die Dicke entscheidet über den Grad der Dämmung und Wärmeisolierung.

XPS-Dämmstoffe aus Wittenberge

In Wittenberge werden ausschließlich XPS-Dämmstoffe hergestellt. Sie sind druckbeständig und wasserabweisend. Polystyrolgranulat wird thermisch behandelt und unter hohem Druck zu Platten gepresst. Reste der rosa Platten, die nach der Verarbeitung auf den Baustellen anfallen, werden in einem Pilotprojekt über die Händler entgegengenommen und recycelt.

Das seit 2015 geltende generelle Verbot des Flammschutzmittels HBCD (Hexabromcyclododecan) in neuen Baustoffen betrifft den Hersteller in Wittenberge weniger. „Wir verwenden es nicht“, sagte Peter. Die Umstellung auf ein alternatives Flammschutzmittel sei frühzeitig begonnen und vor dem vorgeschriebenen Verbotstermin abgeschlossen worden.

Entsorger hatten vor dem gefährlichen Abfall gewarnt. Mittlerweile gilt bis Ende 2017 ein Moratorium, um Zeit für die Umstellung zu verschaffen.

Die Mitgliedsunternehmen des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Unternehmen haben seit 1990 fast 92 Prozent des Bestandes saniert. Das schließe auch die energetische Sanierung der Gebäude ein, sagte der Sprecher des Verbandes. Künftig wolle das Land mit neuen Konzepten die Energiewende weiter voranbringen. Auf lokaler Ebene soll das Thema breiter in Angriff genommen werden. Ziel sei, sich nicht nur mit Einzelgebäuden zu beschäftigen. Die energetische Stadtsanierung soll im Blick stehen, so das Infrastrukturministerium.

Die Austrotherm-Gruppe rechnet für 2016 mit einem Umsatz von 304 Millionen Euro. In elf Ländern gibt es 19 Produktionsstandorte. Beschäftigt werden 950 Mitarbeiter.

Von Gudrun Janicke

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