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Rückenübung und Yoga in der Mittagspause

Gesundheit in Unternehmen Rückenübung und Yoga in der Mittagspause

Viele brandenburgische Unternehmen sehen die betriebliche Gesundheitsförderung als große Chance – aber längst nicht alle. Bundesweit, so Schätzungen, hat ein Drittel der Firmen Gesundheitsmanagement im Programm. Vor allem kleine Betriebe tun sich schwer, heißt es bei den Krankenkassen. Dabei seien gesunde Arbeitsabläufe ein großer Wettbewerbsvorteil.

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Gesundheitsmanagerin Anke Jendges von Amazon Brieselang.

Quelle: M. Schlaf

Potsdam. Beim Stapeln von täglich tausenden Paketen in endlosen Regalreihen stehen viele Mitarbeiter von Amazon im Logistikzentrum in Brieselang (Havelland) neuerdings auf schwarzen Matten mit Noppen. Sie sollen, so die Erwartung der Firmenleitung, die Wirbelsäule entlasten und Fehlstellungen vermeiden. Zusammen mit leichtläufigen Materialwagen und ausreichend Leitern gehören die Matten zur Rubrik „Gesunde Arbeitsläufe“, auf die das Unternehmen seit einiger Zeit besonderen Wert legt. Dafür zuständig ist Anke Jendges. Sie ist seit einem Jahr die offizielle Gesundheitsmanagerin bei Amazon Brieselang. Jeden Tag zu Schichtbeginn gebe es für die Mitarbeiter ein Aufwärmprogramm. Dazu gehörten möglichst ergonomisch korrekte Bewegungsabläufe, erzählt Jendges. Das stärke nicht nur den eigenen Körper, sondern auch das Wir-Gefühl im Team, sagt die Gesundheitsmanagerin. Im April startet ein wöchentlicher Beweglichkeitsworkshop.

Kooperiert wird mit der AOK Nordost. Werner Mall, dort Leiter des Unternehmensbereichs Prävention, ist überzeugt: „Betriebliches Gesundheitsmanagement senkt Krankenstände und Personalfluktuation, verbessert die Kommunikation und steigert die Mitarbeiterzufriedenheit.“ Doch längst nicht die meisten Firmen haben ein Gesundheitsmanagement. Bundesweit, so Schätzungen, dürfte ein Drittel der Firmen so etwas im Programm haben. „Vor allem kleine Betriebe tun sich da schwer“, sagt Andreas Wieling, Unternehmensbereichsleiter der Innungskrankenkasse Brandenburg und Berlin (IKKBB). Dabei lägen die Vorteile klar auf der Hand. Ein gutes Gesundheitsmanagement sei ein klarer Wettbewerbsvorteil. In Zeiten von Fachkräftemangel, unbesetzten Ausbildungsplätzen und hohem Krankenstand seien solche Maßnahmen ein Werbeeffekt. „Das ist aber kein Selbstläufer“, so Wieling. Jeder Betrieb müsse sich überlegen, was er tun könne, um Fachkräfte zu halten und junge Leute zu binden. Ein großes Thema in vielen Firmen sei die Stressbewältigung. Alles müsse immer schneller und perfekter sein, das hinterlasse Spuren. Viele Mitarbeiter fühlten sich überfordert. Die Folge: Psychische Erkrankungen nehmen zu. Wieling hat beobachtet, dass viele Firmen zwar Gesundheitsförderung gut finden, in Zeiten des derzeitigen wirtschaftlichen Aufschwungs aber sagen, dies passe im Moment nicht. Sie haben einfach nicht die Kapazitäten, sich jetzt damit zu befassen.

Laut Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam sind gesundheitsfördernde Maßnahmen in Unternehmen oft schwer nachzuvollziehen, da zunächst geleistete Kosten nicht umgehend in einem sichtbaren Ergebnis enden. Viele Arbeitgeber nutzen den steuerlichen Freibetrag von jährlich 500 Euro pro Mitarbeiter – allerdings noch viel zu selten. Angeboten wird ein Checkheft, um passende Instrumente für den jeweiligen Betrieb zu finden. Dazu zählen neben Angeboten zum Sport oder zur Bewegung auch Ernährungsberatung und gesunde Kantinenkost. Es handelt sich dabei um freiwillige Maßnahmen – sowohl vom Arbeitgeber wie auch von den Beschäftigten.

Auch in Behörden und Einrichtungen wird auf gesundheitliche Prävention geachtet. Wie bei der Landesinvestitionsbank Brandenburg (ILB). Dort gibt es sechs sogenannte Betriebssportgruppen – von Fußball über Nordic Walking bis zum Yoga. Angeboten werden laut ILB auch monatliche Betriebsarztsprechstunden und Massagen. Geplant ist für dieses Jahr eine Kooperation mit einer Fitness-Studiokette, hieß es weiter.

Großen Wert legen die Krankenkassen auf einen guten Einstieg ins Berufsleben. Eine aktuelle Studie der Innungskrankenkasse über die Situation von Auszubildenden lässt allerdings die Alarmglocken läuten. Viele Auszubildende würden die guten Bedingungen in den meisten Betrieben zwar schätzen, sich aber dennoch erheblich belastet fühlen. Dramatisch angestiegen sei die subjektive Notwendigkeit von Arztbesuchen und Krankschreibungen, heißt es in der Studie. In den zurückliegenden zehn Jahren stieg die Zahl an subjektiven Arztbesuchen um 26 Prozent. Das Fazit: „Vielen Auszubildenden fehlt das Bewusstsein für eine gesunde Lebensführung.“ Die Experten waren sich einig: Der Fokus muss stärker auf die jungen Erwachsenen gelegt werden, die wieder an ihre Selbstfürsorge erinnert werden müssten.

Von Igor Göldner

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