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Wirtschaft Rüstungsprojekt: Kieler Werften schmieden Allianz
Nachrichten Wirtschaft Rüstungsprojekt: Kieler Werften schmieden Allianz
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17:10 07.08.2018
Die deutschen Werften German Naval Yards Kiel und thyssenkrupp Marine Systems schmieden eine Allianz. Quelle: Finn Karstens
Berlin

Das Rennen um den bislang größten Rüstungsauftrag der deutschen Marine-Geschichte nimmt an Fahrt auf. German Naval Yards Kiel (GNYK) hat für die Bewerbung um den Großauftrag zum Bau von sogenannten Mehrzweckkampfschiffen des Typs „MKS 180“ die ebenfalls in Kiel ansässige thyssenkrupp Marine Systems (tkMS) mit ins Boot geholt. tkMS wird nun Unterauftragnehmer bei der Entwicklung und Konstruktion der Schiffe. GNYK-Geschäftsführer Jörg Herwig bestätigte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) den Abschluss eines entsprechenden Kooperationsvertrages.

Der Großauftrag hat ein Gesamtvolumen von rund 4 Milliarden Euro für den Bau von zunächst vier Fregatten. Zwei weitere Schiffe können optional folgen. „Mit der Kooperation machen wir deutlich, dass wir den Wettbewerb gewinnen wollen. Wir sind dazu als Generalunternehmer jetzt optimal aufgestellt“, sagte Herwig dem RND. Mit dieser Kooperation gebe es nun eine Wertschöpfung für Deutschland von nahezu hundert Prozent. „Unsere Entscheidung zeigt aber auch, dass wir unsere Partner in Deutschland wertschätzen“, fügte er hinzu.

GNYK-Geschäftsführer Jörg Herwig. Quelle: Finn Karstens

Schiffe sollen in Deutschland entwickelt, konstruiert und gebaut werden

GNYK steht als letzter verbliebener deutscher Generalunternehmer in Konkurrenz zum niederländischen Werftenkonzern Damen. Das Kieler Unternehmen beschäftigt zurzeit nach eigenen Angaben 450 Mitarbeiter und wird künftig auch die infolge der Kooperation entsandten Ingenieure von tkMS koordinieren. Sollte die Kieler Werft am Ende den Zuschlag des Bundesverteidigungsministeriums erhalten, würden die Schiffe komplett in Deutschland entwickelt, konstruiert und gebaut. Bei Waffen- und Führungssystemen nutzt GNYK nach RND-Informationen auch das Know-how des renommierten US-Konzerns Alion.

Die europaweite Ausschreibung der Bundesregierung läuft noch bis zum Ende dieses Jahres. Die geplanten Schiffe sollen größer sein als alle bisherigen Bundeswehr-Fregatten und Ziele in der Luft sowie über und unter Wasser bekämpfen können. Die Mehrzweckkampfschiffe mit einer Besatzung von 180 Soldaten gelten als neues Herzstück der deutschen Marine. Mit einer Entscheidung der Bundesregierung wird im ersten Quartal 2019 gerechnet.

Werften wollen Arbeitsplätze sichern

Herwig war noch bis vor knapp einem Vierteljahr für tkMS tätig und verantwortete in seiner alten Funktion den Bau von zwei an Algerien gelieferten Fregatten. Erstmals war es seinerzeit gelungen, Schiffe dieser Größenordnung ohne Zeitverzug an den Auftraggeber auszuliefern. Schon damals zogen GNYK und tkMS an einem Strang. Jetzt hoffen beide Unternehmen, ihre Expertise erneut ausspielen zu können und während der Projektphase von zehn Jahren Arbeitsplätze in Deutschland – auch bei zahlreichen Zulieferern – dauerhaft zu sichern. „Als deutsches Unternehmen wollen wir in Deutschland weiter wachsen. Es kommt nicht auf die Anzahl der Ingenieure an, sondern darauf, die richtigen im Team zu haben“, betonte Herwig.

Die Regierungskoalition in Berlin signalisiert Unterstützung. „Überwasserschiffbau ist laut Koalitionsvertrag nationale Schlüsseltechnologie. Deshalb wäre es zu begrüßen, die Fähigkeiten und Arbeitsplätze in Deutschland zu halten“, sagte der SPD-Bundeswehrbeauftragte Thomas Hitschler dem RND.

Ministerpräsident Günther begrüßt Kooperationsvertrag

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sagte in Kiel zu den Planungen: „Ich hoffe sehr, dass die beiden Werften German Naval Yards Kiel und ThyssenKrupp Marine Systems kooperieren, um sich im Wettbewerb um den Bau der großen Mehrzweckkampfschiffe MKS 180 der Bundesmarine bestmöglich aufzustellen.

Für den Schiffbaustandort Kiel ist das ein starkes Zeichen! Sollte German Naval Yards Kiel als letzter verbliebener deutscher Generalunternehmer den Wettbewerb gewinnen, sichert das viele Arbeitsplätze in weiten Teilen unseres Landes. Außerdem profitieren zahlreiche andere deutsche Zuliefer-Unternehmen von einem solchen Milliarden-Projekt. Ich wünsche mir sehr, dass das MKS 180 in Kiel gebaut wird und nicht im Ausland. Denn nur so bleibt das Know-how in Deutschland.“

Von Jörg Köpke/RND

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