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Wirtschaft Schausteller fordern Ausnahmen von Diesel-Fahrverboten
Nachrichten Wirtschaft Schausteller fordern Ausnahmen von Diesel-Fahrverboten
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14:31 29.01.2019
Albert Ritter, Präsident Deutscher Schaustellerbund e.V. Quelle: Carmen Jaspersen/dpa
Berlin

Die deutschen Schausteller fordern für ihre Fahrzeuge Ausnahmeregeln bei Diesel-Fahrverboten. „Wir müssen mit unseren Zugmaschinen zwingenderweise in die Städte hinein“, sagte der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes (DSB), Albert Ritter, in Essen.

„Ein Diesel-Fahrverbot würde uns Schausteller in der Ausübung unserer Erwerbstätigkeit nicht nur behindern - es würde sie uns praktisch unmöglich machen“, heißt es in einem DSB-Positionspapier. Die Laufleistung der Fahrzeuge und damit der Schadstoffausstoß seien gering. Ritter sprach von „Rumsteherfahrzeugen“.

Man sei ein reisendes Gewerbe, eine Ausnahmeregelung müsse daher bundesweit einheitlich gelten. „Sonst droht uns angesichts unterschiedlicher Gastspielorte ein Genehmigungs-Bürokratiemonster.“ Der Verband schätzt die Zahl der betroffenen Fahrzeuge auf bis zu 30.000.

Trend zum „analogen Erlebnis“ bei Volksfesten

Rund 1500 Delegierte des DSB treffen sich von diesem Mittwoch an in Essen zu ihrer Jahrestagung. In dem Verband sind rund 3600 Betriebe organisiert. Er vertritt damit nach eigenen Angaben rund 90 Prozent der deutschen Schaustellerunternehmen. Themen der Tagung sind unter anderem der Arbeitskräftemangel der Branche und die seit langem gewünschte Anerkennung der Volksfestkultur als immaterielles Kulturerbe.

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Bei den Volksfesten in Deutschland sieht der Verband einen Trend zum „analogen Erlebnis“. „Im Internet kann man kaufen, flirten, spielen - all die Sachen sind auch auf dem Volksfest möglich“, sagte Ritter. Die Stärke der Volksfeste sei deren Aufenthaltsqualität und Familienfreundlichkeit: „Dass der Opa mit der Oma und dem Enkelkind über die Kirmes geht und Spaß hat.“

Knapp 190 Millionen Besuche auf deutschen Volksfesten

Im vergangenen Jahr gab es nach einer im Auftrag des DSB erstellten Studie knapp 190 Millionen Besuche bei den rund 9750 Volksfesten in Deutschland. Hinzu kamen etwa 3000 Weihnachtsmärkte mit knapp 160 Millionen Besuchen. Der DSB sieht die Lage der Branche positiv:

Der Zuspruch der Besucher steige. Auch wachse die Bereitschaft der Kommunen, Volksfeste zu unterstützen. Der Verband unterstrich die wirtschaftliche Bedeutung der Feste und Märkte: Pro Besuch seien auf den Volksfesten rund 25 Euro ausgegeben worden, bei den Weihnachtsmärkten rund 18 Euro.

Am Rande ihrer Tagung veranstalten die Schausteller in Essen auch selbst ein kleines Volksfest: In einer Messehalle gibt es für jedermann einen historischen Jahrmarkt - etwa mit einem Holzriesenrad von 1902 und einem Holzpferde-Karussell aus dem Jahr 1878. Daneben gibt es eine Schausteller-Fachmesse.

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Von RND/dpa/lf

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