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Schwaches Handelsgeschäft bremst RWE

Energie Schwaches Handelsgeschäft bremst RWE

Der Stromriese RWE geht weiter durch harte Zeiten. Die zuletzt besonders schwer gebeutelten Großkraftwerke fangen sich etwas - dafür macht der Handel mit Energie den Essenern zur Jahresmitte Probleme. Wie bei Eon hofft man darauf, dass ein Radikalumbau Besserung bringt.

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Auch RWE kämpft nach wie vor mit wegbrechenden Gewinnen im Geschäft mit Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken.

Quelle: Marcel Kusch/Archiv

Essen/Berlin. Der Energiekonzern RWE muss im Gegensatz zum Rivalen Eon zwar keine weiteren Milliarden-Abschreibungen schultern - doch rund laufen die Geschäfte auch bei Deutschlands zweitgrößtem Versorger nicht.

Ein Einbruch im Energie-Handelsgeschäft verdarb dem Stromriesen das Halbjahres-Ergebnis, wie RWE am Donnerstag mitteilte. Insgesamt sackte der Betriebsgewinn der Essener um gut 7 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro ab. Das war schwächer als erwartet. Als Hauptgrund nannte RWE ein enttäuschendes Handelsgeschäft, das nach starkem Jahresauftakt im zweiten Quartal überraschend tief in die roten Zahlen rutschte. Dagegen konnte der Konzern die Talfahrt seiner Großkraftwerke vorerst stoppen. Dazu trugen nicht zuletzt massive Sparanstrengungen bei, zudem sanken die Abschreibungen in der Sparte.

Unterm Strich verdiente RWE rund 457 Millionen Euro - fast drei Viertel weniger. Vor einem Jahr hatte der Verkauf der Öl- und Gasfördertochter Dea einen Sondergewinn in Milliardenhöhe gebracht.

Der Druck bleibt hoch. Der vom Ökostrom-Boom ausgelöste Verfall der Preise im Strom-Großhandel frisst sich immer weiter in die Ergebnisse. Grund sind die langfristigen Lieferverträge. So kassiert RWE für Strom in diesem Jahr noch 35 Euro je Megawattstunde, die vereinbarten Kontrakte für 2018 liegen hingegen unter 30 Euro.

Bewegung scheint es im Streit um den geplanten Staatsfonds für Atommüll zu geben. Dazu habe es in den vergangenen Wochen Fachgespräche mit der Bundesregierung gegeben. "Wir befinden uns in einer konstruktiven Dialogphase", sagte Konzernchef Peter Terium. Es müssten aber noch viele Details geklärt werden. "Wir sind nach wie vor an einem Konsens bei der Finanzierung des Kernenergie-Ausstiegs interessiert." Letztlich müsse jedoch das Gesamtpaket stimmen.

Eine Regierungskommission zum Atomausstieg hatte Ende April vorgeschlagen, dass die vier großen Stromkonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW bis 2022 rund 23,3 Milliarden Euro in einen staatlichen Fonds überweisen, der die Zwischen- und Endlagerung von Atommüll managen soll. Nach der Sommerpause will die Regierung anhand der Kommissionsvorschläge Gesetzesänderungen auf den Weg bringen. RWE hatte bislang am schärfsten gegen diese Pläne argumentiert.

Die Zukunftshoffnungen Teriums liegen vor allem auf der bevorstehenden Aufspaltung des Konzerns. Das Geschäft rund um Ökostrom, Netze und Vertrieb bündelt RWE in der neuen Tochter Innogy, die nach aktuellen Plänen noch 2016 an die Börse gehen soll. Befreit vom schwer angeschlagenen Großkraftwerksgeschäft verspricht sich das Management durch den Schritt neue finanzielle Spielräume für Investitionen in die Zukunft.

Bei Innogy werden künftig rund 40 000 der derzeit noch knapp 60 000 RWE-Beschäftigten arbeiten. Im Mutterkonzern, der auch langfristig die Mehrheit an Innogy halten soll, bleiben von den operativen Bereichen nur das zuletzt immer weniger profitable Geschäft mit den alten Großkraftwerken und der Energiehandel.

dpa

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