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Schwieriges Jahr für Fuhrunternehmen

Transport Schwieriges Jahr für Fuhrunternehmen

Eigentlich spielt die gute Binnenkonjunktur den deutschen Fuhrunternehmern in die Hände. Doch es gibt auch Probleme: Neben den Folgen des Flüchtlingsansturms müssen sie auch mit der wachsenden Billig-Konkurrenz aus dem Osten zurechtkommen.

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Situation in Calais: Die Lage am Eurotunnel hat sich zugespitzt, weil viele Flüchtlinge versuchten, auf die Laster zu kommen und so durch den Tunnel nach Großbritannien zu gelangen.

Quelle: Etienne Laurent

Frankfurt/Kempten. Die teils dramatische Flüchtlingssituation, vor allem am Eurotunnel zwischen Frankreich und Großbritannien, hat den deutschen Fuhrunternehmen in diesem Jahr zu schaffen gemacht.

"Der Kanaltunnel ist eine offene Wunde", sagte Karlheinz Schmidt, Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Branchenverbandes BGL. Hinzu kamen oftmals lange Staus durch die Einführung von Grenzkontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze seit Mitte September.

Vor allem im Sommer habe sich die Lage am Eurotunnel zugespitzt, weil viele Flüchtlinge versuchten, auf die Laster zu kommen und so durch den Tunnel nach Großbritannien zu gelangen. "Viele Fahrer weigern sich, nach England zu fahren, weil sie auch bedroht werden", sagte Schmidt. Falls dann tatsächlich jemand auf den Fahrzeugen entdeckt werde, sähen sich Fahrer und auch Fuhrunternehmer zudem Schlepper-Vorwürfen ausgesetzt und würden mit vier- bis fünfstelligen Bußgeldern belegt.

Die Situation bringe auch produzierende Unternehmen in Großbritannien in Bedrängnis, die auf Zulieferteile häufig länger warten müssten. Bei den Fuhrunternehmen wiederum komme es durch die Probleme zu Millionen-Schäden, sagte Schmidt.

Auch der Logistikkonzern Dachser spürt die Folgen der Flüchtlingskrise. Die Wiedereinführung der Grenzkontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze fordere der Branche "ein hohes Maß an Geduld, Flexibilität und Kreativität ab. Die Situation in Calais war eine weitere Herausforderung", erklärte Dachser-Manager Andreas Froschmayer. "Die Bedingungen können sich täglich ändern, es kommt zu Wartezeiten und Verzögerungen. Daraus entstehen Kosten, die das Geschäft belasten."

Wie sich die Lage im kommenden Jahr entwickele, sei schwer abzuschätzen, so Froschmayer. "Wir setzen unser Vertrauen in den europäischen Gedanken. Deshalb glauben wir daran, dass die europäische Gemeinschaft eher kurz- als langfristig tragfähige und humane Lösungen finden wird beziehungsweise dass sich die Regierungen untereinander entsprechend verständigen." Das wäre im Interesse aller, nicht nur der Logistik, erklärte der Manager.

Profitiert hat die Branche dagegen von der guten Binnenkonjunktur in Deutschland. Vor allem die florierende Bauwirtschaft sorgte für viele Aufträge und eine "ordentliche Auslastung", wie BGL-Experte Schmidt sagte. Sorgen bereitet den kleinen und mittleren Unternehmen aber die Konkurrenz aus Osteuropa, die ihre Fahrer mit Löhnen um 500 Euro pro Monat auf die Straßen schicke und immer mehr Marktanteile für sich gewinne. "Das ist eine fatale Situation für das Hochlohnland Deutschland", sagte Schmidt.

dpa

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