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Siemens-Chef Löscher kämpft um seinen Posten

Elektro Siemens-Chef Löscher kämpft um seinen Posten

Siemens-Chef Peter Löscher will angesichts von Spekulationen über seine Zukunft um sein Amt kämpfen. "Mir bläst jetzt der Wind ins Gesicht, aber es war noch nie meine Art aufzugeben oder schnell die Segel zu streichen", sagte der Manager der "Süddeutschen Zeitung".

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Siemens-Chef Löscher steht möglicherweise vor der Ablösung.

Quelle: Peter Kneffel/Archiv

München. "Ich habe einen Vertrag bis 2017, und gerade jetzt ist der Kapitän bei Siemens mehr gefragt denn je." Allerdings verdichteten sich am Freitag Hinweise auf eine mögliche Ablösung Löschers. Der Aufsichtsrat soll nach Angaben aus Kreisen bereits über die Personalie sprechen und dies auch am Wochenende fortsetzen. Kommenden Mittwoch tagt das Gremium turnusgemäß.

Löscher war nach einer neuerlichen überraschenden Gewinnwarnung am Donnerstag schwer in Bedrängnis geraten, wie eine mit dem Vorgang vertraute Person am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in München bestätigte. Dem Vernehmen nach wollen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite jeweils zu getrennten Beratungen zusammenkommen. Auf der Agenda stehe dabei "die Besetzung des Vorstandes", hieß es. Es handele sich um eine Vorbesprechung für die Aufsichtsratssitzung am kommenden Mittwoch (31.7.) Siemens wollte sich nicht äußern. In verschiedenen Medien wird bereits seit längerem über die Zukunft Löschers spekuliert.

Laut "Manager Magazin" wird bereits der Chef der wichtigen Industriesparte, Siegfried Russwurm, als möglicher Nachfolger Löschers gehandelt. Zuletzt hatte sogar der Chef des Gesamtbetriebsrates und Aufsichtsratsmitglied Lothar Adler Löscher ungewohnt offen und scharf attackiert. Löscher sagte der "SZ", er stehe in einem "engem Austausch mit dem Aufsichtsrat, und wir arbeiten vertrauensvoll auch in dieser schwierigen Phase zusammen". Es werde in den kommenden Tagen alles in Ruhe besprochen. Erneut wies Löscher zurück, es gebe innerhalb des Vorstandes Streit.

Am Donnerstag hatte Löscher das Gewinnziel des Konzerns für kommendes Jahr zurücknehmen müssen und damit die Börse verschreckt. Die angepeilte operative Gewinnmarge von mindestens zwölf Prozent werde voraussichtlich nicht erreicht, erklärte das Unternehmen in einer knappen Mitteilung. Zur Begründung nannte Siemens lediglich "geringere Markterwartungen". Es war bereits die zweite Gewinnwarnung innerhalb von nicht einmal drei Monaten, denn auch die Ziele für das laufende Geschäftsjahr musste Löscher Anfang Mai kassieren. Aktionärsschützer gingen hart mit dem Manager ins Gericht.

Die neuerlichen schlechten Nachrichten hatten die Siemens-Aktien am Donnerstag zeitweise um rund sieben Prozent abstürzen lassen. Nach Spekulationen um Löschers Zukunft ging es am Freitag dagegen wieder aufwärts für die Papiere: Zwischenzeitlich gehörten sie mit einem Plus von gut 0,9 Prozent bei über 79 Euro zu den größten Dax-Gewinnern. Bereits vor der Hauptversammlung im Januar hatte sich Löscher öffentlich gegen Spekulationen gewehrt, es gebe Pläne für seine Ablösung. Aufsichtsratschef Gerhard Cromme hatte sich damals demonstrativ vor Löscher gestellt.

Der Konzern bekommt die Konjunkturflaute mit einer schwächeren Wachstumsdynamik in den Schwellenländern zu spüren. Hinzu kommen hohe Belastungen aus hausgemachten Projekt-Pannen. Dazu zählt die verspätete Lieferung von ICE-Zügen an die Deutsche Bahn sowie Verzögerungen bei der Anbindung von Nordsee-Windparks. Aber auch bei Windkraftanlagen an Land in den USA musste Siemens einen Unfall und Reparaturarbeiten vermelden. Am kommenden Donnerstag (1.8.) will der Konzern die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vorlegen.

dpa

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