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Wirtschaft Siemens bringt Healthineers an die Börse
Nachrichten Wirtschaft Siemens bringt Healthineers an die Börse
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17:31 15.03.2018
Medizintechnik bringt hohe Gewinne: Siemens versilbert das Geschäft mit Computertomografen. Quelle: Foto: Siemens
Frankfurt

An einem Montag Anfang Februar dürfte einigen Managern in München und Frankfurt kurz das Herz stehen geblieben sein. Sie planen die größten Börsengänge, die Deutschland seit Langem gesehen hat – und an jenem Montag rutschten die Kurse. Jedes Prozent, das die Aktien billiger werden, bedeutet für die Verkäufer Einnahmeausfälle in zweistelliger Millionenhöhe. Doch der Börsencrash blieb aus, die Planungen gingen weiter, und nun ist es so weit: Siemens und die Deutsche Bank bringen wichtige Sparten an die Börse.

Siemens Healthineers: An diesem Freitag werden erstmals die Aktien des Unternehmens gehandelt, das aus der Medizintechnik-Sparte des Siemens-Konzerns hervorgegangen ist. Das Kunstwort soll Health (Gesundheit), Engineer (Ingenieur) und Pioneer (Pionier) verbinden. Man wird sich daran gewöhnen müssen, denn der Aufstieg in den Dax ist wohl nur eine Frage der Zeit. Der wichtigste Bereich ist die sogenannte medizinische Bildgebung mit Röntgengeräten, Computertomografen und Magnetresonanztomografen (MRT).

Die Sparte mit 47 000 Mitarbeitern, darunter 12 000 in Deutschland, gehört zu den Siemens-Perlen, denn die Margen sind in der Medizintechnik hoch, und Patienten werden immer öfter in „die Röhre“ geschoben. Im Geschäftsjahr 2016/17 machte Healthineers 13,8 Milliarden Euro Umsatz und verdiente vor Steuern 2,5 Milliarden Euro.

Trotzdem hat sich manche Prognose zum Börsengang als zu optimistisch erwiesen. Analysten hatten den Wert des Unternehmens zunächst auf bis zu 40 Milliarden Euro geschätzt, doch der jetzt erreichte Aktienpreis ergibt nur 31 Milliarden Euro. Der Preis landete in der unteren Hälfte der angepeilten Spanne von 26 bis 31 Euro pro Aktie. Siemens will zunächst 15 Prozent der Aktien verkaufen – behält also die Mehrheit und bekommt gut 4 Milliarden Euro in die Kasse.

Vom Börsengang verspricht sich Siemens-Chef Joe Kaeser mehr Handlungsfreiheit für die Medizintechnik. Er will die großen Geschäfte unter dem Konzerndach möglichst weit verselbstständigen.

DWS Investments: Wie Kaeser argumentiert auch John Cryan offiziell: DWS soll im Alleingang beweglicher sein. In Wahrheit ist für den Deutsche-Bank-Chef der Erlös deutlich wichtiger. Nach drei Verlustjahren in Folge kann Deutschlands größte Bank die erwarteten 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro aus dem Verkauf von DWS-Aktien gut gebrauchen. Kurz vor dem ersten Handelstag am 23. März wird sich entscheiden, wie viel es genau wird. Die Preisspanne liegt bisher bei 30 bis 36 Euro je Aktie.

Die DWS ist als Fondsgesellschaft der Deutschen Bank bekannt – ähnlich wie die Dekabank der Sparkassen und Union Invest bei den Volks- und Raiffeisenbanken. Außerdem wurde dort die Vermögensverwaltung des Konzerns gebündelt. Insgesamt hat die DWS im Auftrag ihrer Kunden 700 Milliarden Euro angelegt und verdiente damit im vergangenen Jahr 725 Millionen Euro vor Steuern. Die stabilen Gewinne sollen Investoren locken: Die DWS soll jährlich 65 bis 75 Prozent des Nettogewinns als Dividende zahlen – deutlich mehr als andere Aktiengesellschaften.

Cryan will den wichtigen Ertragsbringer nicht ganz aus der Hand geben. Nur 20 Prozent der Aktien sollen verkauft werden, und ihre Besitzer werden weniger zu sagen haben als in anderen Unternehmen. Die DWS geht nämlich in der Rechtsform der Kommanditgesellschaft auf Aktien an die Börse, bei der der Kommanditist – in diesem Fall die Deutsche Bank – mehr Rechte hat als die anderen Aktionäre.

Von Stefan Winter/RND

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