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Siemens traut sich wieder mehr zu

Elektro Siemens traut sich wieder mehr zu

Siemens traut sich nach einem turbulenten Jahr mit zwei gekappten Gewinnprognosen und einem Führungswechsel wieder mehr zu. Knapp hundert Tage nach seinem Amtsantritt legt Konzernchef Joe Kaeser die Latte für die kommenden Monaten wieder höher - allerdings nur unter Vorbehalt.

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Der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG Joe Kaeser bei der Vorlage seiner ersten Jahresbilanz als Vorstandsvorsitzender.

Quelle: Kay Nietfeld

Berlin. t. Nach dem Sparprogramm 2014 mit einem Abbau von weltweit rund 15 000 Stellen will der Manager die Konzernstruktur weiter umbauen - Details dazu sollen im Mai kommenden Jahres vorgestellt werden, sagte Kaeser am Donnerstag in Berlin bei der Präsentation seiner ersten Jahresbilanz als Vorstandsvorsitzender. Neu erfinden, sagte Kaeser, müsse man Siemens aber nicht.

Kaesers Vorgänger Peter Löscher hatte in diesem Jahr gleich zwei Mal die Gewinnprognose für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr 2013/14 kassiert. Ende Juli kostete ihn das den Job, der damalige Finanzvorstand Joe Kaeser übernahm. Nun konnte Kaeser zumindest hier Vollzug melden. Das auf 4 Milliarden Euro reduzierte Gewinnziel überboten die Münchner um 200 Millionen Euro. Der Umsatz ging leicht um ein Prozent auf 75,9 Milliarden zurück. Zufrieden könne man damit aber leider nicht sein, sagte Kaeser.

"Wir sind erheblich unter unseren anfänglichen Jahresprognose geblieben." Dazu kamen teure und ärgerliche Probleme wie die Lieferverzögerungen bei den ICE-Zügen für die Deutsche Bahn, der verlustreiche Ausstieg aus dem Solargeschäft oder die Probleme bei den Anbindung von Hochseewindparks ans Stromnetz. "Nun blicken wir nach vorne und konzentrieren uns auf die Maßnahmen zur angestrebten Ergebnisverbesserung, die wir konsequent und besonnen umsetzen", sagte der Siemens-Chef. Einfacher werde es in den ersten Quartalen aber sicher nicht.

Helfen soll auch das Sparprogramm Siemens 2014, das noch Löscher auf den Weg brachte. Lange bezifferte er die Zahl der zu streichenden Jobs nicht. Kaeser beendete das und ließ die Summe von 15 000 Stellen mitteilen. Die Aufregung bei Arbeitnehmern und Betriebsrat war groß, auch wenn die Zahlen intern bekannt gewesen sein sollen. Kommunikativ sei das nicht glücklich gelaufen, gestand Kaeser ein. Gerade deswegen wolle er die Mitarbeiter bei allen Veränderungen einbinden. Und nicht etwa durch Ankündigungen halbfertiger Ideen weiter verunsichern.

Mittlerweile zeigt sich auch klarer, wie das Sparprogramm auf die Belegschaft durchschlägt, denn neben den 15 000 Stellenstreichungen werden auch neue Jobs geschaffen. Unter dem Strich dürften in diesem Geschäftsjahr in Deutschland 4000 der 118 000 Jobs wegfallen. Weltweit sind es 1000 weitere, wodurch sich die Gesamtzahl der Mitarbeiter von rund 362 000 auf etwa 357 000 verringern wird.

Hilfe von der Konjunktur erwartet sich Kaeser nicht so bald. Die Märkte blieben herausfordernd, die Wirtschaft in Europa lasse noch keine grundlegende Trendwende erkennen. Dennoch soll der Gewinn um 15 Prozent wachsen - vorausgesetzt Siemens mache im neuen Geschäftsjahr einen Umsatz mindestens auf gleichem Niveau. Angesichts eines satten Auftragspolsters sollte das aber keine größere Hürde sein.

Dabei sollen die Geschäfte auch wieder profitabler sein. Nach rund 7,5 Prozent Marge soll die Rendite im neuen Jahr wieder um zwei bis drei Prozentpunkte steigen - der Wert ist vor allem für den direkten Vergleich mit Rivalen wie General Electric (GE) oder ABB wichtig. Einen Teil davon kann Kaeser schon recht sicher einbuchen, denn die milliardenschweren Kosten für das Umbauprogramm konnte Siemens praktisch komplett in die Bücher des abgelaufenen Geschäftsjahrs schreiben.

Damit dürfte der Großteil verbucht sein und das Renditeziel für 2014 nicht mehr belasten. Im Schlussquartal wuchs der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 3 Prozent auf 21,1 Milliarden Euro gesteigert, der Gewinn aus fortgeführten Geschäften sank hingegen um fast 13 Prozent auf 1,075 Milliarden Euro. Der Auftragseingang legte im Schlussviertel um 3 Prozent auf 21 Milliarden Euro zu.

Für die Aktionär brachte Kaeser gute Nachrichten mit zu seiner ersten Bilanzvorlage als Chef: Der Konzern will in den nächsten Jahren Aktien im Wert von bis zu 4 Milliarden Euro zurückkaufen. Die Börse feierte diese Nachricht. Der seit Kaesers Amtsantritt ohnehin kräftig gestiegene Aktienkurs machte zeitweise einen Satz von fast 4 Prozent plus. Außerdem schlägt der Vorstand trotz eines gesunkenen Überschusses erneut eine Dividende von 3,00 Euro vor.

dpa

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