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Siemens will Flaute hinter sich lassen

Elektro Siemens will Flaute hinter sich lassen

Nach Jahren der Stagnation fasst Siemens-Chef Kaeser wieder Zuversicht. Der Umbau ist weitgehend abgehakt, nun soll es vorwärtsgehen für den Elektrokonzern. Auf konjunkturellen Rückenwind kann Kaeser dabei kaum hoffen.

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Vorstandschef Joe Kaeser spricht während dr Siemens-Jahrespressekonferenz in Berlin.

Quelle: Gregor Fischer

Berlin/München. Der Elektrokonzern Siemens will nach dem radikalen Konzernumbau wieder Fahrt aufnehmen. Für das neue Geschäftsjahr (30. September) hofft Konzernchef Joe Kaeser trotz der weltweiten Konjunktureintrübung nach jahrelangem Stillstand auf ein moderates Umsatzwachstum.

Das könnte ein Plus von bis zu fünf Prozent bedeuten, wie Kaeser zur Bilanzvorlage in Berlin andeutete. "Wir haben geliefert, was wir versprochen hatten, und sind für das vor uns liegende Jahr gut gerüstet, um unsere Pläne erfolgreich umzusetzen." Das Umfeld dafür wird allerdings nicht einfacher. Vor allem die Wachstumsschwäche in China bereitet Sorgen.

Den Gewinn will Siemens in diesem Jahr auf vergleichbarer Basis um mindestens 14 Prozent steigern. Zuletzt verdiente Siemens unter dem Strich 7,4 Milliarden (Vorjahr: 5,5 Mrd) Euro, doch stammten alleine 3 Milliarden Euro davon aus dem Verkauf der Hörgeräte-Sparte und der Anteile am Hausgerätehersteller BSH an den Partner Bosch. Sein Renditeziel schaffte Kaeser knapp: Im industriellen Geschäft blieben 10,1 Prozent vom Umsatz übrig. Angepeilt war eine Marge von 10 bis 11 Prozent, bei diesem Ziel bleibt es auch für das neue Geschäftsjahr. Das Thema steht besonders im Fokus, weil Kaesers Vorgänger Peter Löscher seinen Posten 2013 letztlich wegen verfehlter Renditeprognosen hatte räumen müssen.

Kaeser hatte dem Konzern einen radikalen Umbau verordnet, der mit dem Abbau tausender Jobs einherging. Auch in der schwächelnden Stromerzeugungssparte setzte er kräftig den Rotstift an. Zusammen kosteten die Personalabbau-Maßnahmen Siemens im vergangenen Geschäftsjahr rund 800 Millionen Euro.

Im vierten Quartal konnte Siemens beim Auftragseingang auch dank einer Milliarden-Bestellung im Windkraft-Geschäft auf vergleichbarer Basis zwar um sechs Prozent auf 23,7 Milliarden Euro zulegen, doch gaben die Umsätze vergleichbar um vier Prozent nach auf 21,3 Milliarden Euro. Der Gewinn schrumpfte kräftig von 1,5 auf 1,0 Milliarden Euro. Hier schlugen vor allem Abschreibungen von 138 Millionen Euro auf das Gemeinschaftsunternehmen Primetals zu Buche, das Siemens mit Mitsubishi Heavy Industries betreibt.

Auch im laufenden Geschäftsjahr dürfte sich die gesamtwirtschaftliche Situation weiter eintrüben und das geopolitische Umfeld komplex bleiben, erwartet Kaeser. Hinzu komme die nachlassende Dynamik in China. Die Zeit zweistelliger Wachstumsraten im Reich der Mitte sei vorbei. "Das Land steht vor beachtlichen strukturellen Veränderungen und vor sozialen Herausforderungen. Das wird sich auf die Geschäfte mit China auswirken, auch auf den Import in das Land hinein." Allerdings müsse man auch bedenken, dass China noch immer deutlich stärker wachse als etwa Europa. "Die Chancen in China sind weiterhin gewaltig", sagte Kaeser.

Den Aktionären stellte der Siemens-Chef eine erneute Dividendenerhöhung in Aussicht, und zwar um 20 Cent auf 3,50 Euro. Es ist die zweite Anhebung in Folge, nachdem die Ausschüttung die drei Jahre davor stabil bei 3 Euro geblieben war. Zudem plant der Elektrokonzern einen weiteren Rückkauf eigener Aktien für bis zu drei Milliarden Euro. An der Börse gaben diese Nachrichten und die soliden Geschäftszahlen der Siemens-Aktie Auftrieb. Zuletzt hatten Siemens-Anleger dagegen wenig Freude an ihren Papieren gehabt. Im bisherigen Jahresverlauf hatte sich die Aktie des Dax-Schwergewichts deutlich schwächer als der deutsche Leitindex entwickelt.

dpa

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