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Smart Watch gibt’s jetzt „auf Rezept“

Fitness-Tracker von der Krankenkasse Smart Watch gibt’s jetzt „auf Rezept“

Wer sich eine Smart Watch kaufen will, sollte erst seine Krankenkasse fragen: Versicherte werden inzwischen beim Kauf von Apps und Fitness-Trackern unterstützt. Die Brandenburger AOK legt neuerdings etwa 50 Euro beim Kauf einer Apple Watch drauf. Auch andere Versicherer setzen auf die „digitale Prävention“. Datenschützer sehen das kritisch.

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Smarte Uhren und Fitnessarmbänder sollen Versicherte zum Sport animieren.

Quelle: DPA

Potsdam. Yoga-Kurse, Nichtraucher-Trainings oder die Rückenschule: Viele Krankenkassen unterstützen ihre Versicherten, wenn sie sportlich aktiv sind und Vorsorge betreiben. Jetzt können sich manche Kunden auch den Kauf einer Smart Watch bezuschussen lassen. Die AOK Nordost, die für die Region Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zuständig ist, unterstützt ihre Versicherten seit neuestem dabei, wenn sie sich Fitnesstracker zulegen mit bis zu 50 Euro. Auch die Anschaffung einer Apple Watch kann dadurch günstiger werden, da sie mit Fitness-Sensoren ausgestattet ist.

Um die Menschen für die Gesundheitsförderung zu motivieren, müsse man sie in ihren Lebensbereichen abholen, heißt es. Einmal in zwei Jahren könnten Versicherte den Zuschuss bekommen, erklärte AOK-Sprecherin Gabriele Rähse. „Wir geben hier ganz bewusst einen finanziellen Anreiz, um sich gesundheitsbewusst zu verhalten“, sagte sie. Ob die Versicherten ihre Smart Watch auch tatsächlich zum Sport nutzen, dafür könne es keinen 100prozentigen Nachweis geben. „Auch eine Mitgliedschaft im Fitness-Studio belegt nicht automatisch jeden Tag 30 Minuten Fitness“, sagte sie.

In Fitness-Gadgets sehen die Kassen die Zukunft

Die sogenannte digitale Prävention mit Apps und bunten Fitnessarmbändchen wird für Krankenkassen immer wichtiger. „Daran wird man in Zukunft nicht vorbeikommen, sagte Heike Weinert, Sprecherin der Techniker Krankenkasse (TK) für Berlin-Brandenburg. Auch bei der TK soll es demnächst Zuschüsse für den Kauf von Fitnesstrackern geben. Die Kasse will das besonders aktiven Mitgliedern im Rahmen ihrer „Gesundheitsdividende“ anbieten Das neue Programm steht in den Startlöchern, die TK wartet noch auf eine Freigabe durch das Bundesversicherungsamt. Das soll bis Herbst soweit sein.

Gesundheits-App zurückgezogen – wegen Datenschutz

Andere Kassen sind eher zurückhaltend. Bei der Barmer GEK gibt es keine Subvention für digitale Pulsmesser. Aber es gibt eine App namens „Fit2Go“, die zu mehr Bewegung im Alltag motivieren soll. Auch bei der DAK Berlin-Brandenburg sind Zuschüsse derzeit nicht geplant. Die hauseigenen Gesundheits-Apps habe man wieder aus dem Programm genommen – wegen Datenschutzbedenken, heißt es auf Anfrage. Hintergrund: Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff hatte kürzlich vor dem sorglosen Umgang mit Fitness-Apps gewarnt, die Daten zum Essverhalten, Herzfrequenz oder sportlichen Engagement sammeln.

Die Fitness-Daten der Mitglieder seien sicher, würden nur auf den jeweiligen Geräten gespeichert und nicht an die Kasse weitergeleitet, heißt es dagegen bei der TK. „Datenschutz wird hier groß geschrieben“, sagte Heike Weinert. Das betont man auch bei der AOK: „Es gibt keine Schnittstelle zwischen den Geräten und der Krankenkasse“, versicherte Gabriele Rähse.

Von Torsten Gellner

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