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So sehen die neuen H&M-Läden aus

„Slow Fashion“ im Jubiläumsjahr So sehen die neuen H&M-Läden aus

Im hart umkämpften Textilmarkt sucht Branchengigant H&M neue Absatzmärkte. Jetzt soll in München die erste deutsche Filiale der neuen Konzern-Marke „Arket“ starten – mit deutlich höheren Preisen, als es die Kunden bislang gewohnt sind.

Kunden stehen auf der Regent Street in London (Großbritannien) vor dem neuen Laden des H&M-Labels Arket Schlange. Die neue Marke Arket soll Kleidung und Haushaltswaren verkaufen.

Quelle: dpa/Ray Tang/Lond

Kopenhagen/München. Die neueste Adresse in der Kopenhagener Shopping-Welt hat kein Schaufenster und keinen großen Namen über dem Eingang. Nur neben dem Fenster steht in dünnen schwarzen Lettern Arket. Es ist der Gegenentwurf zum schnellen Massenkonsum – und zur bekanntesten Marke der Arket-Gründer: H&M.

Der Platzhirsch der Fußgängerzonen, weithin sichtbar mit den zwei roten Buchstaben, hat sein Potenzial weitgehend ausgereizt. Nun versucht die Textilgruppe, mit der neuen Marke auch neue Märkte zu erschließen. Im Einkaufstrubel soll „slow fashion“ – die langsame Mode – Kunden anziehen. Mitte Oktober öffnet das erste deutsche Arket-Geschäft in München, der insgesamt erst fünfte Laden. Haltbare Produkte gehobener Qualität werden in den Regalen der spartanisch eingerichteten Läden liegen – zu deutlich höheren Preisen.

Der Eingang eines Arket Bekleidungsgeschäftes in Kopenhagen (Dänemark)

Der Eingang eines Arket Bekleidungsgeschäftes in Kopenhagen (Dänemark).

Quelle: dpa

Die 1947 in Schweden gegründete H&M-Gruppe reagiert mit ihrer siebten Marke auf wachsenden Druck: Im dritten Quartal verbuchte der Konzern einen deutlichen Gewinnrückgang. Im Billiggeschäft ist es mit aggressiv wachsenden Konkurrenten wie Primark, Zara und TK Maxx eng geworden. Die Modebranche befinde sich im Umbruch, stellt Karl-Johan Persson fest, der das börsennotierte Familienunternehmen in dritter Generation führt.

Das H&M-Format komme an Grenzen, sagt Joachim Stumpf von der Handelsberatung BBE. Arket sei „ein neuer Versuch, mit einem höherwertigen Angebot an den Markt zu gehen“. Er werde den Verdrängungswettbewerb in diesen Preisklassen verschärfen, denn „wir kaufen alle in der Summe nicht mehr“. Ein Ende des Billig-Booms im Textilhandel sieht Stumpf jedoch nicht.

„Kunden sind heute in bestimmten Situationen bereit, etwas mehr für ein Produkt zu bezahlen, auch wenn man grundsätzlich auf den Preis achtet“, sagt Hansjürgen Heinick, Textilhandelsfachmann beim Kölner Institut für Handelsforschung (IFH). Bei einem Gesamtvolumen von rund 56 Milliarden Euro wuchs der deutsche Bekleidungsmarkt im vergangenen Jahr lediglich um rund ein Prozent. Gewinnen konnte dabei aber nur der Onlinehandel, in den Läden schrumpfte der Umsatz.

Das geht auch an dem lange Zeit unangefochtenen H&M nicht spurlos vorbei. Der Konzern müsse schneller und flexibler werden, fordert Vorstandschef Persson angesichts enttäuschender Zwischenbilanzen. Es kämen immer weniger Kunden in die Läden, räumte er ein. Weltweit betreibt H&M mehr als 4500 Filialen und will zwar weiter expandieren, zugleich aber das Onlinegeschäft ausbauen.

Ein Aufsteller steht in Kopenhagen (Dänemark) vor einem Arket-Store

Ein Aufsteller steht in Kopenhagen (Dänemark) vor einem Arket-Store. Die schwedische H&M-Gruppe, zu der die Arket-Kette gehört, zielt mit den neuen Läden im Jahr ihres 70. Geburtstages auf neue Käuferschichten.

Quelle: dpa

Im Kopenhagener Arket-Laden liegt eine deutlich kleinere Kollektion als sonst in den Regalen, mit Stücken beispielsweise aus Merino und Alpaka, die man auch in drei Jahren noch tragen könnte. Woran sich die Käufer wohl erst mal gewöhnen müssen: Alles, was bei Arket im Regal liegt, hat statt Namen eine neunstellige Nummer. Die Erfinder versuchen so, Laden und Internetseite zu verknüpfen. Man könne einmal entdeckte Produkte viel leichter wiederfinden. Merken allerdings wird man sich den Code kaum.

Wer hier einkauft, so stellen es sich die Erfinder zumindest vor, soll die geschäftige Einkaufsstraße hinter sich lassen, sich im Laden ins Café setzen, durchatmen. Das Konzept kennt man aus der Luxusklasse, zum Beispiel von The Store im Berliner Soho-Haus. Im mittleren Preissegment ist es bisher aber noch nicht so richtig angekommen.

In den Arket-Läden werden eigene Kollektionen, aber auch ausgewählte Produkte konzernfremder Marken verkauft – und das Erlebnis, das den Besuch vom Computerklick unterscheiden soll. Viele Kunden suchten klassische Qualitätsprodukte „in einer sowohl einfachen wie inspirierenden Umgebung“, sagte Arket-Direktor Lars Axelsson dem Magazin „Business of Fashion“.

Von Theresa Münch und Uta Knapp/RND

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