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11:32 09.01.2016
Boden ist ein wertvolles gut. Quelle: dpa-Zentralbild
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Berlin

Die Privatisierung von ehemals volkseigenen Feldern, Grünflächen und Wäldern wird länger dauern als bislang vorgesehen. Bis ins Jahr 2030 plant die bundeseigene Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) ihre Tätigkeit – und damit fünf Jahre länger. Grund sind die im Vorjahr eingeführten neuen Vorgaben für die Privatisierung. Danach werden die sogenannten Losgrößen für Flurstücke auf maximal 15 Hektar abgesenkt. Es wird mehr beschränkte Ausschreibungen geben, bei denen für arbeitsintensive Betriebsformen – etwa Öko-Betriebe, Gemüsebauer sowie Junglandwirte – etwa ein Drittel der Flächen angeboten werden, bei denen die Pacht ausläuft.

„Die Änderungen sollen dazu beitragen, den vor Ort wirtschaftenden Landwirtschaftsunternehmen bei tendenziell steigenden Preisen die Möglichkeit zu geben, kleinere Lose über einen längeren Zeitraum zu erwerben“, erklärte BVVG-Geschäftsführer Stefan Schulz am Freitag in Berlin. Diese neuen Vorgaben sind auf Drängen der ostdeutschen Länder aufgenommen worden. Eine „Paketübernahme“ sämtlicher BVVG-Flächen, wie sie etwa Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern wollten, ist dagegen vom Tisch.

Zudem werden die ehemals volkseigenen Flächen, die in den nächsten Jahren in Ostdeutschland veräußert werden, auf rund 10 000 Hektar pro Jahr reduziert. Im Vorjahr wurden allein in Brandenburg noch 8800 Hektar verkauft. In allen neuen Ländern zusammen waren es 26 300 Hektar.

Verschnaufpause bei der Bodenpreisrallye

Der Preisauftrieb für landwirtschaftliche Flächen setzte sich, von der Mark einmal abgesehen, ungebremst mit einem durchschnittlichen Plus von zwölf Prozent fort. Spitzenpreise erzielten Böden in Sachsen-Anhalt, wo im Durchschnitt des Verkehrswertes 25 179 Euro je Hektar erzielt wurden. Im ostdeutschen Durchschnitt waren es 21 800 Euro nach Ausschreibungen zum Verkehrswert beziehungsweise 18 200 Euro bei Direktverkäufen an berechtigte Pächter.

In Brandenburg gab es eine kleine Verschnaufpause bei der Bodenpreisrallye. Der Bodenpreis gab 2015 mit 13 663 Euro gegenüber 13730 Euro je Hektar in 2014 sogar leicht nach. BVVG-Chef Schulz erwartet für die nächsten Jahre aber auch für märkische Böden wiederum Preissteigerungen von fünf bis sechs Prozent. Den Vorwurf, die BVVG heize mit hohen Verkaufspreisen das Preisniveau im Osten insgesamt an, wies er zurück. Außerhalb der BVVG seien die Preise sogar um 17 Prozent angestiegen.

Neue Richtlinien gegen Spekulanten

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Millionen Euro nahm die Gesellschaft BVVG 2015 durch den Verkauf ehemals volkseigene Äcker, Wälder und Seen ein. In Mecklenburg-Vorpommern erzielte sie mit 220 Millionen Euro den größten Erlös.

Nach 26 300 Hektar im vergangenen Jahr bringt die BVVG in diesem Jahr nur noch 9900 Hektar auf den Markt. Hintergrund sind neue Richtlinien, die vor Spekulationen schützen sollen. Statt 25 dürfen nur noch höchstens 15 Hektar auf einmal verkauft werden.

In Brandenburg sind noch 47 000 Hektar landwirtschaftliche Flächen sowie 3550 Hektar Wald zu privatisieren

Von Reinhard Zweigler

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