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Wirtschaft Spargelbauern verpassen das Ostergeschäft
Nachrichten Wirtschaft Spargelbauern verpassen das Ostergeschäft
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00:37 23.03.2018
Mit 103.000 Tonnen ist Deutschland weltweit der viertgrößte Spargelerzeuger.
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Potsdam

Die Spargelbauern in Brandenburg kämpfen kurz vor Erntebeginn mit den widrigen Wetterbedingungen. Naturgemäß könnten Mitte April die ersten Stangen verkauft werden. „Derzeit planen wir mit dem 12. April, aber der Termin wackelt“, sagt der zweite Vorsitzende des Vereins Beelitzer Spargel, Manfred Schmidt. „In der Nacht werden es ja immer noch zweistellige Minusgrade.“ Die Wurzel brauche mindestens konstante zehn bis zwölf Grad Bodentemperatur, um wachsen zu können. Derzeit seien es allerdings lediglich sechs bis acht Grad.

Manfred Schmidt, Vorsitzender des Vereins Beelitzer Spargel. Quelle: Bernd Gartenschläger

Frost hat keinen Schaden angerichtet

Gregor Hufmann von der Agrar GmbH Sonnenberg (Oberhavel) geht davon aus, dass der Frost der vergangenen Wochen keinen Schaden angerichtet hat. „Es wird sich alles nur verzögern. Ich gucke mir täglich bestimmt 20-mal den Wetterbericht an und hoffe auf höhere Temperaturen. Allerdings geht die Prognose davon aus, dass es noch weiter Frost gibt.“ Es gab schon Jahre, in denen es früh warm wurde und in denen Ostern später war. In diesem Jahr müssen die Brandenburger Spargelbauern allerdings auf das Ostergeschäft verzichten.

Ob der 12. April noch eingehalten werden kann, wollen die 14 Bauern des Vereins Beelitzer Spargel am Mittwoch auf ihrer jährlichen Frühlingsversammlung entscheiden. „Die Bauern haben Bodenmessungen vorgenommen und können am besten einschätzen, wie weit das Gemüse ist“, sagt Manfred Schmidt. Er rechne damit, dass der Saisonstart um mindestens eine Woche verschoben werde.

Kommt die Frühjahrsmüdigkeit, kommt der Spargelhunger

Um ein paar Tage zuversichtlicher ist die Planung des Spargelhofes Klaistow (Potsdam-Mittelmark). „Die Eröffnung der Saison auf unserem Erlebnishof findet am 14. und 15. April statt“, sagt Unternehmenssprecherin Maika Ziehl. Der Hof ist einer der größten Erzeugerbetriebe in der Region. Auf 800 Hektar wird dort Spargel angebaut. Schon am kommenden Wochenende öffnen nach der Winterpause wieder die Türen des Restaurants.

Heinrich Thiermann, der größte Spargelbauer Deutschlands und Pächter des Domstiftsguts Mötzow (Posdam-Mittelmark), geht ebenso von einem Saisonstart Mitte April aus. Er ist allerdings entspannt. Aus Erfahrung weiß er: „Der Hunger der Leute auf Spargel kommt erst mit der Frühjahrsmüdigkeit, wenn die Temperaturen wieder steigen. Und die ist einfach noch nicht da“, sagt er.

Folientunnel sollen Luft auf bis zu 25 Grad erwärmen

Auf dem Spargelhof Kremmen (Oberhavel) indes unternehmen die Mitarbeiter alles, um schon in der ersten Aprilwoche Spargel verkaufen zu können. Wie auch knapp 30 Prozent der Spargelbauern in Beelitz bringen sie die Stangen mithilfe von Folien zur verfrühten Reife. „Derzeit legen wir auf die sogenannten Verfrühungsflächen Folie“, erklärt Malte Voigts die Arbeiten auf den Feldern rund um Kremmen. Im Folientunnel solle die Luft auf 25 Grad erhitzt werden, sodass sich der Erdwall und schließlich der Boden Stück für Stück erwärmen. Das funktioniert freilich nur, wenn die Sonne scheint. „1000 Tonnen Spargel sollen auf der 200 Hektar großen Ertragsfläche gestochen werden“, so Voigts. Angst, dass es nicht klappt, hat er nicht. „Vor zwei Jahren ging die Saison erst am 20. April los. Damals haben wir das auch geschafft.“

Von Annika Jensen

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