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Starker Euro und hohe Investitionen bremsen BMW

Auto Starker Euro und hohe Investitionen bremsen BMW

Bei BMW klingelt die Kasse trotz Verkaufsrekorden leiser. Der Umsatz der Münchner lag mit knapp 18,8 Milliarden Euro ganz leicht unter dem Wert des dritten Jahresviertels 2012, wie der Konzern am Dienstag mitteilte.

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Im BMW-Werk in Regensburg bekommt ein neuer Wagen das BMW-Logo.

Quelle: Armin Weigel

München. Gründe sind unter anderem der starke Euro, der wachsende Gewinne in Ländern wo in Dollar bezahlt wird, aufzehrt.

Zwar verkaufen die Münchner so viele Autos wie nie zuvor, doch wie auch beim Verfolger Audi macht sich das bei Umsatz und Gewinn kaum bemerkbar - auch wenn die Nobelmarken im Vergleich zu manch schwächelndem Massenhersteller nach wie vor glänzend da stehen.

In Europa belastet die Lage in vielen Krisenstaaten weiter die Autobauer und zwingt die Hersteller zu Rabatten. Dazu kommen wachsende Verkaufserfolge bei kleineren Fahrzeugen, die pro Stück weniger Geld abwerfen.

Doch es sind nicht nur negative Effekte. BMW macht sich mit hohen Investitionen wetterfest für die nächsten Jahre und muss im Gegenzug auch für teure Modellentwicklungen Abstriche beim Gewinn machen.

Angesichts hoher Ausgaben etwa für den Anlauf des Elektroauto i3 und gewachsener Personalkosten schrumpfte das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) um fast 4 Prozent auf gut 1,9 Milliarden Euro. Für Auftrieb sorgte dagegen weiter das blendend laufende China-Geschäft.

Weil BMW weniger Steuern zahlen musste, wuchs der Gewinn unter dem Strich um gut 3 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro. "Wir sind nach dem guten dritten Quartal auf einem guten Weg, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen", sagte Konzernchef Norbert Reithofer.

Doch auch im kommenden Jahr will BMW weiter massiv investieren. 2013 und 2014 sieht Finanzchef Friedrich Eichiner als die Jahre mit den höchsten Vorleistungen. Und für das laufende Schlussquartal kalkuliert er mit dem größten Batzen der Investitionen in diesem Jahr.

Erst in den letzten Monaten würden viele Projekte abgerechnet, sagte er. Viel Geld kostet auch die Erfüllung der geplanten strengeren CO2-Grenzwerte. "Darauf bereiten wir das Unternehmen konsequent vor", sagte der Finanzchef. BMW sichere so die Zukunft.

Eine Folge: Die Profitabilität der Pkw-Sparte dürfte zum Jahresende noch weiter sinken. Schon zwischen Juli und September war die sogenannte EBIT-Marge, mit der die großen Oberklassehersteller ihre Rendite vergleichen, auf 9,0 Prozent gesunken.

Für das vierte Quartal rechnet Eichiner eher mit dem unteren Ende der angepeilten Spanne von 8 bis 10 Prozent. Auch die VW-Tochter Audi hatte zuletzt Einbußen bei der Profitabilität wegstecken müssen. Sie sank zwischen Juli und Ende September auf 9,4 Prozent, Daimlers Pkw-Sparte kletterte nach einem schwachen Jahresauftakt wieder auf 7,3 Prozent.

Damit fahren die deutschen Oberklassehersteller durch die Bank aber weiterhin fette Gewinne ein und können die Flaute in Europa weitgehend ausgleichen, weil das Geschäft in den USA oder China kräftig brummt. Das Geld, das dort verdient wird, macht die großen Ausgaben für künftige Projekte erst möglich. "Wir tun das aus einer Position der stärker heraus", sagte Reithofer.

Gegen eine Entwicklung kann sich BMW auch mit neuen Modellen nicht wappnen: Obwohl der Absatz der Münchner um fast 11 Prozent zulegte, drückte der starke Euro den Umsatz bis ins Minus. Dabei hätten die Erlöse ohne Währungseffekte um 4,4 Prozent zugelegt.

Ähnliche Erfahrungen mit der starken Heimatwährung hatte schon Europas Branchenprimus VW machen müssen. Gewinnt der Euro im Vergleich zu anderen Währungen zu stark an Wert, dann steuern selbst beste Verkaufszahlen außerhalb der Euro-Zone weniger Geld zum Umsatz bei.

dpa

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