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Wirtschaft Startschuss für Megabaustelle auf A10 und A24
Nachrichten Wirtschaft Startschuss für Megabaustelle auf A10 und A24
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10:16 23.03.2018
Noch hat die Autobahn 10 im Nordwesten, wie hier an der Anschlussstelle Oberkrämer, vier Spuren. Bis Ende 2022 soll sie auf sechs Spuren ausgebaut werden. Quelle: FOTO: ZB
Oranienburg

Das größte Autobahnprojekt, das in Brandenburg nach Angaben des Bundes jemals realisiert wurde, steht in den Startlöchern: Im Mai beginnen die Bauarbeiten zum sechsstreifigen Ausbau der Autobahn 10 zwischen dem Dreieck Pankow und dem Dreieck Havelland sowie zur grundhaften Erneuerung der vierspurigen Autobahn 24 bis zur Anschlussstelle Neuruppin.

Das Projektvolumen für die insgesamt 65 Kilometer langen Autobahnabschnitte beträgt über eine Laufzeit von 30 Jahren rund 1,4 Milliarden Euro.

Die Bauarbeiten sollen bis Ende 2022 laufen und werden in öffentlich-privater Partnerschaft durchgeführt. Das neu gegründete Unternehmen Havellandautobahn GmbH ist damit für die nächsten 30 Jahre für Bau, Betrieb und den Erhalt der Autobahnabschnitte verantwortlich.

Am Dienstagnachmittag wurden die Pläne für die Megabaustelle erstmals detailliert vorgestellt. Derzeit laufen bereits Baumfällarbeiten. Ab Mai wird dann die veränderte Verkehrsführung eingerichtet. Dabei soll – bis auf wenige Ausnahmen – der Verkehr während der ganzen Bauzeit weiterhin über vier Spuren rollen.

Die A24 wird grundhaft erneuert. Hier bleibt es bei vier Spuren. Allerdings wird der Seitenstreifen von 2,50 Meter auf 3,75 Meter verbreitert. Zwischen Kremmen und Fehrbellin soll es eine Anlage errichtet werden, die bei dichtem Verkehr – etwa in der Rush Hour – den Seitenstreifen als zusätzliche Fahrbahn freigibt.

Erste große Bauphase beginnt im August

Die Bauarbeiten sind in verschiedene Bauabschnitte unterteilt. Autofahrer müssen sich ab Mai auf Geschwindigkeitsbeschränkungen einstellen, wenn die Autobahn für eine neue Verkehrsführung vorbereitet wird. Die erste Hauptbauphase soll dann Ende August beginnen. Dann werden zunächst die Fahrspuren von Hamburg Richtung Berlin gesperrt und neu- beziehungsweise ausgebaut. Der gesamte Verkehr soll auf die östliche Seite, also die derzeitige Fahrbahnrichtung Hamburg verlagert werden.

Den Zuschlag für das Mammutprojekt erhielt die niederländische Firma BAM und die österreichische Habau Hoch- und Tiefbaugesellschaft. Man kennt die BAM in Brandenburg bereits gut. Sie hat den Landtag in Gestalt des Potsdamer Stadtschlosses ebenfalls in öffentlich-privater Partnerschaft mit dem Land gebaut.

BAM und Habau haben sich zur Havellandautobahn GmbH zusammengeschlossen, die für den Bau, Betrieb und Erhalt des Autobahnabschnitts in den nächsten 30 Jahren verantwortlich ist.

Die Gesellschaft ist damit für Reparaturen selbst verantwortlich und muss auch den Winterdienst gewährleisten.

Bei Pfusch fließt weniger Geld

Das ÖPP-Projekt ist laut Bundesverkehrsministerium das erste einer neuen Generation und läuft unter der Überschrift „Verfügbarkeitsmodell“. Die Idee dahinter: Die Havellandautobahn GmbH betreibt und unterhält den Autobahnabschnitt bis zum Jahr 2048. Die volle Summe erhält das Unternehmen nur, wenn die Autobahn voll verfügbar ist, es also keine Verkehrseinschränkungen wegen Fahrbahnsperrungen oder Tempolimits gibt. Dazu soll der Zustand der Autobahn regelmäßig kontrolliert werden. Abgerechnet wird demnach monatlich.

ÖPP-Projekte sind umstritten. Im vergangenen Jahr sorgte das öffentlich-privat-finanzierte Autobahnprojekt A1 zwischen Hamburg und Bremen für Ärger. Das Konsortium „A1 mobil“ hatte gegen den Bund geklagt, weil die Erträge für den Autobahnabschnitt hinter den Erwartungen zurückblieben. Die Einnahmen waren dabei abhängig vom Verkehrsaufkommen und wurden über Mauterlöse gespeist. Der Fall wird ab Mai vor dem Landgericht Hannover verhandelt. Das private Konsortium fordert vom Bund den Ausgleich von Einnahmeverlusten in Höhe von 778 Millionen Euro.

Derlei Forderungen seien bei dem ÖPP-Projekt der neuesten Generation ausgeschlossen, heißt es beim Bund.

Von Torsten Gellner

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