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Streiks abgewendet: Mehr Lohn für Metaller

Übernahmeverhandlung in Brandenburg Streiks abgewendet: Mehr Lohn für Metaller

Die Chefs der Metall- und Elektrobetriebe können recht beruhigt ins lange Wochenende gehen: Die 24-Stunden-Warnstreiks in Berlin und Brandenburg wurden abgewendet. Das heißt allerdings nicht nur mehr Lohn für die Angestellten; es gibt auch Übernahmeverhandlungen in Brandenburg und Ausnahmeregelungen für schwächere Unternehmen.

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In den Metallbetrieben kann weiter gearbeitet werden – Warnstreiks wurden abgewendet.

Quelle: foto: dpa

Potsdam. Die Firmenchefs der Metall- und Elektrobetriebe können einigermaßen beruhigt ins lange Pfingstwochenende gehen: Die für die kommende Woche in der Region angedrohten 24-Stunden-Warnstreiks sind abgewendet. Die 110 000 Beschäftigten in Berlin und Brandenburg erhalten bis Ende des nächsten Jahres mehr Lohn. Arbeitgeber und IG Metall haben in der Nacht auf Freitag in Köln einen Pilotabschluss für das Tarifgebiet Nordrhein-Westfalen erzielt, das auch auf die übrigen Regionen übertragen werden soll. Deutschlandweit profitieren voraussichtlich 3,8 Millionen Beschäftigte davon.

„Bis in die frühen Morgenstunden war es ein hartes Ringen um diesen Abschluss. Das Ergebnis ist ein akzeptabler Kompromiss“, sagte Olivier Höbel, Bezirksleiter der Industriegewerkschaft (IG) Metall. „Die Entgelterhöhung bringt den Beschäftigten ein reales Plus im Geldbeutel.“ In zwei Stufen sieht der Abschluss eine Lohnerhöhung von zunächst 2,8 Prozent, im kommenden Jahr ab April von 2,0 Prozent vor. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 150 Euro.

Die Arbeitgeber setzten eine vergleichsweise lange Tariflaufzeit von 21 Monaten durch. Außerdem konnten sie Ausnahmen vom Tarifabschluss für Betriebe durchsetzen, die wirtschaftlich nicht so gut dastehen. So kann die Einmalzahlung ganz wegfallen oder verschoben werden. Die zweite Tarifstufe könne im Einzelfall drei Monate später greifen. „Die vereinbarten Differenzierungsmöglichkeiten könnten aber nur mit Zustimmung der Tarifvertragspartei IG Metall umgesetzt werden“, erklärte Oliver Höbel. Kommenden Freitag soll in der Region über die Übertragung des Abschlusses verhandelt werden. Es gilt als Formsache. Allerdings streiten beide Seiten in der Region noch um eine bessere Vergütung der Auszubildenden.

Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg, wollte sich vor den Übernahmegesprächen nicht zu dem Ergebnis äußern. Der NRW-Arbeitgeberpräsident und Verhandlungsführer Arndt Kirchhoff lobte die Ausnahmeregeln für schwächere Betriebe. Der Abschluss sei ein „Türöffner für einen Wiedereinstieg in die innovative Tarifpolitik“, sagte er.

Beim Maschinenbau-Verband VDMA kamen die Lohnerhöhungen nicht gut an. „Gerade für unsere exportorientierten Unternehmen sind die Aussichten alles andere als rosig. Die Lohnerhöhungen tragen zur weiteren Verschärfung unserer Wettbewerbssituation bei“, erklärte VDMA-Geschäftsführer Thilo Brodtmann. Er lobte die vorgesehenen Differenzierungsklauseln, die es den Betrieben ermöglichten, die zusätzlichen Belastungen zu strecken. „Wir fordern unsere Mitglieder auf, diese Möglichkeit zu nutzen.“

Von Torsten Gellner

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